Oliver Martin

paTrick Martin

Peter Jacobsen

Klaus Harms

Barks’ Thierleben

Biodiversität in Entenhausen

 

Das Copyright für sämtliche Abbildungen liegt bei der Walt Disney Co.

Na ja. Bis auf die s/w - Abbildungen. Die sind aus dem "Lexikon berühmter Tiere" von Duve & Völker.


Inhalt

Die Tierwelt Entenhausens im Licht der donaldistischen Forschung.

Ein Faible für die Fauna: Entenhausener erforschen die Tierwelt

Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)

Klasse: Scyphozoa

Ordnung: Semeostomeae (Fahnenquallen)

Pazifische Riesenqualle

Klasse: Anthozoa

Unterklasse: Octocorallia (Achtstrahlige Korallen)

Ordnung: Gorgonaria (Hornkorallen)

Schwimmkoralle

Stamm: Annelida (Ringelwürmer)

Klasse: Clitellata (Gürtelwürmer)

Ordnung: Oligochaeta (Wenigborster)

Kettenwurm (auch: Wunderwurm)

Stamm: Arthropoda (Gliederfüßer)

Klasse: Crustacea (Krebse)

Ordnung: Decapoda (Zehnfüßige Krebse)

Unterordnung: Reptantia.

Sechsbeinige Strandkrabbe

Klasse: Arachnida (Spinnentiere)

Ordnung: Araneae (Spinnen)

Familie: Filistatidae (Lochröhrenspinnen)

Haarige Zweiaugenspinne

Klasse: unsicher

Familie: Multipodae (Vielfüßer)

Grauenhafter Vielfuß (auch: Räupchen)

Familie: Curropulexidae (Rennflöhe)

Pfeilnäsiger Erdfloh

Stachelhäutige Blattwanze

Klasse: Insecta = Hexapoda (Insekten)

Unterklasse: Pterygota (Geflügelte Insekten)

Ordnung: Hymenoptera (Hautflügler)

Gesittete Ameise

Ordnung: Coleoptera (Käfer)

Gurkenmurkser / Grüner Gurkenwurm

Ordnung: Lepidoptera (Schmetterlinge)

Motty

Ordnung: Isoptera (Termiten)

Entenhausener Termite (auch: Afrikanische Weiße Ameise)

Ordnung: Diptera? (Zweiflügler)

Amazonasmücke

Ordnung: Hymenoptera (Hautflügler)

Familie: Vespidae (Wespen)

Pestwespe (auch: Brisanzbremse)

Familie: Anobiidae (Klopfkäfer, Pochkäfer)

Tanzender Holzwurm

Entenhausener Klopfkäfer, Gefräßiger Holzwurm

Stamm: Mollusca (Weichtiere)

Klasse: Bivalvia (Muscheln)

Ordnung: Eulamellibranchiata.

Entenhausener Bohrwurm

Klasse: Cephalopoda (Kopffüßer)

Unterklasse: Dibranchiata (Zweikiemer)

Ordnung: Octobrachia (Achtarmige Tintenfische)

Riesenkrake (auch: Riesenpolyp)

Stamm: Echinodermata (Stachelhäuter)

Klasse: Asteroidea (Seesterne)

Ordnung: Forcipulata

Gemeiner Riesenseestern

Stamm: Chordata (Chordatiere)

Reihe: Pisces (Fische)

Klasse: Osteichthyes (Knochenfische)

Familie: Acipenseridae (Störe)

Orakelstör (auch: König der Störe)

Familie: Percidae (Echte Barsche)

Laufbarsch (auch: Fliehender Fisch)

Familie: Salmonidae (Lachsfische)

Möwenfressender Fisch

Familie: Cyprinidae (Karpfenfische)

Fettgoldfisch

Familie: Cyprinidae (Karpfenfische)

Entenhausener Meeres-Zitteraal

Familie: Diodontidae (Igelfische)

Grimmiger Igelfisch

Ordnung: Batrachoidiformes (Froschfische)

Laternenfisch (auch: Leuchtfisch)

Klasse: Chondrichthyes (Knorpelfische)

Ordnung: Squaliformes (Dornhaiartige)

Flossenloser Meerengel

Ordnung: Lamniformes = Selachii (Haie)

Schwarzhai

Hasenzahnhai

Klasse: Reptilia (Kriechtiere)

Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)

Unterordnung: ?Ophidia = ?Serpentes (Schlangen)

Große Seeschlange

Kleine Seeschlange

Ägäische Seeschlange

Zwergseeschlange

Unterordnung: Ophidia = Serpentes (Schlangen)

Familie: Aniliidae (Rollschlangen)

Reifenschlange

Familie: Typhlopidae (Blindschlangen)

Medusische Schlange.

Familie: Viperidae (Vipern und Ottern)

Entenhausener Dickbackenschlange.

Familie: Crotalidae (Grubenottern)

Entenhausener Wüstenklapperschlange

Ordnung: Crocodilia? (Panzerechsen)

Schlafloser Drache

Familie: Crocodylidae (Echte Krokodile)

Rosa Krokodil

Ordnung: Chelonia (Schildkröten)

Familie: Testudinidae (Landschildkröten)

Entenhausener Schildkröte

Steinschildkröte. 4

Familie: Emydidae (Sumpfschildkröten)

Riesen-Meeresschildkröte

Infraklasse: Archosauromorpha

Überordnung: Archosauria

Ordnung: Ornithischia (Vogelbecken-Dinosaurier)

Unterordnung: Ceratopia (Horndinosaurier)

Familie: Ceratopidae

Centrosaurus sp. (auch: Monoclonius)

Triceratops sp.

Unterordnung: Stegosauria.

Familie: Stegosauridae

Stegosaurus sp.

Unterordnung: Theropoda

Infraordnung: Carnosauria

Familie: Allosauridae

Allosaurus sp.

Unterordnung: Sauropodomorpha

Infraordnung: Sauropoda

Familie: Diplodocidae?

Apatosaurus sp.? (= Brontosaurus)

Unterordnung: Theropoda

Infraordnung: Coelurosauria

Familie: Ornithomimidae

Ornithomimus sp.?

Klasse: Aves (Vögel)

Ordnung: Passeriformes (Sperlingsvögel)

Unterordnung: Oscines (Singvögel)

Familie: Fringillidae (Finken)

Entenhausener Reisfink

Entenhausener Schneefink

Badevogel

Familie: Musicapidae (Fliegenschnäpperartige)

Neurotische Nachtigall

Familie: Sturnidae (Stare)

Indischer Plaudervogel

Ordnung: Coraciiformes (Rackenartige)

Familie: Alcedinidae (Eisvögel)

Gieriger Eisvogel

Entenhausener Eisvogel

Familie: Upupidae (Hopfe)

Ostsibirischer Korjakenknacker

Ordnung: Falconiformes (Greifvögel)

Familie: Cathartidae (Neuweltgeier)

Streitgeier

Familie: Accipitridae (Habichtartige)

Doppeladler

Ordnung: Strigiformes (Nachtraubvögel)

Familie: Strigidae (Eulen)

Ohrlose Ohreule

Ordnung: Galliformes (Hühnervögel)

Viereckiges Huhn

Entenhausener Zwerghahn

Ordnung: Anseriformes (Entenvögel)

Goldene Gans

Ordnung: Piciformes (Spechtartige)

Herrenspecht (oder Elfenbeinschnabe7

Lockenschwanzspecht

Familie: Ciconiidae (Störche)

Störrischer Storch.

Familie: Typhonidae (Schriller)

Madegassischer Schabrackenschriller

Ordnung: Procellariiformes (Röhrennasen)

Familie: Procellariidae (Sturmvögel)

Dodo

Ordnung: Psittaciformes (Papageienvögel)

Familie: Psittacidae (Papageien)

Singapore-Papagei

Zählender Papagei

Ordnung: Columbiformes (Taubenvögel)

Reisetaube

Klasse: Mammalia (Säugetiere)

Ordnung: Edentata (Zahnarme)

Familie: Bradypodidae (Faultiere)

Gemeines Faultier

Ordnung: Perissodactyla (Unpaarhufer)

Familie: Rhinocerotidae (Nashörner

Rosenäugiges Nashorn

Unterordnung: ? (Hippomorpha / Pferdeverwandte?)

Einhorn

Ordnung: Artiodactyla (Paarhufer)

Familie: Bovidae (Hornträger)

Urrind

Entenhausener Bergschaf

Famlie: Cervidae (Hirsche)

Entenhausener Elch

Unterordnung: Tylopoda / Schwielensohler

Familie: Camelidae (Kamele)

Entenhausener Dromedar

Zwergdromedar

Plattfuß-Lama

Ordnung: Rodentia (Nagetiere)

Familie: Muridae (Mäuse)

Entenhausener Ratte

Wüstenkeifzange

Familie: Geomyidae (Taschenratten)

Entenhausener Taschenratte auch: Lästiger Gopher)

Familie: Sciuridae (Hörnchen)

Prunkhörnchen

Entenhausener Streifenhörnchen

Texanischer Riesennager

Ordnung: Lagomorpha (Hasentiere)

Familie: Leporidae (Hasenartige)

Entenhausener Kaninchen

Ordnung: Carnivora (Raubtiere)

Familie: Canidae / Hunde

Entenhausener Wolf

Familie: Ursidae (Großbären)

Entenhausener Eisbär

Familie: Felidae (Katzen)

Entenhausener Löwe

Ordung: Cetacea (Waltiere)

Familie: Delphinidae (Delphine)

Mediterraner Mörderwal

Familie: Physeteridae (Pottwale)

Entenhausener Pottwal

Ordnung: Primates (Primaten)

Familie: Pongidae (Menschenaffen)

Wildaffe

Entenhausener Gorilla

Ordnung: ?

Rüsselschnurps

Produkte der Entenhausener Biotechnologie

Systematische Einordnung unklar

Gemeines Mondwesen.

Typ: Symbiotische Lebensgemeinschaft

Irrlicht

Glossar

Literatur

Die Tierwelt Entenhausens im Licht der donaldistischen Forschung

Die donaldistische Forschung, welche sich mit den von Carl Barks (90-000) gezeichneten Berichten befasst, betrachtet die von ihm beschriebene Entenhausener Welt zwar als der unseren sehr ähnlich, jedoch grundsätzlich nicht mit dieser identisch (oder sind Sie schon einmal auf der Straße von einer Ente angesprochen worden?). Das Entenhausener Universum (auch stella anatium, lat. „Entenstern“ genannt) unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich von der uns bekannten Welt (Terra hominum, lat. „Erde der Menschen“). Neben etwas abweichenden Naturgesetzen und einer geringfügig anders gearteten Geographie fällt dem aufmerksamen Leser die außergewöhnliche Tierwelt stella anatiums auf, welche neben auch bei uns geläufigen Tieren eine Vielzahl bei uns bisher unbekannter Arten mit teils äußerst interessanten Eigenschaften beinhaltet (man denke hier nur an den glaszerschrillenden Schabrackenschriller oder die musikinteressierten Seeschlangen).

Das vorliegende Werk befasst sich nun erstmals umfassend mit der Tierwelt Entenhausens. Es soll, ohne dabei den Anspruch auf absolute Vollständigkeit zu erheben, einen möglichst weiten Überblick über diejenigen Tiere geben, welche ausschließlich in der Welt Entenhausens vorkommen, wie sie von Carl Barks beschrieben wurde. Wir haben bewusst davon Abstand genommen, auch jene Tiere in dieses Buch aufzunehmen, die sich nicht signifikant von den uns geläufigen Formen unterscheiden (was den Rahmen dieses Werkes mehr als sprengen würde).

Da in der Entenhausener Welt die Grenzen zwischen intelligEnten Lebewesen und Tieren recht fließend sind, beschränken sich die Autoren ferner auf die nicht intelligEnten Lebewesen, welche der Sprache und vernünftigen Handelns nicht in vollem Umfang von Natur aus fähig sind, und die man daher guten Gewissens als Tiere betrachten darf.

Es wurde von uns versucht, die beschriebenen Tiere in das bekannte biologische System einzuordnen und (schon der Übersichtlichkeit halber) nach Stamm, Klasse, Familie, Gattung und Art etc. zu klassifizieren. Sofern der Barks-Bericht bzw. die Übersetzung durch Frau Dr. Erika Fuchs keinen Trivialnamen oder wissenschaftlichen Namen nennt, wurde dieser jeweils von uns festgelegt (Neuschöpfungen von wissenschaftlichen Namen sind im Text kursiv). Jede untersuchte Art wurde eingehend beschrieben. Auf Farbangaben wurde allerdings weitgehend verzichtet, da die Barks-Berichte hier nicht eindeutig sind. Barks zeichnete nämlich schwarz-weiß; die Kolorierung stammt von fremder (zum Teil leider auch wenig berufener) Hand und schwankt daher von Ausgabe zu Ausgabe beträchtlich.

Bei einigen Arten war die systematische Einordnung schon von der Natur des untersuchten Forschungsobjektes her ziemlich problematisch (oder wo würden Sie z.B. ein Mondwesen oder ein Irrlicht einordnen?); bei anderen Arten wiederum sind nur sehr wenige Tatsachen bekannt, da Barks’ Berichte diese nur am Rande erwähnen. Sicherlich wird die eine oder andere Einordnung auf Widerspruch in den Reihen der donaldistischen oder der zoologischen Forschergemeinde stoßen - wir sehen der kommenden Diskussion jedoch gelassen entgegen (das ist schließlich unser Buch, da können wir machen, was wir wollen!).

Näheres zu einigen Schlagworten, welche im Text auftauchen, sowie zu einigen wesentlichen Fragen der donaldistischen Forschung (die Ihnen wahrscheinlich auf der Zunge brennen) erfährt der geneigte Leser im Glossar am Ende des Buches.

Mannheim/Reilingen/Bremen/Karlsruhe

Im Dezember 2000

Nachtrag zum Vorwort

Dieses epochale Werk erschien ursprünglich als Sonderheft Nr. 40 des "Der Donaldist". Die vorliegende Fassung ist inhaltlich aktualisiert.

Für Hinweise und Anregungen sind die Autoren jederzeit dankbar, am liebsten als Elektrobrief: 313@umluex.de

Reilingen, im Februar 2002


Ein Faible für die Fauna: Entenhausener erforschen die Tierwelt

Wie wir aus den Berichten von Carl Barks wissen, stehen die Entenhausener Bürger mit ihren tierischen Mitgeschöpfen in vielfältiger und lebhafter Wechselbeziehung. Viele der aufgeschlosseneren Zeitgenossen betrachten Tiere nämlich nicht nur als Nutz- und Nahrungsressource, sondern sehen in ihnen Spielgefährten, Hausgenossen oder interessante Objekte für private und wissenschaftliche Studien.

Wie nicht zu anders erwarten ist, stehen die Entenhausener Kinder in puncto Tier-
liebe an erster Stelle. Die kindliche Begeisterung für vierbeinige oder gefiederte Spielkameraden muss dabei allerdings hin und wieder durch geeignete Maßnah
men der Erziehungsberechtigten auf das rechte Maß zurückgeführt werden. Möglicherweise liegt in dieser jugendlichen Beschränkung ein Grund dafür, dass viele Erwachsene ihre Begeisterung für Haustiere später umso ungehemmter ausleben. Überliefert sind Fälle, in denen Kolibris, Ameisenbären und Elefanten als Hausgenossen aufgenommen wurden. Aber auch viele andere freilebende Tiere sind gern gesehene Gäste in den Wohnstuben der Stadtbevölkerung (Abb. und ), wenn es sich nicht gerade um ausgesprochene Schädlinge wie Ratten oder Termiten handelt.

Das Interesse an der heimischen Tierwelt setzt sich unter freiem Himmel nahtlos fort. Erste Anlaufstelle in der urbanen Umgebung ist der Zoologische Garten, ein beliebter Treffpunkt, der uns aus vielen zuverlässigen Berichten bestens vertraut ist. Zweifellos gehört der Zoo zu den Mittelpunkten des öffentlichen Lebens in Entenhausen. In diesem Zusammenhang ist es erwähnenswert, dass der Großindustrielle Dagobert Duck sich einen kostspieligen Privatzoo einrichten ließ, der einiges wahrhaft exotisches Getier beherbergt.

Die faunistische Faszination treibt die Städter sowohl in die freie Natur hinaus, wo sie z.B. prachtvolle Hirsche fotografisch porträtieren, als auch hinein in diverse naturkundliche Vereinigungen, die dem Austausch des erworbenen Wissens dienen. So ist z.B. Daisy Duck Mitglied im renommierten Verein der Naturfreunde, während Donald Vortragstätigkeiten im Naturburschenverein wahrnimmt (Abb. 3).

Der naturkundliche Eifer und die auffällige Wissbegierde gegenüber allem, was mit der Tier- und Pflanzenwelt zusammenhängt, stehen in auffälligem Gegensatz zu den tatsächlich leider vorhandenen Wissenslücken. Man verwechselt zum Beispiel Gartenblumen mit Fleischklopsen (Abb.4),

ebenso Butterblumen mit Tausendschönchen (Abb. 5),

und nicht einmal der Unterschied zwischen Bären und Eichhörnchen ist Donald Duck auf Anhieb geläufig (Abb. 6).

 

 

Besonders bitter ist es für die Jugend Entenhausens, mit ansehen zu müssen, wenn vermeintliche Koryphäen sich als Halbgebildete erweisen (Abb. 7 und 8).

 

 

 

 

 

Angesichts der eigenen Unzulänglichkeiten auf dem Gebiet der Artenkenntnis erscheint es übertrieben, wenn Donald seine drei Neffen mit dramatischer Geste maßregelt, um sie zum Studium sehenswerter Insekten anzuhalten (Abb. 9). Er verkennt, dass die Entenhausener Kinder sowohl an den ökologischen Aktivitäten der Pfadfinderorganisationen als auch am regulären Biologieunterricht in der Schule mit Begeisterung teilnehmen. Der Enthusiasmus, mit dem z.B. Tick, Trick und Track Schulversuche zum Thema Vererbungslehre in ihrer Freizeit weiterführen, belegt eindrucksvoll, dass die fest im Bildungswesen verankerte naturkundliche Elementarerziehung ihr Ziel voll erreicht. Es ist deshalb nur folgerichtig, dass die Zoologie auch im Hochschulbereich, also in Forschung und Lehre, ihren Platz gefunden hat. Hort der biologischen Wissenschaften ist die Universität, wo hochqualifizierte Biologen daran arbeiten, der Tier- und Pflanzenwelt ihre letzten Geheimnisse zu entreißen (Abb. 0).

Auch der Zoologe Dr. Dallesmann genießt - wie alle Entenhausener Akademiker - hohe gesellschaftliche Anerkennung. Insbesondere den Professoren werden überall besondere Vorrechte eingeräumt (Abb. ), und sie werden zu Recht mit Respekt und Hochachtung behandelt (Abb. ).

Allerdings gibt es auch in der Riege der Entenhausener Tiergelehrten ein schwarzes Schaf. Es handelt sich dabei um Professor Schratt-Schierling, dessen Charakter durch übertriebene Sammelleidenschaft verdorben wurde. Bei der Jagd nach einem seltenen afrikanischen Kerbtier erwirbt er sich endgültig einen Ruf als fieser Faunistiker, zynischer Zoologe und schmieriger Schmetterlingsforscher (Abb. 3).

Welchen bescheidenen Beitrag können dagegen Nichtakademiker leisten? Nun, wenn es ein durchschnittlicher Entenhausener Bürger verdient hat, wegen seines zoologischen Wissensdurstes besonders hervorgehoben zu werden, so ist es wohl Donald Duck, ein Mann von einfacher Bildung, der faunistische Phänomene nicht nur zur Kenntnis nimmt, sondern sie auch gewissenhaft hinterfragt - zum Beispiel, wenn er in buchstäblich allen Lebenslagen intensive Überlegungen zur Herkunft und Verbreitung heimischer und fremdländischer Tierarten anstellt (Abb. 4 und 5).

 

 

 

 

 Mit der Erwähnung, dass Donald Duck in seiner spärlichen Freizeit Fotografien für die Staatliche Vogelwarte anfertigt, schließt sich der Kreis (Abb. 6). Auch in Entenhausen arbeiten also Universitätsangehörige, Naturschutzverwaltung und hochmotivierte Privatleute Hand in Hand an der Erforschung der heimischen Tierwelt. Insbesondere Donalds nachahmenswertes Engagement schlägt eine Brücke zwischen naiv-schwärmerischem Zeitvertreib und seriöser zoologischer Dokumentation, die für den wissenschaftlichen Fortschritt so wertvoll ist. Einmal mehr zeigen uns die Berichte von Carl Barks somit in beeindruckender Weise auf, wie wir von der Entenhausener Lebensart lernen können.

Peter Jacobsen


Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)

Klasse: Scyphozoa

Ordnung: Semeostomeae (Fahnenquallen)

Pazifische Riesenqualle

Submarina menthophaga

Das Vorkommen der pazifischen Riesenqualle ist nach bisherigen Erkenntnissen auf das Seegebiet um die Insel Rippan Taro beschränkt. Sie erreicht einen Schirmdurchmesser von deutlich über 30 m, ihre zahlreichen Tentakel werden sogar noch länger. Es ist nicht bekannt, von welchen Beutetieren die Riesenqualle normalerweise lebt. Es dürfte sich aber vorwiegend um Beutetiere handeln, deren Körpermaße der Größe der Riesenqualle angemessen sind (z.B. Wale).

Obwohl die Riesenqualle eigentlich keine übermäßig aggressive Lebensform darstellt (sie jagt nicht aktiv, sondern lässt sich treiben), kann es geschehen, dass sie versehentlich versucht, ein Unterseeboot zu verzehren. Hierzu ist sie natürlich nicht wirklich in der Lage, aber sie kann es auf unbestimmte Zeit festhalten, was ihre für ein Hohltier immensen Körperkräfte bezeugt (in Ermangelung eines Gehirnes sind Quallen bekanntlich nicht sehr intelligent).

Die Qualle kann glücklicherweise leicht zum Loslassen bewegt werden. Erstaunlicherweise hat die Riesenqualle nämlich eine (für Quallen sehr ungewöhnliche) Vorliebe zu Pfefferminzbonbons entwickelt. Da sie nun für Pfefferminzbonbons alles liegen und stehen lässt, kann sie durch Verfüttern einer Kiste Bonbons abgelenkt werden. Die Gier nach Pfefferminzbonbons (besonders die der gestreiften Sorte) kann die Riesenqualle sogar dazu veranlassen, ihr heimatliches Element kurzzeitig teilweise zu verlassen.

Vermutlich ist die Qualle nur deshalb so sehr auf Pfefferminzbonbons versessen, weil sie instinktiv erkennt, dass ein Lebewesen ihrer Größe auf energiereiche Nahrung angewiesen ist und den in den Bonbons enthaltenen Zucker gut gebrauchen kann. Wahrscheinlich erspart der Verzehr einer Kiste Bonbons in etwa die Erbeutung eines mittelgroßen Wales (denn was ist schon energiereicher als dickmachende Süßigkeiten?). Zudem lassen sich Bonbons wesentlich leichter und schneller verdauen als große Wirbeltiere mit beträchtlichem Fettgehalt.

 „Die Spitzen der Gesellschaft“ U$ 4 (bzw. TGDD 55, p. 58-60 und p. 65)


  Klasse: Anthozoa

Unterklasse: Octocorallia (Achtstrahlige Korallen)

Ordnung: Gorgonaria (Hornkorallen)

Schwimmkoralle

Pelagocorallium insularis

Die Schwimmkoralle ist eine stockbildende Koralle, die starke Verästelungen ausbildet. Ihr Skelett besteht aus hornig-kalkiger Substanz. Ihr Verbreitungsgebiet sind die warmen Gewässer des Südpazifiks. Die Schwimmkoralle ernährt sich wie alle Korallen von Plankton, das sie aus dem Wasser aufnimmt.

Obwohl die Schwimmkoralle zunächst am Meeresboden verankert wächst (wie eigentlich alle anderen Korallen), entwickelt der Korallenstock im Laufe seines Lebens immer mehr Auftrieb. Dieser Auftrieb wird durch im sehr leicht gebauten Skelett eingelagerte Gasblasen erzeugt. Schließlich löst sich der Korallenstock vom Meeresboden und wächst an der Meeresoberfläche treibend weiter. Im Normalfall beschränkt sich die Ausdehnung einer solchen schwimmenden Korallenkolonie auf wenige Meter, da die Stabilität eines solchen Gebildes mit zunehmender Größe abnimmt. Diese Gebilde werden oft mit normalem Treibgut verwechselt. In seltenen Fällen aber kann über einen langen Zeitraum hinweg eine schwimmende Insel von beträchtlichen Ausmaßen (einige hundert Meter Länge) entstehen. Diese Insel erhebt sich dann deutlich über die Wasseroberfläche, da abgestorbene (leichte) Schichten von Korallen von den lebenden Bereichen des Korallenstocks (bzw. deren Auftrieb) nach oben gedrückt werden. Je nach Dauer des Bestehens der Insel kann diese von Pflanzen besiedelt werden und das Aussehen einer normalen Koralleninsel annehmen. Trotzdem kann eine schwimmende Insel nicht auf Dauer Bestehen, da sie den Naturgewalten schutzlos ausgeliefert ist. Ein einziger heftiger Wirbelsturm kann genügen, um die Insel wieder auf das Maß eines Fässchens zu reduzieren.

WDC 6, TGDD 7/2 "Die schwimmende Insel", BL-WDC 38



Stamm: Annelida (Ringelwürmer)

Klasse: Clitellata (Gürtelwürmer)

Ordnung: Oligochaeta (Wenigborster)

Kettenwurm (auch: Wunderwurm)

Lumbricus piscator                

Der Kettenwurm ist Produkt der Entenhausener Biotechnologie. Es handelt sich bei ihm um einen durch gezielte Züchtung entstandenen Abkömmling (Patent Daniel Düsentrieb) des gewöhnlichen Regenwurmes (Lumbricus terrestris).

Äußerlich unterscheidet er sich nur geringfügig von normalen Regenwürmern. Lediglich die sonst bei Regenwürmern auffallende Verdickung (Clitellum) ist bei ihm weniger deutlich ausgeprägt. Daneben wurden ihm zwei lichtempfindliche Sensorbereiche am Vorderende angezüchtet.

Das Besondere am Kettenwurm ist sein bei Würmern sonst nicht übliches Verhalten, insbesondere seine Fähigkeit zur Kooperation. Die Kettenwürmer wandern spontan prozessionsartig ins Gewässer und locken Beutegut an. Sobald ein Fisch einen distalen Wurm schnappt, bildet die gesamte Wurmkolonne durch Ineinanderhaken schließlich eine Kette; die Wurmkette zieht den Fisch an Land. Bei größeren Fischen können mehrere Wurmkolonnen zusammenarbeiten. Ist das Beutetier an Land gezogen, löst sich die Kette, und die Würmer beginnen als Kolonne einen erneuten Beutezug. Der Reiz zur Kettenbildung kann auch an Land durch Berühren eines distalen Wurms ausgelöst werden, was ein Bergen der Tiere unterbindet. Einmal ausgesetzte Tiere sind also bis zu ihrem Absterben unentwegt auf Beutejagd. Die Lebensdauer kann von ihrem Züchter fast minutengenau auf zwölf Stunden terminiert werden. Durch dieses rasche Ableben konnte in Entenhausen die ökologische Katastrophe in Grenzen gehalten werden, als fahrlässig freigesetzte Kettenwürmer den Gumpensee leerfischten.

Es liegt nahe, dass es sich trotz des frühen Zeitpunktes der Überlieferung des Berichtes (Entstehungsjahr 952!) um eine gentechnisch hergestellte Spezies handelt, denn ein soziales, fast schon an staatenbildende Insekten erinnerndes Verhalten beim Fischfang ist bei niederen Tieren auf diesem Planeten wie auch in Entenhausen ansonsten völlig unbekannt. Das bizarre Verhalten dient weder dem Nahrungserwerb noch der Fortpflanzung. Die punktgenaue Vorhersagbarkeit des Absterbens lässt auf einen speziellen Suizidmechanismus schließen.

Dem Entenhausener Sprachgebrauch zufolge sind die Wunderwürmer übrigens "Weichtiere", was zwar zoologisch nach unseren Begriffen nicht korrekt ist, aber den von Plum (985) entdeckten Gepflogenheiten der Entenhausener Tiersystematik (Klassifikation durch Alliteration) sehr gut entspricht.

„Die Wunderwürmer“ WDC 53A (bzw. TGDD 23, p. 26-30), BL-WDC 23/4

Plum, T. (985): Alliteration im Tierreich - Der Stabreim in seiner Funktion als zoologische Klassifikationsmethode.- Der Donaldist 54: 39-4.


Stamm: Arthropoda (Gliederfüßer)

Klasse: Crustacea (Krebse)

Ordnung: Decapoda (Zehnfüßige Krebse)

Unterordnung: Reptantia

Sechsbeinige Strandkrabbe

Carcinus tauroides               

Die sechsbeinige Strandkrabbe wird 0 bis 5 cm groß und bewohnt die Strände Entenhausens. Obwohl von weitgehend typisch krabbenartigem Äußeren, weist sie einige gravierende Unterschiede zu den uns bekannten Krabben auf. Ihr deutlichstes Erkennungsmerkmal sind die nur vier Beinpaare (drei Laufbeinpaare plus ein Scherenbeinpaar). Normalerweise besitzen Dekapoden fünf derartige Beinpaare. Die sechs Laufbeine sind übrigens kein Zeichen für eine nahe Insektenverwandtschaft, sondern wohl eher auf das Entenhausentypische Phänomen der Reduktion der Anzahl von Gliedmaßen (meist Fingern) zurückzuführen. Die sechsbeinige Strandkrabbe verfügt über zwei starke, gleich große Scheren, die sie zur Selbstverteidigung wie auch zum Futtererwerb gebraucht. Im Gesichtsbereich besitzt sie zwei gestielte Augen. Die Mundwerkzeuge (Antennen; Mandibeln; Maxillen; etc.) sind zu zahnartigen Gebilden reduziert, die in einem beweglichen Mund (ähnlich dem von Wirbeltieren) sitzen. Dieser Mund befähigt die Krabbe zu einer gewissen Mimik, der sie bei Wutausbrüchen durch Scharren mit den Hinterbeinen und dem Ausstoß schnaubender Geräusche Nachdruck zu verleihen versteht.

U$ 7/3; „Ohne allen Apparat“ BL-DÜ , p. 28

WDC 274; „Zurück zur Natur“ in BL-WDC 47/6, p. 53


Klasse: Arachnida (Spinnentiere)

Ordnung: Araneae (Spinnen)

Familie: Filistatidae (Lochröhrenspinnen)

Haarige Zweiaugenspinne

Dioszeghya bioculata                      

Die Haarige Zweiaugenspinne ist eine Bewohnerin der Wüstengebiete im weiteren Umfeld der Stadt Entenhausen. Sie hat in etwa die Größe einer Glühbirne. Kopf, Thorax und Abdomen sind bei ihr in etwa gleich groß und stark behaart. Der Kopf trägt nur zwei Augen (Linsenaugen!), die Mundwerkzeuge sind reduziert und zu einem wirbeltierähnlichen Mund umgebildet. Die Haarige Zweiaugenspinne haust in selbstgebauten unterirdische Röhren, die sie mit einem Deckel verschließt. Dort lauert sie ihren Opfern auf. Bei Störung durch Eindringlinge reagiert die Zweiaugenspinne ungehalten und verteidigt vehement ihren Bau.

Bei der Zweiaugenspinne liegt ein ungewöhnlich ausgeprägter Fall von nicht genau festgelegter Anzahl der Gliedmaßen vor. Während sie normalerweise über acht Beine verfügt, so kann sich bei Erregung die Anzahl der Beine (beim selben Individuum) plötzlich auf sechs reduzieren. Möglicherweise handelt es sich hierbei um ein der sogenannten „spontanen Polydaktylie“ (s.d.) mancher Entenhausener Wirbeltiere vergleichbares Phänomen. Die Reduktion der Anzahl von Gliedmaßen begegnet uns in Entenhausen des öfteren. So ist sie bei Arthropoden u.a. auch bei Skorpionen (Abb.: sechsbeiniger Skorpion) und Insekten belegt.

U$ 8/3; „Fataler Rechenfehler“ BL-DÜ p. 31


Klasse: unsicher

Familie: Multipodae (Vielfüßer)

Grauenhafter Vielfuß (auch: Räupchen)

Multipes horridus

Der Grauenhafte Vielfuß (von Herrn Duck fälschlich als „Räupchen“ gedeutet), ist ein vermutlich dem Tausendfüßler nahestehendes Tier von geringer Körpergröße (ca. 5 cm). Er ist ein typischer Bewohner der Entenhausener Gärten, auch wenn sein Bekanntheitsgrad nur gering ist. Dies ist allerdings auf seine weitgehend verborgene Lebensweise zurückzuführen, über die fast nicht überliefert ist.

An seinem deutlich abgesetzten, warzigen Kopf trägt der Vielfuß zwei Antennen, welche jeweils mehrfach baumartig verzweigt sind. Die Mundöffnung ist groß und mit zahnähnlichen Gebilden versehen, welche sich nur schwerlich mit den bekannten Mundwerkzeugen anderer Arthropoden homologisieren lassen. Die anatomische Zuordnung der mehrfach gespaltenen „Zunge“ ist ebenfalls unklar. Oberhalb der Schlundöffnung befinden sich zwei paarige Gruben unbekannter Funktion, darüber die beiden (relativ kleinen) Linsenaugen. Das erste Segment nach dem Kopf ist beinlos, alle weiteren Segmente tragen vermutlich jeweils ein Beinpaar. Die gegliederten Beine sind an ihren Enden in je zwei kräftige Krallen gespalten (möglicherweise deutet dies auf eine Verwandtschaft zu den Pauropoden). Der Körper ist insgesamt mit schütter verteilten Borsten besetzt. Die Absonderung von Sekrettröpfchen aus der Mundöffnung könnte auf eine äußere Verdauung hinweisen.

Sein physisches Erscheinungsbild stellt den Vielfuß zwar in die weitere Verwandtschaft der Tausendfüßler, jedoch könnten einige Merkmale auch auf eine mögliche Einordnung als Proarthropode hindeuten (Proarthropoden sind eine Art Bindeglied zwischen Ringelwürmern und Gliederfüßern). Der Aufbau des Kopfes scheint einige Parallelen zu den nachfolgend beschriebenen Arten (Pfeilnäsiger Erdfloh und Stachelhäutige Blattwanze) aufzuweisen. In wie weit hier allerdings eine Verwandtschaft besteht ist mehr als unklar. Sein erschreckendes Äußeres zeigt der grauenhafte Vielfuß übrigens ausschließlich unter dem Mikroskop bei 100-facher Vergrößerung. Trotz seines Namens ist er für Lebewesen über 1 cm Größe völlig harmlos.

WDC 61; „Die großen Detektive“ MM 30/58; MM 47/90; BL-WDC 6/5

Harms, K: Erstaunliche Erkenntnisse Entenhausener Entomologie, DD 75


Familie: Curropulexidae (Rennflöhe)

Pfeilnäsiger Erdfloh

Gammus diptherocus Barks 1958

Der Pfeilnäsige Erdfloh ist ein insektenähnliches Lebewesen von mikroskopischer Größe. Über Verbreitungsgebiet und Lebensweise ist so gut wie nichts bekannt. Sicher ist jedoch, dass der Pfeilnäsige Erdfloh ein sehr schneller Läufer ist. Diese Tatsache wird gerne zur Veranstaltung von „Insektenrennen“ gegen unterlegene Gegner genutzt. Obwohl sein morphologischer Aufbau deutlich sichtbar ist, kann dieser nur schwer gedeutet werden, da die Abweichungen vom allgemein recht starren Bauschema der Insekten erheblich sind. Der gut abgrenzbare Kopf trägt einen in einen nach vorne gerichteten Widerhaken auslaufenden Pfeil, der vom übrigen Kopf äußerlich nicht zu trennen ist. es handelt sich dabei also vermutlich nicht um ein Mundwerkzeug im eigentlichen (Insekten-) Sinn. Solche finden sich in Form zahnähnlicher Gebilde im oberen Mundteil. Die „Zunge“ ist als Rudiment der unteren Kauwerkzeuge aufzufassen. Antennen fehlen, stattdessen sitzen sieben langgezogene Hautlappen auf dem Kopf. Der Hinterkopf wirkt bepelzt. Die zwei Augen scheinen Linsenaugen zu sein. Das Brustteil ist für Insekten völlig atypisch, aber gut abgrenzbar. Hinter dem Kopf befindet sich ein Segment, das unbepelzt und nach unten dunkel gefärbt ist. Es folgen fünf Segmente, die nur auf dem Rücken abgrenzbar sind. An diesem Körperabschnitt sitzen diffus verteilt sechs Beine, die keine Gliederung aufweisen und unten in vier Krallen auslaufen. Flügel oder deren Ansätze sind nicht vorhanden. Es könnte sich hier vielleicht um eine rein äußerliche Segmentverdoppelung (sechs Einschnürungen bei drei Segmenten, die den drei Beinpaaren entsprechen würden) handeln, wie man sie z.B. von manchen Ringelwürmern kennt. Diese Hypothese ist jedoch unsicher, weil solch ein Vorgang bei Gliederfüßern bisher nicht nachgewiesen wurde (zudem würde das den Erdfloh aus dem Stammbaum der Insekten herauskatapultieren). Der Hinterleib des Erdflohs ist stummelförmig und unsegmentiert, aber mit ähnlichen Hautlappen wie der Kopf versehen.

Die Tatsache, dass bestimmte Insektenmerkmale (wie z.B. die Dreigliederung des Körpers mit sechs Beinen, die am Brustteil entspringen) vorhanden sind, lässt zu, den Erdfloh als eine durch zahlreiche Sondermerkmale geprägte Übergangsform zwischen Tausendfüßlern und primitiven Insekten zu postulieren. Der Pfeilnäsige Erdfloh gehört also vermutlich wie auch seine Verwandte die Stachelhäutige Blattwanze (Buggus ostecrockus) und Grauenhafter Vielfuß; (s.d.), einer Tiergruppe an, die in unserer Welt noch völlig unbekannt ist.

Der Erdfloh ist somit stammesgeschichtlich sehr alt.

"Poor loser", DD 79; ohne Titel -MM 45/62;

Harms: Erstaunliche Erkenntnisse Entenhausener Entomologie, DD 75

Abb.: Pfeilnäsiger Erdfloh (links) und Stachelhäutige Blattwanze (rechts)


Stachelhäutige Blattwanze

Buggus ostecrockus Barks 1958

Die Stachelhäutige Blattwanze ist keine Wanze, sondern wie auch ihr Verwandter, der Pfeilnäsige Erdfloh (Gammus diptherocus; s.d.), ein insektenähnliches Lebewesen von mikroskopischer Größe über dessen Lebensweise so gut wie nichts bekannt ist. Äußerlich ist die stachelhäutige Blattwanze vom Erdfloh auf den ersten Blick sehr verschieden, aber die spezifischen Merkmale, die für eine ungewöhnliche Einordnung des Erdflohs in die Systematik sprechen, sind bei der Blattwanze sehr ähnlich. Das ist Grund genug, anzunehmen, beide Arten seien nahe verwandt, und zwar möglicherweise auf Familien- oder sogar Gattungsniveau. Die Blattwanze kann sich ähnlich schnell fortbewegen wie der Erdfloh. Der Kopf ist bizarr gestaltet. Nach vorn ist ein breit schnabelförmiger Fortsatz entwickelt, der in einem kühlergrillartigen Wulst endet. Die in der Mundöffnung befindlichen zahlreichen spitzen, zahnartigen Gebilde, sind analog dem Erdfloh als umgeformte Mundwerkzeuge zu deuten, ähnliches gilt auch für die „Zunge“. Die beiden Augen sind Linsenaugen, die Antennen dreizackig gegabelt und starr. Die ohren- und auspuffartigen Gebilde am Kopf sind als Auswucherungen der Haut, möglicherweise als Drüsenöffnungen unklarer Funktion zu interpretieren. Ziemlich deutlich wird die Verwandtschaft von Erdfloh und Blattwanze bei der Betrachtung des Brustabschnittes. Das erste Segment nach dem Kopf ist bei beiden Arten äußerlich gleich. Der Rest des Brustteils der Blattwanze ist dann aber ohne erkennbare Segmentierung, voluminös und mit einer Doppelreihe Dornen bewehrt. Die drei Paar Extremitäten sind denen des Erdflohs sehr ähnlich und lediglich mit zusätzlichen Hautlappen versehen. Letztere befinden sich auch am Hinterleibsabschnitt, welcher der Brust breit ansitzt und lang, dünn und lappig ist.

"Poor loser", DD 79; ohne Titel -MM 45/62;

Harms: Erstaunliche Erkenntnisse Entenhausener Entomologie, DD 75


Klasse: Insecta = Hexapoda (Insekten)

Unterklasse: Pterygota (Geflügelte Insekten)

Ordnung: Hymenoptera (Hautflügler)

Gesittete Ameise

Formica civilisata                

Die Gesittete Ameise ist ein staatenbildendes Insekt von geringer Körpergröße (die hier ebenfalls abgebildeten Personen sind stark verkleinert). Sie weist, wie alle Insekten, eine Körpergliederung in Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen) auf. Am Brustsegment befinden sich drei Beinpaare, von denen das vordere zum Greifen von Nahrung verwendet wird. Flügel sind bei den Arbeiterinnen nicht und bei den Geschlechtstieren (Königin) nur anfänglich vorhanden.

Der wesentlichste körperliche Unterschied zu den uns bekannten Ameisen liegt eindeutig im Bereich des Kopfes. Während das Vorhandensein von zwei Antennen noch als normal betrachtet werden kann, ist die Ausbildung der optischen Organe und des Mundbereiches stark abweichend. Die Gesittete Ameise hat keine Facettenaugen, sondern eindeutig zwei Einzelaugen mit Linse. Dies ist ein bei Entenhausener Insekten relativ häufig anzutreffendes Phänomen und daher nicht so ungewöhnlich, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Die Linsenaugen stellen somit keinen Widerspruch zur Einordnung als Insekt dar. Die insektenüblichen Mundwerkzeuge (Mandibeln, Maxillen) der Gesitteten Ameise sind vollkommen reduziert, es haben sich dafür bewegliche Ober- und Unterkiefer ausgebildet (die Gesittete Ameise kann dennoch sehr schmerzhaft zubeißen). Die Nahrungsaufnahme wird durch einen zungenähnlichen Muskel unterstützt.

Die Gesittete Ameise hat ein erstaunliches Organisationsniveau ihres Staates erreicht. Obwohl das Einzeltier als nicht intelligent betrachtet werden muss, herrschen im Ameisenstaat einigermaßen gesittete Umgangsformen (daher: Gesittete Ameise). So wird z.B. die Nahrung in ihrem unterirdischen Bau an einer Tafel in einem gemeinsamen Speisesaal unter dem Vorsitz der Königin eingenommen. Als Teller dienen hierbei kleine Blätter. Es ist sogar üblich, tierische Nahrung auf diesen mit Soßen anzurichten. Wie alle Ameisen vergisst die Gesittete Ameise jedoch jegliche Umgangsformen, wenn sie die Gelegenheit erhält, an Zucker zu gelangen.

Geschrumpfte Millionen“ U$ 33/2; KA 46, p. 30-36; BL-OD 19/1


                Ordnung: Coleoptera (Käfer)

Gurkenmurkser / Grüner Gurkenwurm

Ciller gurcae Fuchs 1960 (syn. Deflator dextrospirillus Barks 1957)

 

Kein Insekt des Planeten, welcher Entenhausen beherbergt, ist besser erforscht als der Gurkenmurkser. Obwohl er wichtige Abweichungen zum Bauplan der Käfer der Erde zeigt, kann er als Paradigma eines Insekts auf Stella Anatium dienen. Der Körper ist unterteilbar in Kopf, Thorax und Abdomen. Die beiden letztgenannten Körperteile bestehen jeweils aus drei deutlich gegliederten Segmenten, wobei das Abdomen ohne Anhänge oder Extremitäten ist. Das erste Brustsegment trägt einen Dorsalschild, das zweite Segment die über den Hinterleib hinausragenden, punktgemusterten Flügeldecken. Außerdem verfügt jedes Brustsegment über ein deutlich gegliedertes Beinpaar. Der Kopfabschnitt trägt zwei fadenförmige Fühler sowie direkt unterhalb von ihnen zwei Linsenaugen (unter Insekten Stella Anatiums sind Facetten- wie auch Linsenaugen regelmäßig anzutreffen). Die Mundwerkzeuge sind (auch für Entenhausener Verhältnisse) einzigartig: Es ist ein (rechtsgewundener) Drillbohrer ausgebildet, der nach einem Rotationsprinzip funktioniert (einmalig unter den Eukaryonten!). Durch Eindringen des Mundbohrers in die Schale ihres Nahrungsguts (vornehmlich oder ausschließlich Gurken) und Entfernen des Bohrkerns bricht der Turgor der Gurke zusammen. Der Bohrer wird auch als Waffe gegen Feinde eingesetzt.

Des Gurkesnmurksers Heimat ist das Amazonasbecken Südamerikas (Region Qualma Vista, Rio Fibro / Punta Obscura; besonders das sogenannte „Verbotene Tal“). Die Art wurde infolge eines Sabotageversuchs nach Entenhausen eingeschleppt. Sie ist ein wichtiger Schädling an Gurken, mit der "Vernichtung der gesamten Gurkenernte" Entenhausens wurde zeitweise gerechnet. Das Insekt weist eine außerordentliche Insektizidtoleranz auf. Die Herkunft dieser Insektizidtoleranz ist weitgehend ungeklärt. In seinem natürlichen Lebensraum kommt der Gurkenmurkser kaum mit künstlichen Insektiziden in Berührung. Möglicherweise existiert in seinem Verbreitungsgebiet ein bisher unentdecktes Gurkengewächs, welches sich mit natürlichen Insektiziden gegen den Gurkenmurkser zu schützen versucht. Aufgrund der Insektizidtoleranz kann man des eingeschleppten Gurkenmurksers nicht auf chemischem Wege Herr werden. Als sogenannter "natürlicher Feind" existiert jedoch die Pestwespe (Vespa pestilentiafera; s.d.). Nach derzeitigem Kenntnisstand ist Folgendes belegt: durch eine infektiöse Durchseuchung ("Wespenpest") mit der Pestwespe als Überträger, bricht eine durch den Befall von Gurken-Monokulturen ins Übermaß angeschwollene Gurkenmurkserpopulation zuverlässig zusammen. Ein Gurkenmurkserbefall von Gurkenpflanzungen lässt sich also am besten auf rein biologische Weise bekämpfen.

DD 54, „Die Gurkenkrise“ MM 16-19/77 und „Das Verbotene Tal“ BL-DD 22

[Anm.: Zwei divergente Fuchs-Fassungen]

Harms: Erstaunliche Erkenntnisse Entenhausener Entomologie, DD 75


Ordnung: Lepidoptera (Schmetterlinge)

Motty

Monarchus moribundus Fuchs 1994 (syn. Almostus extinctus Barks 1948) 

Der Monarchus moribundus ist der seltenste aller seltenen Schmetterlinge überhaupt. Es existieren nur noch wenige Exemplare in ihrem natürlichen Lebensraum, einer entlegenen Region am Oberlauf des Whambesi im dunkelsten Afrika. Sein Trivialname „Motty“ entstammt der Sprache der eingeborenen Bevölkerung und bedeutet vermutlich soviel wie „schreiend bunter Schmetterling, der über Krokodile fliegt“. Seine Seltenheit liegt zum Teil wahrscheinlich an der Tatsache, dass seine Raupen große Wärme benötigen, um sich verpuppen zu können. Dies ist somit nur an sehr exponierten Orten möglich, was Fressfeinden dann einen leichten Zugriff gewährt. Deshalb geht die Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling beim Monarchus moribundus ungewöhnlich schnell vonstatten. Das ausgewachsene Tier verfügt an seinem Kopf über zwei sehr lange Antennen („Fühler“). Der Hinterleib besteht aus einer für Schmetterlinge ungewöhnlich hohen Anzahl von Segmenten, nämlich insgesamt zehn Stück (möglicherweise ein weiterer Hinweis auf die natürliche Überlegenheit des Dezimalsystems?). Die Flügel weisen eine äußerst farbenprächtige Zeichnung auf.

Da der Monarchus moribundus (aufgrund seiner extremen Seltenheit und seiner Farbenpracht) in Kreisen fanatischer Entenhausener Schmetterlingssammler ungefähr das darstellt, was die „blaue Mauritius“ für den Briefmarkensammler ist, wird der Monarchus moribundus aufs Äußerste in seiner Existenz bedroht. Obwohl in Sammlerkreisen gerüchteweise behauptet wird, es gebe womöglich nur noch ein einziges Exemplar dieses Schmetterlings (was natürlich übertrieben ist und so nicht zutreffen kann), wird der Monarchus moribundus mit hoher krimineller Energie rücksichtslos verfolgt und dabei sein Aussterben in Kauf genommen. Dies mag zeigen, dass auch auf Stella Anatium in ökologischer und naturschützerischer Hinsicht nicht alles zum Besten steht. Häufig wird hier die Natur nur aus der Perspektive der möglichst gewinnbringenden Ausbeutung betrachtet und Tiere zudem noch aus reiner Sammelwut verfolgt. So wird z.B. auf etliche seltene Schmetterlinge der gemäßigten Breiten ebenfalls rücksichtslos Jagd gemacht. Zu diesen zählen insbesondere der purpurrote Pippus conippus, der Nocturnusfalter Falteus frivolis sowie Abraxas ambulantus und Collapsus caporis, welche alle durch Schmetterlingssammler gnadenlos verfolgt werden. Unverständlicherweise wird dieses Tun auch noch durch erzieherische Instanzen Entenhausens (wie z.B. Biologielehrer) gutgeheißen.

„Eine Story aus dem dunklen Erdteil“ MOC 20; MM 24-26/94; BL-DD 14/1

Harms: Erstaunliche Erkenntnisse Entenhausener Entomologie, DD 75


Ordnung: Isoptera (Termiten)

Entenhausener Termite (auch: Afrikanische Weiße Ameise)

Termita blanca enorma Fuchs 1953 (syn. Antofagasta sp. Barks 1951)

Es handelt sich hierbei um eine staatenbildende Insektenart des afrikanischen Kontinents Stella Anatiums. Die Trivialbezeichnung "weiße Ameise" sollte nicht hindern, diese Art dennoch den an völlig anderer Stelle der Insektensystematik befindlichen Termiten zuzuordnen, wie auch die in Entenhausen belegte wissenschaftliche Bezeichnung bestätigt. Die Färbung ist denn auch trotz des Namens dunkel. Die Tiere folgen im Körperbau einem typischen Insektenbauplan. Arbeiterinnen sind grundsätzlich ungeflügelt.

Die in Erregung versetzten Tiere können mit ihren Mundwerkzeugen zischende Geräusche erzeugen. Diese dienen evtl. zur Koordination der Nahrungssuche.

Die Ernährung besteht vermutlich vorwiegend aus Holz und dessen Derivaten wie Papier: "Sie sind imstande, einen Baumstamm in 10 Minuten durchzufressen." Obwohl sie also potentiell gefährliche Holzschädlinge sind, werden sie in Entenhausener Tierhandlungen in zerbrechlichen Terrarien angeboten. Wenn es ihnen durch Zugabe von Honig schmackhaft gemacht wird, so verschmähen diese Termiten auch ein größeres Knäuel Bindfaden nicht als Mahlzeit.

WDC 141; TGDD 12 „Die Intelligenzstrahlen“, BL-OD 11/1

U$ 15;TGDD 78 „Der zweitreichste Mann der Welt“; p. 60 


Ordnung: Diptera? (Zweiflügler)

Amazonasmücke

Archaeoculex tetrapteroides

Die Amazonasmücke ist keine typische Stechmücke, auch wenn ihre Lebensweise die einer solchen ist. Ihre Körpergröße überschreitet normalerweise 5 mm nicht (das abgebildete Exemplar wurde durch ein künstliches Wachstumshormon beeinflusst). Ihr Verbreitungsgebiet liegt in einem kleinen Bereich der Amazonasregion im Stammesterritorium der Muskateller-Indianer.

Sie weist, wie viele andere Insekten Stella anatiums auch, statt insektentypischer Komplexaugen zwei Linsenaugen auf, die mit Lidern verschließbar sind. Ihr relativ großer Kopf sitzt (für Insekten eher untypisch) auf einem kurzen Hals. Der Kopf ist von zwei kurzen Antennen gekrönt. Die Mundwerkzeuge sind zu stechenden und mit Widerhaken versehenen Instrumenten umgebildet.

Was die Amazonasmücke von allen anderen Stechmücken und überhaupt allen anderen Dipteren grundlegend unterscheidet, ist das Vorhandensein eines nicht umgebildeten zweiten Flügelpaares. Da somit vier Flügel vorhanden sind, scheint die Einordnung unter die Zweiflügler auf den ersten Blick als ungerechtfertigt. Sie ist auch nur als provisorisch zu betrachten, geschah jedoch nicht ohne Grund. Vermutlich handelt es sich bei der Amazonasmücke nämlich um eine Art lebendes Fossil bzw. ein lange Zeit unbekanntes Bindeglied in der Evolution der Zweiflügler. Die Amazonasmücke ist zudem ein Insekt, das Merkmale der hochentwickelten Zweiflügler mit urtümlicheren (primitiveren) Merkmalen verbindet.

U$ 39; TGDD 51 „Eine würzige Geschichte“; p. 26


Ordnung: Hymenoptera (Hautflügler)

Familie: Vespidae (Wespen)

Pestwespe (auch: Brisanzbremse)

Vespa pestilentiafera Fuchs 1960

Die Pestwespe (oft auch fälschlich als „Brisanzbremse“ bezeichnet) ist ein seltenes Insekt der Amazonasregion. Ihr Vorkommen deckt sich weitgehend mit dem Verbreitungsgebiet des Gurkenmurksers (Ciller gurcae; s.d.), dessen natürlicher Feind sie ist Es liegt am Amazonas in der Region Qualma Vista, Rio Fibro / Punta Obscura (besonders im sogenannten „verbotenen Tal“). Die Pestwespe ist von nur relativ geringer Körpergröße (unter 1 cm). Obwohl sie als ein Mitglied der echten Wespen gilt, bedient sie sich zum Zwecke der Fortpflanzung brutparasitischer Methoden (ähnlich wie z.B. die Schlupfwespen). Sie legt ihre Eier ausschließlich in Exemplare des Gurkenmurksers. Die ausgeschlüpften Larven ernähren sich dann von ihrem Wirt und töten diesen schließlich. Das äußere Erscheinungsbild dieses Vorganges ähnelt dem einer Krankheit und wird daher als „Wespenpest“ bezeichnet, obwohl es sich eigentlich um einen Parasitenbefall handelt. Eine einzige Pestwespe ist in der Lage, zahllose Gurkenmurkser auf diese Art zu infizieren (in der Tat ist die Zahl der Nachkommen der Pestwespe direkt vom Angebot an Gurkenmurksern abhängig). Daher ist die Pestwespe nicht nur der natürliche Gegenspieler des Gurkenmurksers, sondern die Populationen von Gurkenmurksern und Pestwespen sind eng miteinander verflochten, da keiner ohne den anderen existieren kann. Ohne Populationskontrolle durch die Pestwespe würden die Gurkenmurkser nämlich in ihrem engen Lebensraum rasch die eigene Nahrungsgrundlage vernichten. Daneben ist der Gurkenmurkser als Schädling von Gurkengewächsen ein Nahrungskonkurrent der erwachsenen Pestwespe, die sich ebenfalls von einheimischen Gurkenpflanzen (allerdings von anderen Pflanzenteilen) ernährt, ohne jedoch dabei einen dem Treiben des Gurkenmurksers vergleichbaren Schaden anzurichten. Die Pestwespe schlägt also mit ihrer Fortpflanzungsmethode praktisch „zwei Fliegen mit einer Klappe“. Sie sichert die Ernährung ihres Nachwuchses und hält so zugleich die Zahl der Gurkenmurkser niedrig und damit auch die Zahl ihrer unmittelbaren Nahrungskonkurrenten. Dies mag eine Erklärung für die relativ geringe Verbreitung beider Arten sein, da sich in deren natürlichen Lebensraum ein Gleichgewicht der Populationen auf niedrigem Niveau eingestellt hat.

Die taxonomische Stellung der Pestwespe ist nicht unumstritten. Ihre Morphologie (sie gleicht äußerlich einer typischen Wespe) gab vermutlich den Anlass dazu, sie zu den echten Wespen zu stellen, während ihre Fortpflanzungsmethoden eher für eine Schlupfwespe sprechen. Womöglich sind die direkten Vorfahren der Pestwespe entwicklungsgeschichtlich an einer Verzweigung der Stammbäume von echten Wespen und Schlupfwespen anzusiedeln. Dies wäre zumindest insofern nicht verwunderlich, als das „Verbotene Tal“ auch noch andere „Lebende Fossilien“ aufweist und als Rückzugsgebiet sonst ausgestorbener Arten gilt (siehe auch: Lebende Fossilien).

DD 54, „Die Gurkenkrise“ MM 16-19/77 und „Das Verbotene Tal“ BL-DD 22

[Anm.: Zwei divergente Fuchs-Fassungen]

Harms: Erstaunliche Erkenntnisse Entenhausener Entomologie, DD 75


Familie: Anobiidae (Klopfkäfer, Pochkäfer)

Tanzender Holzwurm

Anobium saltatorium

Bei den sogenannten Holzwürmern handelt es sich um die Larven von Käfern aus der Familie der Anobiidae (Poch- oder Klopfkäfer), deren Bohrtätigkeit in Bau- oder Möbelholz ernsthafte Schäden anrichten kann.

Der Tanzende Holzwurm, A. saltatorium, verdankt seinen Namen der einzigartigen Fähigkeit, seinen Körper im Takt eines gefälligen Flötenspiels zu wiegen. Er verfügt zu diesem Zweck über eine hervorragend ausgebildete Ringmuskulatur sowie über ein sehr feines Gehör, das es ihm erlaubt, auch während seiner Arbeit tief im Holz Geräusche, Rhythmen und Musik von außerhalb wahrzunehmen.

FC 318; TGDD 5 "Der Schlangenbeschwörer"; BL-DD 17/2


Entenhausener Klopfkäfer, Gefräßiger Holzwurm

Anobium edax subspecies superior

Dieses außergewöhnliche Insekt stellte die systematische Zoologie lange Zeit vor ein Rätsel. Inzwischen ist bekannt, dass es sich um eine Superrasse handelt, die im Speziallabor des Panzerknackers Nr. 176-840 entstand. Folgende Unterscheidungsmerkmale gegenüber gewöhnlichen Holzwürmern sind zu nennen: A. edax subsp. superior verfügt bereits im nagenden, d.h. holzbewohnenden Zustand über sechs deutlich ausgeprägte Beine, vermehrt sich alle vier Minuten und ist äußerst resistent gegen Birkenhaarwasser. Da die Holzwürmer ja bekanntlich das Larvenstadium der Klopfkäfer darstellen, stellen sich zwei interessante Fragen. Handelt es sich bei der Unterart superior um bereits geschlechtsreife Larven? Dieses Phänomen ("Neotenie") ist aus dem Insektenreich z.B. von Gallmücken bekannt. Oder sind die von den Panzerknackern zur Staudamm-Sabotage eingesetzten Spezialinsekten tatsächlich ausgewachsene Individuen, die die larvale Verhaltensweise des Holzverzehrs beibehalten haben und eine unglaublich kurze Generationszeit von vier Minuten besitzen? Angesichts dieser extrem komprimierten Larval- und Reifezeit wäre es verständlich, dass die Panzerknacker auf Anhieb gute Züchtungserfolge verzeichnen konnten.

FC 386/2; TGDD 4 "Der arme reiche Mann"; BL-OD 3/1


Stamm: Mollusca (Weichtiere)

Klasse: Bivalvia (Muscheln)

Ordnung: Eulamellibranchiata

Entenhausener Bohrwurm

Vermes horribilis FUCHS 1965 (syn. Teredo sp. BARKS 1962)           

Der Entenhausener Bohrwurm ist ein naher Verwandter unseres Schiffsbohrwurmes (Teredo navalis). Die Bezeichnung „Wurm“ ist allerdings in beiden Fällen irreführend, da es sich nicht um Würmer, sondern um eine besondere Sorte Muscheln handelt. Diese Muscheln haben einen langgestreckten, wurmförmigen Körper und Schalen, die zu einer Art „Bohrkopf“ umgebildet sind. Mit dieser Bohreinrichtung schaffen sie sich Hohlräume z.B. in treibendem Holz oder ähnlich weichen Gegenständen, in denen sie dann Lebensraum und Schutz vor Fressfeinden finden. Leider hat ihre Bohrtätigkeit auf Schiffe mit hölzernen Rümpfen eine fatale Wirkung, so dass die Bohrwürmer von den Vertretern der Seefahrt nicht sonderlich geschätzt werden. Im Gegensatz zum uns bekannten Schiffsbohrwurm, der warmes Wasser bevorzugt, kommt der Entenhausener Bohrwurm auch bis in arktische Breiten vor. Anatomisch ähnelt er dem Schiffsbohrwurm stark. Er weist allerdings eine deutlich höhere Bohrgeschwindigkeit als dieser auf, die durch wesentlich härtere Schalenteile begünstigt wird. Dies wird durch die zusätzliche Einlagerung von als Schmirgel dienenden Sandkörnern in die Schale ermöglicht.

WDC 275; MM 27/1965 „Riskante Geschäfte“; BL-OD 48/1


Klasse: Cephalopoda (Kopffüßer)

Unterklasse: Dibranchiata (Zweikiemer)

Ordnung: Octobrachia (Achtarmige Tintenfische)

Riesenkrake (auch: Riesenpolyp)

Octopus giganticus              

Der Riesenkrake (oft auch fälschlich als „Riesenpolyp“ bezeichnet) besitzt, wie alle Oktopoden, weder eine feste Schale noch ein Skelett. Er hat acht Arme, auf denen nicht - gestielte Saugnäpfe ohne Hornringe in jeweils zwei Reihen angeordnet sind.

Der Riesenkrake ist ein Meeresbewohner von außergewöhnlicher Größe (Bei ausgebreiteten Armen ca. 40 m) und findet daher nur in sehr geräumigen Behausungen Unterschlupf. Bevorzugt werden von ihm besonders Schiffswracks, was gelegentlich zu Konflikten mit den intelligenten Bewohnern Entenhausens führen kann.

Über seine Lebensweise ist nur sehr wenig bekannt. Er dürfte sich aber vorwiegend räuberisch ernähren, da belegt ist, dass er Rouladen als Köder akzeptiert.

Was den Entenhausener Riesenkraken am deutlichsten von den uns bisher bekannten Oktopoden unterscheidet, ist seine Befähigung, im Notfall auf dem Landweg im aufrechten Gang die Flucht zu ergreifen, was auf eine sehr starke Muskulatur schließen lässt. Ob dieses in der Tat ungewöhnliche Verhalten allerdings als ein Teil seines normalen Verhaltensrepertoires betrachtet werden darf, ist fraglich, da es bisher nur nach (gewiss nicht artgerechter) Verabreichung immenser Mengen Pfeffers beobachtet wurde (eine Abgabe von Tinte scheint nicht Teil des Fluchtverhaltens des Tieres zu sein). Jedenfalls spricht dies für die Existenz eines ausgeprägten Geschmackssinnes bei diesem Tier.

 

Möglicherweise handelt es sich bei dieser Art der Fortbewegung auch um eine Anpassung an den Lebensraum im karibischen Flachmeer.

 „Der Geist in der Grotte“; FC 159/1; TGDD 82; BL-DD 7, p. 22 und 23


Stamm: Echinodermata (Stachelhäuter)

Klasse: Asteroidea (Seesterne)

Ordnung: Forcipulata

Gemeiner Riesenseestern

Asterias vulgaris                  

Der gemeine Riesenseestern ist vom Erscheinungsbild her ein gewöhnlicher Seestern mit fünfstrahliger Symmetrie. Er gleicht im Körperbau dem roten Seestern (Asterias rubens), ist aber von - im Vergleich zu diesem - gigantischer Körpergröße (es wurden Exemplare bis 5 m Durchmesser beobachtet).

Asterias vulgaris ernährt sich räuberisch von Weichtieren passender Größe, wie z.B. der Riesenherzmuschel (Acanthocardia hermetica) und der Entenhausener Riesenauster (Ostrea dubiosa), die beide Durchmesser von bis zu 2,50 m erreichen.

Der gemeine Riesenseestern verfolgt eine für Seesterne ungewöhnliche Strategie des Nahrungserwerbes. Im Gegensatz zu allen seinen sonst bekannten Verwandten bewegt er sich frei schwimmend fort. So kann er sich von oben auf seine Beute stürzen (welche er durch Geruch ortet) und diese sogar über bedeutende Entfernungen mit sich nehmen. Dass dies zum Zwecke der Brutpflege geschieht, wie der kleine Herr Duck vermutete, ist allerdings mehr als zweifelhaft, da die larvale Entwicklung der Jugendstadien von Echinodermen eine solche Ernährung überhaupt nicht zulässt. In jedem Falle aber legt Asterias vulgaris nicht nur ein wirklich gemeines Verhalten an den Tag, sondern ist für einen Seestern (der ja noch nicht einmal ein richtiges Gehirn besitzt) auch ungewöhnlich launisch. Dies äußert sich insbesondere dahingehend, dass er seine Beute manchmal ohne erkennbaren Grund wieder fallen lässt und auf einen Verzehr verzichtet. Vielleicht ist er aber einfach auch nur ein Feinschmecker.

"Der tollkühne Taucher“ WDC 177A; TGDD 123, p. 57-59; BL-WDC 28/3

"Das Perlenwunder“ WDC 97; TGDD 117, p. 42-45); BL-WDC 14/1


            Stamm: Chordata (Chordatiere)

Reihe: Pisces (Fische)

 

WDC 200; MM28/1957; BL-WDC 33/1

                                                                   Klasse: Osteichthyes (Knochenfische)

Familie: Acipenseridae (Störe)

Orakelstör (auch: König der Störe)

Acipenser oraculis                 

Der Orakelstör ist der größte bekannte Stör in der Tierwelt Entenhausens, seine Länge beträgt bis zu 11 m. Sein natürlicher Lebensraum sind die Flüsse und Seen im Gebiet der Zwergindianer (in Nordamerika, nördlich des oberen Sees).

Im Körperbau unterscheidet er sich praktisch kaum von kleineren Stören. Die einzigen Unterscheidungsmerkmale sind, neben seiner Körpergröße, die typischen, blutunterlaufenen Augen und die frei bewegliche, vom Erscheinungsbild her fast menschlich anmutende Zunge. Bemerkenswerterweise ist der Orakelstör in der Lage, zu husten und zu schnarchen, obwohl er als Fisch über Kiemen atmet und keine Lunge besitzt.

Der Orakelstör wird von den eingeborenen Zwergindianern für eine Art Gottesurteil, das sogenannten „Störorakel“, genutzt, bei dem der Kandidat den riesigen Stör fangen muss (daher: „Orakelstör“).

Der Orakelstör verteidigt aggressiv sein Territorium, indem er seinen Schwanz als Waffe zum Zerschmettern von Kanus einsetzt. Vermutlich handelt es sich bei ihm um einen Allesfresser, da er sowohl tierische Nahrung zu sich als auch Kürbisse als Köder annimmt. Seine mächtigen Kiefer sind sogar in der Lage, Holz zu zerbeißen, das ihm aber nicht als Nahrung dient. Zuverlässig ruhigstellen kann man den Orakelstör am besten durch Verabreichung einer großen Pille „Supersatanat“, einem zuverlässigen Betäubungsmittel für Störe. Dabei ist jedoch zu beachten, dass Supersatanat, falls es versehentlich inhaliert wird, auf den menschlichen (bzw. anatiden) Körper eine extreme Wirkung hat, die von mehrtägiger Bewusstlosigkeit gefolgt wird.

"Im Land der Zwergindianer“ U$ 18/2; BL-OD 12/2, p. 52-57

 

 

 

 

 


                                                                         Familie: Percidae (Echte Barsche)

Laufbarsch (auch: Fliehender Fisch)

Perca ambulans

Der Laufbarsch ist von seinem Erscheinungsbild her ein typischer Vertreter der Barsche mit einer Körperlänge von bis zu 30 cm. Er hat sein Verbreitungsgebiet am Rande der nordamerikanischen Arktis in der Gegend von Freezed Foot. Er bewohnt dort den Kickmiquik und seine Nebenflüsse.

Den Laufbarsch zeichnet eine unter den Fischen einzigartige Fortbewegungsweise aus. Es ist dieser Art nämlich gelungen, im Laufe der Evolution ihre Schwanzflosse so umzubilden, dass sie wie ein Beinpaar verwendet werden kann. Unter Wasser benutzt der Laufbarsch seine Schwanzflosse wie andere Fische auch, jedoch ist er in der Lage, durch rasches Verwinden der oberen und unteren Schwanzflossenhälfte kurze Strecken über die Wasseroberfläche zu laufen (daher: „Laufbarsch“).

Dieses Verhalten zeigt der Laufbarsch allerdings nur in wenigen Situationen. Zum einen wird es als Fluchtmöglichkeit vor Fressfeinden genutzt. Zum anderen ist es Teil einer komplizierten Beutefangmethode. Diese besteht zunächst darin, dass der Fisch sich an die Wasseroberfläche begibt und durch seinen fischigen Geruch Fliegen anlockt. Entdeckt er nun eine Fliege im Anflug, so beginnt er scheinbar vor dieser zu fliehen, indem er über das Wasser läuft. Hartnäckig, wie es Fliegen nun einmal sind, verfolgt sie den Fisch, der dann aber plötzlich untertaucht. Die Fliege kann nicht mehr bremsen und stürzt ins Wasser. Hier treibt sie dann wehrlos an der Oberfläche und kann leicht vom Laufbarsch verzehrt werden.

Dem uninformierten Beobachter könnte beim Betrachten dieses Vorganges der Eindruck entstehen, der Fisch fliehe tatsächlich vor einer Fliege. Dies ist natürlich Unsinn, da eine Fliege einem Fisch niemals gefährlich werden kann, wohl aber umgekehrt.

D.D.O.S. 263; TGDD 78, p. 5; FC 263/2; BL-DD 18/1


Familie: Salmonidae (Lachsfische)

Möwenfressender Fisch

Oncorhynchus aviphagus

Der Möwenfressende Fisch ist eine den Lachsen nahestehende Fischart der pazifischen Küste Nordamerikas. Er bewohnt neben arktischen Gewässern auch das Meer vor der Stadt Entenhausen. Der Möwenfressende Fisch ernährt sich freilich nicht nur von Möwen, ja noch nicht einmal ausschließlich von Vögeln. Normalerweise ernährt sich der Möwenfressende Fisch auch nicht anders als andere räuberische Fische seiner Größe. Vielmehr handelt es sich um ein eher seltenes Jagdverhalten dieser Fischart, welches aber dem Beobachter um so auffälliger ist und zu der vorliegenden Namengebung geführt hat. Es ist für einen Fisch keineswegs leicht, einen Vogel zu erbeuten; besonders, wenn sich dieser im Flug befindet. Daher gelangt der Möwenfressende Fisch auch nur selten zu entsprechendem Jagderfolg. In der Schwierigkeit, einen Vogel zu erbeuten, ist vermutlich auch die Tatsache zu begründen, dass Fische im allgemeinen nur selten Vögel jagen (der umgekehrte Fall ist viel häufiger). Von zufälligen „Glücksgriffen“ einzelner Individuen abgesehen, ist (neben dem Möwenfressenden Fisch) eine gezielte Jagdtätigkeit auf Wasservögel nur von bestimmten pazifischen Haiarten bekannt. Diese beschränkt sich dann aber normalerweise auf im Wasser schwimmende unerfahrene Jungvögel.

FC 223/2; TGDD 50, “Im Land der viereckigen Eier“

WDC 275; MM 27/1965 „Riskante Geschäfte“



Familie: Cyprinidae (Karpfenfische)

Fettgoldfisch

Carassius auratus lipoides

Der Fettgoldfisch ist ein Karpfenverwandter von länglicher bis kugeliger Körperform; seine Länge (und ggf. auch sein Durchmesser) beträgt bis zu 30 cm. Er ist natürlich nicht von Natur aus fett, vielmehr führen Überernährung und Bewegungsmangel bei ihm schnell zu allgemeiner Verfettung und kugeligem Äußeren.

Beim Fettgoldfisch handelt es sich nämlich nicht um ein Wildtier, sondern um eine besondere Zuchtform des Goldfisches, die in Entenhausen gerne als Aquarienfisch gehalten wird. Dies ist auf die große Anspruchslosigkeit des Tieres zurückzuführen, das selbst ein Goldfischglas, welches nur wenig voluminöser ist als der Fisch selbst (und eigentlich keine artgerechte Haltung von Fischen zulässt), als ausreichenden Lebensraum akzeptiert (wenn auch nur missmutig).

Die Haltung des Fettgoldfisches im sauerstoffarmen Medium des Goldfischglases ist überhaupt nur möglich, weil der Fisch durch Hautatmung über seine stark durchblutete Rückenflosse, welche er aus dem Wasser streckt, zusätzlichen atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen vermag.

WDC 192; TGDD 18 „Donald, Herr über alle Geschöpfe“ p. 3; BL-WDC 31/3


Familie: Cyprinidae (Karpfenfische)

Entenhausener Meeres-Zitteraal

Electrophorus brevifinis

Der Entenhausener Meeres-Zitteraal ist ein aalförmiger Fisch von bis zu 2 m Länge, der im Meer vor Entenhausen lebt. Er ist ein naher Verwandter unseres Zitteraales (Electrophorus electricus), bevorzugt allerdings im Gegensatz zu diesem Salz- bzw. Brackwasser.

Er kann zu seiner Verteidigung und zum Lähmen von kleinen Beutetieren Stromstöße von beträchtlicher Stärke abgeben. Der Entenhausener Meeres-Zitteraal stößt allerdings nur dann elektrischen Strom aus, wenn er durch Berühren des Schwanzendes mit seinem Maul einen Kurzschluss auslöst. Auch ist die Wirkung seiner Stromstöße bei weitem nicht so betäubend, wie sie es bei seinem im Süßwasser lebenden Vetter ist. Dies ist auf seine geringere elektrische Kapazität zurückzuführen. Er kann das jedoch durch den Umstand wieder wettmachen, dass Meerwasser einen bedeutenden Salzgehalt aufweist und so ein besserer elektrischer Leiter als Süßwasser ist, was die Wirkung des elektrischen Stromes wieder verstärkt.

WDC 45; TGDD 86 „Munteres Bordleben“ p. 36-37; BL-WDC 3/4


Familie: Diodontidae (Igelfische)

Grimmiger Igelfisch

Ballonus echinocactus

Der grimmige Igelfisch lebt im Meer vor der Entenhausener Küste. Er ist über und über mit sehr spitzen Stacheln bedeckt, die dadurch aufgerichtet werden können, dass sich der Igelfisch bei Gefahr zu einer kugeligen Form aufbläht. Hierdurch verzichten mögliche Fressfeinde auf einen Angriff, und auch Angler sind nicht mehr in der Lage, ihn anzufassen. In aufgeblähtem Zustand kann der Igelfisch bis kopfgroß werden.

Diese Art wird als „grimmiger“ Igelfisch bezeichnet, weil er zu einer gewissen Mimik fähig ist, sein Gesichtsausdruck ist dabei meist recht mürrisch. Obwohl er als echter Fisch ein Kiemenatmer ist, kann der grimmige Igelfisch seinem Missmut auch außerhalb des Wassers durch grunzende Geräusche Ausdruck verleihen, die er mit seiner Schwimmblase erzeugt. Im Übrigen ist der grimmige Igelfisch für den menschlichen Verzehr ungeeignet, da er in einigen seiner inneren Organe hohe Dosen eines Nervengiftes trägt.

WDC 45;TGDD 86 „Munteres Bordleben“ p. 35; BL-WDC 3/4


Ordnung: Batrachoidiformes (Froschfische)

Laternenfisch (auch: Leuchtfisch)

Antennarius luminosus

Der Laternenfisch ist ein enger Verwandter des Fühlerfisches (Antennarius sp.). Es handelt sich bei ihm um eine Tiefseeanpassung, wie man sie von vielen Tiefseefischen kennt: Er besitzt die Fähigkeit, selbsttätig zu leuchten (hierzu bedient er sich einer Luziferin/Luziferase-Reaktion) und zeichnet sich hierbei durch eine besonders hohe Leuchtkraft aus, weswegen er in Atlantis zum Zwecke der Straßenbeleuchtung domestiziert wurde.

U$ 5; TGDD 90; BL-OD 6/1


 

Die Tiefsee des Stella anatium-Universums weist im Übrigen eine reiche Fauna mit einer Vielzahl exotischer Formen auf:

Haitianische Fischfauna, 10 SM südlich Haiti

FC 495/2; MMSH 24/1; TGDD 2/2

 


Klasse: Chondrichthyes (Knorpelfische)

Ordnung: Squaliformes (Dornhaiartige)

Flossenloser Meerengel

Squalina sinextrema

 

Der Flossenlose Meerengel ist ein Vertreter der Dornhaie, zu denen auch der Gemeine Meerengel (Squalina squalina) gehört, der nur aus der Karibik bekannt ist. Bei dieser Art sind jedoch sowohl die Rückenflosse als auch die Brustflossen zurückgebildet, das Tier bewegt sich ausschließlich mit dem Schlag seiner Schwanzflosse fort, die äußerst kräftig ist und den Flossenlosen Meerengel sogar befähigt, meterhoch aus dem Wasser herauszuschießen und sich seine Beute zu schnappen. Hierzu dient ihm eine Doppelreihe dolchartig langer Reißzähne, die eine gefährliche Waffe darstellen und diesem Hai den Ruf einer mörderischen Bestie eingebracht haben. Tatsächlich ernährt sich der Flossenlose Meerengel aber gerne auch von Schiffszwieback (s.o.)

Das Tier trägt eine auffällige schwarze Rückenzeichnung, seine Unterseite ist wie bei vielen Haien hell gefärbt. Die Augen sind von grimmig aussehenden Wülsten geschützt. Der hohe Schädel mit den kräftigen Kiefern nimmt einen großen Teil des Körpers ein.

FC 9/1; TGDD 73; BL-DD 1/1


     Ordnung: Lamniformes = Selachii (Haie)

Schwarzhai

Carcharodon niger

Der Schwarzhai ist ein enger Verwandter des Weißhaies oder Großen Weißen Haies (Carcharodon carcharias). Er ähnelt diesem im Habitus sehr, unterscheidet sich von ihm jedoch in einigen Merkmalen. So ist seine Haut tiefschwarz und nicht weiß, und er erreicht ohne weiteres eine Körperlänge von 10 m und mehr.

Zudem ist der Schwarzhai nicht wie der Weißhai ein Einzelgänger, sondern lebt in Paaren, die zusammen auf die Jagd gehen.

 

Zwar zeigt auch der Schwarzhai ein aggressives Verhalten, doch lässt er sich relativ leicht einfangen und domestizieren (s.u.).

Vorkommen: Atlantischer Ozean

„Die magische Sanduhr“ FC 291; TGDD 79/1; BL-DD 16/1; IDD 2/2


Hasenzahnhai

Lagomorphodontosqualus oceanicus

Der Hasenzahnhai ist ein Bewohner des Schelfmeeres auf dem Kontinentalsockel vor Entenhausen. Er erreicht eine Körperlänge von bis zu 3 m und ist von durchgehend dunkler Färbung. Der Hasenzahnhai unterscheidet sich in seinem Körperbau von anderen Haien besonders durch seine geriffelte, nicht spitz zulaufende (bzw. oben abgeflachte) Rückenflosse. Seine übrigen Flossen (wie auch die Körperform) entsprechen hingegen denen eines typischen Hais. Aus seinem Oberkiefer, welcher länger als der Unterkiefer ist (Überbiss), stehen zwei relativ große, nagezahnartige Zähne hervor (daher: „Hasenzahnhai“). Diese benutzt er, um im Schlick am Meeresgrund nach Muscheln und anderen Schalentieren zu suchen, die er verspeist. Zum Aufbrechen der Schalen sind seine übrigen Zähne zu flachen Kauinstrumenten umgebildet. Um beim Wühlen im Schlick die Übersicht wahren zu können, sind seine Augen auf die Oberseite des Schädels gewandert. In Ermangelung eines scharfen Gebisses ist der Hasenzahnhai übrigens für den Menschen (bzw. Anatiden, Kynoiden etc.) vollkommen harmlos.

U$ 68; „Die Königin der sieben Meere“ TGDD 115 p. 45


Klasse: Reptilia (Kriechtiere)

Ordnung: Squamata (Schuppenkriechtiere)

Unterordnung: ?Ophidia = ?Serpentes (Schlangen)

Große Seeschlange

Phantasma naviraptoricum    (syn. Aurosaurus Beykirch 1985)           

(syn. Serpens maritima boogiewoogie Baron 1979.                         

 

Über die Existenz von Lebensformen wie der „großen Seeschlange“ wurde über die Jahrhunderte viel spekuliert. Sie wurden in unserer Welt sogar wissenschaftlich beschrieben, so erwähnt z.B. bereits Gesner 1587 in seinem „Schlangenbuch“ eine der hier besprochenen sehr ähnliche „Große Seeschlange“. Ihre tatsächliche Existenz wurde aber nie belegt. Anders im Entenhausener Universum. Hier sind sogar mehrere verschiedene in Gewässern lebende Schlangen („Seeschlangen“) von zum Teil immenser Größe bekannt. Die größte unter ihnen dürfte die hier behandelte große Seeschlange sein.

Die große Seeschlange übertrifft mehrere aneinander gereihte seegängige Frachtschiffe, dürfte mithin eine Länge von einigen hundert Metern haben. Vom Körperbau her ist sie eine fast typische Schlange mit vollständig zurückgebildeten Extremitäten. Sie besitzt ein Schuppenkleid mit häutigen, kammartigen Anhängseln im dorsalen Bereich und an den Schädelseiten, welche vermutlich der Unterstützung der Fortbewegung im Wasser dienen. In ihrem Oberkiefer befinden sich zwei große (Gift?)-Zähne, im Unterkiefer eine Reihe kleinerer, hakenförmiger Zähne

Abweichend von den uns bisher bekannten Schlangen weist die große Seeschlange zwei für Schlangen recht ungewöhnliche Merkmale auf. Zum einen ist dies der an seinem distalen Ende in mehrere Verästelungen auslaufende Schwanz. Wie Beobachtungen zeigen, können diese Verästelungen zum Greifen größerer Objekte (z.B. Schiffswracks), aber auch zur Manipulation sehr viel kleinerer Dinge (etwa Flötenspieler) verwendet werden. Die andere Ungewöhnlichkeit sind die beweglichen Augenlider, welche normalerweise bei Schlangen zu einer festen, durchsichtigen „Brille“ verwachsen sind und so deren starren Blick bedingen. Die beweglichen Augenlider befähigen die große Seeschlange (in Verbindung mit einer ebenfalls für Schlangen ungewöhnlichen Gesichtsmotorik) zu einem gewissen Mienenspiel, das als Indikator für ihren Gemütszustand genutzt werden kann.

Über die Lebensweise der großen Seeschlange ist so gut wie nichts bekannt. Die Vermutung, sie könnte ein Vegetarier sein (Beykirch 1985), ist aber schon in Anbetracht ihrer bloßen Körpergröße mehr als unwahrscheinlich. Im Übrigen wäre sie dann die einzige vegetarische Schlange überhaupt. Man weiß jedoch, dass sich aufgebrachte Seeschlangen mit ausdauernder Flötenmusik zumindest vorübergehend beruhigen lassen (als besonders geeignet hat sich hier Boogie-Woogie erwiesen).

 „Der Schlangenbeschwörer“; FC 308, TGDD 81/3; BL-DD 17, p. 49-60

s/w - Abbildung aus DUVE, K. & VÖLKER, T. (1997): "Lexikon berühmter Tiere"


Kleine Seeschlange

Phantasma scotorum   (syn. Draconigena lacus ness Baron 1979)

Ägäische Seeschlange

Phantasma tetrabrachiatum

Zwergseeschlange

Phantasma sinensis

Die Kleine Seeschlange (Phantasma scotorum) ist eine Verwandte der Großen Seeschlange (Phantasma naviraptoricum) und ähnelt dieser im Körperbau sehr stark. Wie bei allen Mitgliedern der Familie Phantasmidae sind ihre herausragenden Merkmale das gegabelte Schwanzende und die Befähigung zu einer gewissen Mimik. Die Kleine Seeschlange verfügt über eine gleichmäßige Bezahnung mit nach hinten gerichteten, hakenförmigen Zähnen. Sie ist nicht giftig. Ihr Verdauungstrakt ähnelt einem Bergwerksstollen.

Das Verbreitungsgebiet der Kleinen Seeschlange ist auf verschiedene schottische Gewässer beschränkt, welche jeweils von eigenen, endemischen Unterarten bewohnt werden (vermutlich eine Folge jahrtausendelanger Isolation). Die hier abgebildete Unterart wird z.B. im Volksmund nach ihrem Heimatgewässer als „Ungeheuer von Loch Less“ (Phantasma scotorum lochlessensis) bezeichnet.

 Da die Kleine Seeschlange in Süßwasser lebt, kann ihr Körper (schon aufgrund des beschränkten Lebensraumes) nicht derartige Ausmaße erreichen, wie es bei der Großen Seeschlange der Fall ist. Es wird daher eine maximale Körperlänge von 20 bis maximal 30 m angenommen (Seeschlangen lassen sich nur ungern mit dem Maßband messen). Dies zeigt, dass der Name „Kleine Seeschlange“ eher relativ zu verstehen ist.

Wie alle Seeschlangen, so lebt auch die Kleine Seeschlange räuberisch (möglicherweise eine Erklärung für die Fischarmut vieler Gewässer Schottlands). Ihre Beute verschlingt sie lebend und unzerkaut, wobei sie aber, wohl aufgrund des Mangels an Beutetieren, auch denaturierte Lebensmittel (als echte Schottin mag sie natürlich Haggis) nicht verschmäht.

Die nächste Verwandte der Kleinen Seeschlange ist die im Ägäischen Meer lebende Ägäische Seeschlange (Phantasma tetrabrachiatum). Diese unterscheidet sich von der Kleinen Seeschlange hauptsächlich dadurch, dass sie über vier armartige Auswüchse am vorderen Rumpfbereich verfügt, bei denen es sich aber nicht um tatsächliche Arme handelt. Vielmehr sind dies Bildungen aus Haut und Bindegewebe, welche zur Verwirrung und zum Einwickeln der Beute eingesetzt werden.

Als im Meer lebende Seeschlange kann die Ägäische Seeschlange deutlich größer werden als die kleine Seeschlange. Sie erreicht eine Körperlänge von bis zu 50 m.

Die kleinste bekannte Seeschlange ist die ostasiatische Zwergseeschlange (Phantasma sinensis). Sie erreicht nur selten eine Körperlänge von mehr als 2,50 m. Ihr herausragendstes Körpermerkmal ist der dorsale, flossenartige Saum (eine Hautbildung, die eine Anpassung an das Leben im Wasser darstellt). Wie alle Seeschlangen hat auch sie ein gegabeltes Schwanzende.

Aufgrund ihrer geringen Körpergröße kann sich die Zwergseeschlange auch Lebensräume erschließen, die ihren großen Verwandten verwehrt bleiben (z.B. Karpfenteiche und andere kleine Gewässer).

Die Zwergseeschlange zählt zu den bedrohten Arten, da sie unvernünftigerweise in der chinesischen Medizin in gedörrter Form als „getrockneter Drache“ Verwendung findet. Als solcher (und vermutlich auch als Kuriosum) werden selbst ganze Tiere in Entenhausen von chinesischen Importwarengeschäften ohne jegliche Rücksicht auf den Artenschutz angeboten. Leider ist die Zwergseeschlange durch ihre geringe Körpergröße wesentlich leichter zu überwältigen als ihre großen Verwandten. Dies dürfte auch der Grund sein, warum jene bislang noch nicht zu dubiosen medizinischen Zwecken herangezogen wurden (große Seeschlangen lassen sich nur ungern fangen und trocknen).

(Kleine Seeschlange):„Wunder der Tiefe“; WDC 237; TGDD 29, p. 29-32; BL-WDC 40/3

(Ägäische Seeschlange): „Die schwarze Suppe“; WDC 292; TGDD 64, p. 9-11

(Zwergseeschlange): "Vom Pech verfolgt"; WDC 251; TGDD 32/1; BL-WDC 43, p. 17


Unterordnung: Ophidia = Serpentes (Schlangen)

Familie: Aniliidae (Rollschlangen)

Reifenschlange

Rotovipera ouroborotica                     

Die Reifenschlange ist eine Bewohnerin der Wildnis am Schlangenfluss im Drachenzahn-Gebiet (diese Region ist übriges ein bedeutendes Fundgebiet von Fossilien). Sie ist nur geringfügig giftig und ernährt sich von Kleintieren. Sie erreicht eine Körperlänge von maximal 1,20 m.

Was die Reifenschlange gegenüber anderen Schlangen auszeichnet, ist ihre Befähigung zu einer ungewöhnlichen Fortbewegungsweise. Bergauf kriecht sie (wie die meisten Schlangen) auf ihrer Bauchseite, bergab jedoch rollt sie. Dies wird möglich, indem sie ihr eigenes Schwanzende ins Maul nimmt und festhält. Durch Anspannung der Muskulatur schnellt sie empor und bildet mit ihrem Körper einen Reifen, der schnell (dem natürlichen Gefälle folgend) talwärts rollt. Die Rollrichtung kann sie durch geringfügige Gewichtsverlagerungen beeinflussen und so Hindernissen ausweichen. Beim Rollen hinterlässt die Schlange Spuren, welche denen eines Motorrollers stark ähneln.

Ihr typisches Rollverhalten zeigt die Reifenschlange vor allem immer dann, wenn ein rascher Ortswechsel angebracht erscheint, z.B. als Fluchtreaktion. Offensichtlich ist das gemeinsame Reifenrollen auch ein wesentlicher Bestandteil der Partnersuche, da so der beste Roller ermittelt werden kann.

„Lohnende Ferien“; WDC 262; TGDD 50, p. 10; BL-WDC 45/4

 


Familie: Typhlopidae (Blindschlangen)

Medusische Schlange

Medusa multiceps

Es ist umstritten, ob es sich bei diesem Tier um eine Laune der Natur (Mutation) oder bereits um eine eigene Art handelt.

Das Tier hat eine Reihe von Köpfen (mindestens sechs, wahrscheinlich aber deutlich mehr), mit denen es (wohl auf der Suche nach Nahrung) in der Luft herumwedelt.

Es handelt sich um eine Angehörige der Familie der Blindschlangen, welche sich i.a. von Insekten ernähren. Diese Form hat sich auf Fluginsekten spezialisiert, die mit den vielen Köpfen eingefangen und im gemeinsamen Verdauungstrakt verdaut werden.

Die Medusische Schlange (oder kurz: Meduse) ist vom Ausstreben bedroht, da ihr durch den massiven Einsatz von Insektenvertilgungsmitteln die Nahrungsgrundlage entzogen wird. Zudem ist das Tier oftmals Fressfeinden hilflos ausgeliefert, da die einzelnen Köpfe bei Gefahr unkoordiniert in verschiedene Richtungen zu fliehen pflegen.

Das hier abgebildete Exemplar ist das einzige in Gefangenschaft gehaltene und befindet sich im Privatzoo von Dagobert Duck.

U$ 54; TGDD 70/3 „Der gesprenkelte Elefant“


Familie: Viperidae (Vipern und Ottern)

Entenhausener Dickbackenschlange

Vipera musicalica                        

Die Dickbackenschlange bewohnt die Entenhausener Wälder und Grünanlagen. Sie ist eine nur mindergiftige Schlange mit einer Körperlänge von maximal 1,0 m. Ihr äußeres Erscheinungsbild erstreckt sich von einfarbig dunklen Tieren bis zu gestreiften und zickzackgemusterten hin. Ihr Schädel ist im Vergleich zum übrigen Körper unverhältnismäßig groß. Die Größe des Schädels ist für die Tiere lebensnotwendig, da sie nicht in der Lage sind, ihren Unterkiefer wie andere Schlangen zur Nahrungsaufnahme (meist kleine Nagetiere) auszuhängen.

Die Dickbackenschlange hat beweglichen Augenlider, wie sie auch bei den Entenhausener Seeschlangen der Gattung Phantasma vorkommen (mit denen sie aber nicht näher verwandt ist), sowie die Befähigung, ihren Gemütszustand durch eine gewisse Mimik auszudrücken.

Der Oberkiefer der Dickbackenschlange ist deutlich länger als der Unterkiefer (Überbiss). In ihm befinden sich die beiden Giftzähne, welche hervorstehen und so permanent sichtbar sind.

Der Trivialname „Dickbackenschlange“ ist auf das Vorhandensein zweier (mehr oder weniger ausgeprägter) seitlicher Ausbeulungen („dicke Backen“) am Schädel zurückzuführen. Es handelt sich bei diesen Ausbeulungen jedoch nicht etwa um geblähte Wangen, sondern um fettgefüllte Hohlräume, die der Aufnahme und Verstärkung von Geräuschen und Vibrationen dienen. Auf diese Weise ist die Dickbackenschlange in der Lage, Geräusche differenziert wahrzunehmen und zu orten, obwohl sie wie alle Schlangen eigentlich kein Gehör besitzt. So erklärt sich auch, warum sich Dickbackenschlangen besonders gut mit Flötentönen locken und beherrschen lassen. Ausrüstungen zum Schlangenbeschwören werden übrigens in Entenhausen in Zoohandlungen angeboten und kosten dort (einschließlich Schlange) ca. 5 Taler.

FC 318; BL-DD 17 „Der Schlangenbeschwörer“, p. 38-40 und 44


Familie: Crotalidae (Grubenottern)

Entenhausener Wüstenklapperschlange

Crotalus arythmicus            

Die Entenhausener Wüstenklapperschlange ist eine Klapperschlange von ca. 1,50 m Länge. Manche Exemplare besitzen eine auffällige Rautenmusterung entlang ihres Rückens, andere sind einfarbig.

Ihr Verbreitungsgebiet sind (wie schon ihr Trivialname sagt) die Wüstenregionen in der weiteren Umgebung der Stadt Entenhausen. Wie alle Klapperschlangen verfügt die Wüstenklapperschlange über eine Schwanzklapper aus Häutungsresten, die mit zunehmendem Alter (bzw. mit jeder Häutung) größer wird. Diese Klapper erzeugt jedoch im Gegensatz zu anderen Klapperschlangenarten kein klapperndes, sondern ein eher zischendes Geräusch. Dieses Geräusch (ZISCH!) dient der Warnung und Abschreckung. Die Wüstenklapperschlange hat (wie auch die Dickbackenschlange) einen stark vorspringenden Oberkiefer. Hierdurch sind die beiden Giftzähne ständig sichtbar. Wie zahlreiche andere Entenhausener Schlangenarten, so verfügt auch sie über bewegliche Augenlider und die Befähigung, ihren Gefühlen durch ein gewisses Mienenspiel Ausdruck zu verleihen. Obwohl sie sich tagsüber gerne unter Steinen und in Erdlöchern verbirgt, kommt sie bei Entdeckung einer potentiellen Beute aus ihrem Versteck hervor. Die Beute wird aktiv verfolgt, wobei oftmals mehrere Schlangen dem selben Beutetier nachstellen, was auf die ziemlich hohe Populationsdichte zurückzuführen ist. Dabei kann es durch unkoordinierte Massenangriffe zu ernsthaften Problemen (z.B. Verschlingungen und Verflechtungen mehrerer Individuen) kommen.

U$ 18/3; BL-DÜ 1 „Fataler Rechenfehler“


Ordnung: Crocodilia? (Panzerechsen)

Schlafloser Drache

Insomnodraco dubiosus (syn. Draco harpyae Baron 1979)

Der von der Schnauze bis zur Schwanzspitze über 11 m lange schlaflose Drache ist möglicherweise ein naher Verwandter der Krokodile. Er hat einen stark krokodilähnlichen Körperbau, besonders was seinen Bewegungsapparat angeht. Der Drache besitzt jeweils vier bis fünf Finger an den Vorderextremitäten und je vier Zehen an den Hinterbeinen. Die unbestimmte Zahl der Finger an den Vorderextremitäten ist auf einen (im Entenhausener Tierreich öfters vorkommenden) Effekt zurückzuführen, der als „spontane Polydaktylie“ bezeichnet wird.

 

Im Gegensatz zu den echten Krokodilen zeigt der Schlaflose Drache nur wenige Merkmale einer Anpassung an das Leben im Wasser. Zwar besitzt er erhöhte Nasenlöcher, die Körperform ist aber nicht sehr stromlinienförmig und der Schwanz weist keine seitliche Abplattung auf. Dies könnte darauf hindeuten, dass seine Vorfahren entweder eine Linie landlebender Krokodile (oder Krokodilverwandter), zumindest aber keine aktiven Schwimmer waren. Andererseits deutet die Tatsache, dass bei geschlossenem Maul keine Zähne des Unterkiefers zu sehen sind, auf eine Verwandtschaft zur Familie der Alligatoren (Alligatoridae) hin.

Sein Körper wird durch einen Schuppenpanzer geschützt, der am Kopf zwei hörnerartige Auswüchse produziert. Die bei Krokodilen übliche Doppelreihe von „Zacken“ auf dem Rücken (diese besteht aus besonders geformten Panzerplatten), ist bei ihm zu einer einzelnen Reihe verschmolzen, welche im Schwanzbereich in häutige Anhängsel übergeht. Ähnliche Anhängsel befinden sich an den Gelenken der Hinterextremitäten und am Kehlsack.

Der schlaflose Drache zählt zu den bereits fast ausgestorbenen Lebensformen Stella anatiums. Es ist überhaupt nur ein einziges lebendes Exemplar bekannt, welches in antiken Gemäuern in der Nähe von Colchis (am Schwarzen Meer) zu Abschreckungszwecken gehalten wird.

Er trägt seinen Namen durchaus zu Recht, da er in der Tat nur selten wirklich einschläft. Die meiste Zeit verbringt er in einer Art entspanntem Wachzustand, wodurch er hervorragend zur Bewachung sicherheitsrelevanter Bereiche von Gebäuden eingesetzt werden kann. Möglicherweise ist die andauernde Schlaflosigkeit aber auch auf die nicht artgerechte Haltung des beobachteten Exemplars zurückzuführen. Bei künstlicher Bedeckung der Augen schläft der schlaflose Drache sofort ein.

Seine vermutlich sehr hohe Lebenserwartung (das beobachtete Exemplar ist unbestimmten Alters und mindestens einige Jahrhunderte, vielleicht sogar Jahrtausende alt) könnte im Zusammenhang mit seiner energiesparenden Lebensweise zu sehen sein (man kennt das in ähnlicher Form z.B. von manchen Schildkröten).

Zum Nahrungserwerb verfolgt er seine Beute nicht aktiv, sondern er sitzt bewegungslos auf der Lauer und wartet, bis ihm etwas Essbares vor den Mund läuft. Das Opfer wird daraufhin mit der sehr beweglichen Zunge ergriffen, in den zahnlosen Mund befördert und (sofern es dessen Größe zulässt) unzerkaut verschlungen. Wenn der schlaflose Drache zum Zeitpunkt der Beutegreifung bereits satt ist, so lagert er seine Nahrung in einer Art Kehlsack vorübergehend zwischen (ein bei Krokodilen häufiger zu beobachtendes Verhalten), wie Herr Dagobert Duck am eigenen Leib erfahren konnte. Das noch lebende Opfer kann übrigens aus dem Kehlsack befreit werden, indem man den Drachen zum Niesen bringt. Am besten geschieht dies durch die beliebte Entenhausener Methode der Verabreichung einer größeren Menge von Pfeffer (überhaupt scheint es in Entenhausen allgemein üblich zu sein, sich größere Reptilien durch Gewürzapplikation weitgehend gewaltlos vom Leibe zu halten).

 „Das goldene Vlies“; U$ 12/2; TGDD 77, p. 30-33; BL-OD 3/3

s/w - Abbildung aus DUVE, K. & VÖLKER, T. (1997): "Lexikon berühmter Tiere"


Familie: Crocodylidae (Echte Krokodile)

Rosa Krokodil

Arctocrocodylus rubicundus Coolwater 1960

Dem populären Forschungsreisenden und TV-Journalisten Captain Coolwater verdanken wir die Beschreibung eines der geheimnisvollsten Reptilien Entenhausens, nämlich des rosa Krokodils. Bedauerlicherweise ist keines der flüchtigen Fernsehbilder erhalten geblieben, so dass als Beleg nur die begeisterte Schilderung der drei Neffen Tick, Trick und Track existiert, die regelmäßige Konsumenten der naturkundlichen Übertragungen sind. Das rosa Krokodil unterscheidet sich von allen anderen Panzerechsen, die ja Bewohner des Süßwassers oder tropischer bis subtropischer Meeresküsten sind, durch die Anpassung an den arktischen Lebensraum vor Grönland. Die Toleranz gegenüber dem dortigen kühlen, reptilienfeindlichen Milieu sowie die namengebende Färbung lassen vermuten, dass es sich bei dem rosa Krokodil um einen stammesgeschichtlich relativ isolierten Vertreter seiner Verwandtschaftsgruppe handelt, der hier dennoch provisorisch in die Familie der Crocodylidae gestellt wird.

Es ist unsicher, ob die Beschreibung durch Captain Coolwater als zuverlässig angesehen werden kann. Denn einerseits gilt dieser in Teilen der Entenhausener Bevölkerung als zwielichtiger Hallodri, dem durchaus eine Täuschung des Fernsehpublikums zuzutrauen ist; andererseits erwies er sich z.B. im Falle der angekündigten und auch tatsächlich durchgeführten Hubschrauber-Expedition in den Grand Canyon als durchaus zuverlässiger Zeitgenosse.

WDC 246; TGDD 133, "Die letzten Wilden", p. 57-66; BL-WDC 42/2 


Ordnung: Chelonia (Schildkröten)

Familie: Testudinidae (Landschildkröten)

Entenhausener Schildkröte

Testudo Entenhausensis                    

Es handelt sich bei dieser Tierart um eine kaninchengroße Schildkröte, welche in den Gebieten um Entenhausen heimisch ist. Sie bewohnt dort vorwiegend abgelegene Landstriche von Sumpf- bis Wüstengegenden. Die Schildkröte tarnt sich durch die Vortäuschung, sie sei nur lose herumliegendes Gestein (ein typischer Fall von Mimikry). Die Art neigt bei Störungen zum hartnäckigen Festbeißen am Störer; die Entfernung erfolgt durch Umdrehen des Tieres auf den Rücken und Entfernen des Gebissenen nach oben.

Die Vorder- und Hinterextremitäten sind vierzehig. Der Panzer ist oval, breiter als hoch. Die dorsale Musterung ist vielfältig.

Die genannte Art ist möglicherweise mit der wasserbewohnenden, aber morphologisch sehr ähnlichen Art aus WDC 179 identisch.

WDC 179; TGDD 16 „Glück im Unglück“

WDC 181; TGDD 16 „Die braven Brückenbauer“; BL-WDC 19/2


Steinschildkröte

Testudo petrifex                   

Diese Schildkrötenart bewohnt ausschließlich die Insel Tuku Tiva im Südpazifik. Sie ist offenbar eine nahe Verwandte der Entenhausener Schildkröte (Testudo Entenhausensis) und ahmt wie diese zur Tarnung leblose Steine nach (in diesem Fall bis kopfgroße vulkanische Gerölle von schwarzer Farbe). Auch im Verhalten gegenüber Störern bevorzugt sie das schmerzhafte Zubeißen.

WDC 211; TGDD 24 „Der Aprilscherz“, p. 64; BL-WDC 35/2


Familie: Emydidae (Sumpfschildkröten)

Riesen-Meeresschildkröte

Chelonia marina                        

Diese im Meer lebende Schildkröte erreicht eine Körperlänge von bis zu 2,50 m und ca. 1 m Breite. Ihr Panzer ist von abgeplatteter, linsenförmiger Gestalt.

Die Riesen-Meeresschildkröte ist trotz ihrer marinen Lebensweise nicht völlig an das Leben im Wasser angepasst. Sie verfügt über Gliedmaßen, die nicht (wie bei den Meeresschildkröten sonst üblich) in Flossen auslaufen, sondern in mit jeweils drei Krallen versehenen Füßen enden. Vermutlich ist sie eine nahe Verwandte bestimmter Sumpfschildkröten mit ähnlichem Körperbau.

Zur Eiablage begibt sich die Riesen-Meeresschildkröte grundsätzlich an Land. Obwohl die Eier normalerweise im Sand abgelegt werden, so nutzt sie dennoch jede Gelegenheit, hierfür einen sichereren und wärmeren Ort zu finden (z.B. Strandhütten und Federbetten). Die Jungen schlüpfen übrigens (je nach Wärmezufuhr) bereits schon nach kurzer Zeit (einige Stunden bis Tage).

TGDD 85/4 „Rache ist süß“, p. 42-43; BL-WDC 4/5


Lebende Fossilien

Ein sehr interessanter Bestandteil der Entenhausener Tierwelt sind Lebewesen, welche bei uns längst ausgestorben sind, jedoch im Entenhausener Universum in entlegenen Rückzugsgebieten bis zum heutigen Tag überlebt haben.

Unter diesen sogenannten „lebenden Fossilien“ besonders hervorzuheben sind die Dinosaurier des verbotenen Tales. Bei diesem verbotenen Tal handelt es sich um ein räumlich sehr beschränktes Biotop in einer abgelegenen Region des südamerikanischen Dschungels (Region Qualma Vista, Rio Fibro / Punta Obscura). Das Verbotene Tal verdankt seine Abgeschlossenheit offensichtlich der Tatsache, dass es nur durch eine schwer begehbare Schlucht zu erreichen ist und keinen weiteren Ausgang besitzt. Von der einheimischen Bevölkerung wird das Tal nicht nur wegen seiner urzeitlichen Fauna, sondern auch wegen des Vorkommens besonders aggressiver Insekten (Pestwespen / Brisanzbremsen, s.d.) gemieden.

 


Infraklasse: Archosauromorpha

Überordnung: Archosauria

Ordnung: Ornithischia (Vogelbecken-Dinosaurier)

Unterordnung: Ceratopia (Horndinosaurier)

Familie: Ceratopidae

Centrosaurus sp. (auch: Monoclonius)

fossiles Vorkommen:                Oberkreide von Nordamerika (Terra hominum)

Der im verbotenen Tal vorkommende Centrosaurus ist ein vierbeiniger Pflanzenfresser und hat den für Vertreter seiner Gattung typisch geformten kurzen, scheinbar „zweigeteilten“ Nackenschild. Auf seiner schnabelartigen Schnauze trägt er ein einzelnes Horn.

Abweichend von den uns aus der fossilen Überlieferung unserer Welt bisher bekannten Exemplaren besitzt der Entenhausener Centrosaurus sp. keine zusätzlichen Hornfortsätze am Nackenschild. Ebenfalls bisher nicht bekannt war die doppelte Reihe kleiner Knochenplatten auf seinem Rücken und die mit zwei Stacheln versehene Schwanzspitze, welche in ähnlicher Form sonst nur bei Stegosauriern vorkommt. Die Unterschiede im Körperbau könnten es nötig machen, das beschriebene Exemplar zukünftig in eine eigene Art zu stellen, die dann als Centrosaurus stellaanatiae bezeichnet werden sollte.

Obwohl von äußerlich grimmigem Erscheinungsbild, ist Centrosaurus sp. als durchaus gutmütig zu betrachten. So wird z.B. berichtet, dass er mehrere Personen (in diesem Falle Herrn Duck und seine drei Neffen) widerstandslos als Reiter duldete, wofür er mit einer Körperlänge von über 6 m auch kräftig genug ist. Der Bereich zwischen den beiden Knochenplattenreihen wurde von Herrn Duck als „bequem wie ein Sofa“ beschrieben. Die schuppige Haut des Tieres ist gegenüber den primitiven Waffen (Pfeil & Bogen, Speere) der benachbarten eingeborenen Bevölkerung äußerst widerstandsfähig. Sein (sehr spitzes) Horn kann er, wie beobachtet wurde, zur Verteidigung einsetzen.

Zweifellos besitzt Centrosaurus sp. einen gut entwickelten Orientierungssinn. Er findet z.B. nach Verlassen seines eigentlichen Biotops problemlos den Weg zurück.

Centrosaurus sp. ist der besterforschte Saurier des verlorenen Tales, da mit ihm der engste Kontakt bestand. Er ist auch der einzige dieser Saurier, der freiwillig das angestammte Biotop verließ und deshalb außerhalb des Tales anzutreffen war.

„Die Gurkenkrise“ bzw. „Das Verbotene Tal“ DD 54; TGDD 108/1; BL-DD 22, p. 60-63


Triceratops sp.            

fossiles Vorkommen:                Oberkreide von Nordamerika (terra hominum)

Der ebenfalls im verbotenen Tal vorkommende Triceratops ist wie Centrosaurus ein vierbeiniger Pflanzenfresser und mit diesem nahe verwandt (Familie Ceratopidae). Er ist von sehr massigem Körperbau (Länge ca. 9 m) und besitzt einen Nackenschild. Sein Schädel wird von insgesamt drei langen Hörnern gekrönt (eines auf der Schnauze, zwei auf der Stirn). Er besitzt nicht den bei Monoclonius sp. vorstehend beschriebenen Schuppenpanzer, sondern entspricht in seinem gesamten Erscheinungsbild der uns bekannten fossilen Überlieferung. Ein Exemplar wurde beim Verzehr krautiger Bodengewächse des heimatlichen Tales beobachtet.

Eine bemerkenswerte Auffälligkeit in seinem Verhalten ist die panikartige Fluchtreaktion auf das Summen (Bruzz zzuzz / Buzz zazz) bestimmter seltener Insekten aus der Familie der Wespen (Vespa pestilentiafera, Pestwespe / Brisanzbremse; sonst eigentlich als natürlicher Antagonist des Gurkenmurksers / Gurkenwurmes, Ciller gurcae, bekannt). Dieses Verhalten teilt er mit allen im verbotenen Tal lebenden Dinosauriern, die der Summton sogar zur Massenflucht treiben kann. Unklar bleibt, was die evolutionäre Ursache für diese immense Furcht ist, da die genannten Insekten großen Wirbeltieren eigentlich nichts anhaben können. Möglicherweise gleicht der Summton dieser Insekten zufällig dem eines mittlerweile längst ausgestorbenen, für Dinosaurier schädlichen Insektes. In diesem Falle könnte die angeborene Fluchtreaktion vor schädlichen oder krankmachenden Insekten einst einen nicht zu unterschätzenden evolutionären Vorteil dargestellt haben, der unter Umständen eine zumindest teilweise Erklärung für das extrem lange Überleben der Dinosaurier als Tiergruppe sein könnte.

„Die Gurkenkrise“ bzw. „Das Verbotene Tal“ DD 54; TGDD 108/1; BL-DD 22, p. 60-63


Unterordnung: Stegosauria

Familie: Stegosauridae

Stegosaurus sp.           

fossiles Vorkommen:                Oberjura von Nordamerika (terra hominum)

Dieser bis zu 9 m lange, gepanzerte pflanzenfressende Saurier ist bekannt durch eine doppelte Reihe großer Knochenplatten auf seinem Rücken und die vier Stacheln am Schwanzende. Die Exemplare des verbotenen Tales gleichen weitestgehend den bisher bekannten fossilen Befunden.

Bemerkenswert ist allerdings, dass hier ein Saurier aus der Jurazeit (also einem wesentlich früheren Erdzeitalter als die vorstehend beschriebenen Gattungen) ebenfalls überlebt hat. Dies veranlasst uns zu der Überlegung, wie es überhaupt möglich sein kann, dass Dinosaurier, die eigentlich für Nordamerika typisch sind, in einem südamerikanischen Rückzugsgebiet überleben konnten. Dies umso mehr, als sie auch noch aus verschiedenen Erdzeitaltern stammen. Da das Verbotene Tal zur Zeit des Kreidezeitalters aus geologischen Gründen noch nicht existiert haben kann (geschweige denn bereits zur Jurazeit), muss hier die folgende Hypothese (unter Voraussetzung ähnlicher geologischer Entwicklungen auf Stella anatium und terra hominum) aufgestellt werden:

Bereits am Ende der Jurazeit muss in einer entlegenen Region des Nordamerikanischen Festlandes Stella anatiums eine geschützte Zufluchtsstätte unbekannter Art und Lage entstanden sein, in der einzelne Tierarten ihr Aussterben auf der restlichen Welt überleben konnten. Wie die Artenzusammensetzung im heutigen verbotenen Tal zeigt, sind im Laufe der Kreidezeit dann noch mehrere, inzwischen neu entstandene Arten in das nordamerikanische Zufluchtsgebiet eingewandert, wo sie den großen Faunenschnitt am Ende der Kreidezeit im Verborgenen überleben konnten. Im Laufe der geologischen Umwälzungen seit dem Ende der Kreidezeit, muss sich dieses Rückzugsgebiet in einem günstigen Zeitabschnitt zur übrigen Welt geöffnet haben. Nach Entstehung der mittelamerikanischen Landbrücke in der Tertiärzeit war es einigen Überlebenden aus dem genannten Rückzugsgebiet möglich, gemeinsam mit etlichen anderen Tierarten nach Südamerika überzuwechseln. Dort fanden sie im verbotenen Tal Zuflucht und überlebten so in den warmen Tropen auch noch die Eiszeit auf der nördlichen Erdhalbkugel.

Übrigens konnte durch die Beobachtung von Stegosaurus-Exemplaren im „Verbotenen Tal“ endlich die Streitfrage geklärt werden, ob die Knochenplatten auf dem Rücken der Tiere aufrecht stehen oder am Körper anliegen (sie stehen!).

„Die Gurkenkrise“ bzw. „Das Verbotene Tal“ DD 54; TGDD 108/1; BL-DD 22, p. 60-63


Unterordnung: Theropoda

Infraordnung: Carnosauria

Familie: Allosauridae

Allosaurus sp.              

fossiles Vorkommen:                Oberjura bis Unterkreide von Nordamerika (terra hominum)

Der einzige große zweibeinige Fleischfresser im verbotenen Tal (Körperlänge bis 12 m) gleicht in seinem Körperbau weitgehend den bekannten Fossilien aus der Verwandtschaft von Allosaurus. Die Einordnung der beobachteten Exemplare in die Gattung Allosaurus muss jedoch insofern in Frage gestellt werden, als dass diese an ihren Vorderbeinen (bzw. Armen) vier Finger aufweisen, während der fossile Allosaurus nur deren drei hat. Möglicherweise handelt es sich bei den beobachteten Exemplaren um Abkömmlinge eines Vorläufers von Allosaurus, die sich frühzeitig in die vorstehend beschriebene Zuflucht zurückzogen, die weitere Evolution ihrer Verwandten nicht mitmachten und so den vierten Finger durch die besonderen Lebensbedingungen nicht reduzieren mussten. Keinesfalls jedoch handelt es sich um einen Tyrannosaurus, wie der kleine Herr Duck fälschlich vermutete (dieser hat nämlich nur je zwei Finger). Das Vorhandensein eines zusätzlichen Fingers stellt im Übrigen einen gewissen Widerspruch zu der Tendenz dar, dass die Lebensformen des Entenhausener Universums oftmals weniger Finger besitzen als ihre Äquivalente in unserer Welt.

Die Lebensweise des beschriebenen Allosaurus ist eindeutig die eines aktiven Beutegreifers, was durch die Beobachtung eines Exemplars beim Erbeuten eines Monoclonius belegt wird. In der Regel gibt sich Allosaurus vermutlich auch mit kleinerer Beute zufrieden, wie sein vergeblicher Versuch, die Familie Duck zu verzehren, verdeutlicht. Wie weitere Beobachtungen zeigen, ist er zwar in der Lage, auch größere Pflanzen (wie Bäume) auszurupfen, er verzehrt diese aber nicht.

Aufgrund der vorstehend genannten Eigenheiten im Körperbau wird der Allosaurus des verbotenen Tales hier provisorisch als Allosaurus tetradaktylus benannt.

„Die Gurkenkrise“ bzw. „Das Verbotene Tal“ DD 54; TGDD 108/1; BL-DD 22, p. 60-63


Unterordnung: Sauropodomorpha

Infraordnung: Sauropoda

Familie: Diplodocidae?

Apatosaurus sp.? (= Brontosaurus)

fossiles Vorkommen:                Oberjura von Nordamerika (terra hominum)

Der einzige langhalsige Pflanzenfresser unter den Sauriern des verbotenen Tales ist taxonomisch nur schwer einzuordnen. Vom ersten Eindruck her gleicht er zwar dem bekannten Apatosaurus, was es erlauben würde, ihn zumindest der Familie Diplodocidae zuzuordnen, was hier auch provisorisch geschieht. Ohne Untersuchung spezifischer Knochenmerkmale ist eine sichere Einordnung jedoch nicht möglich. Da die Beschreibung nur auf der kurzen Beobachtung des lebenden Tieres basiert und wir nicht darauf hoffen dürfen, dass uns in nächster Zeit ein Exemplar vor die Füße läuft und tot umfällt, müssen wir uns diesbezüglich mit Spekulationen begnügen.

Berücksichtigen wir die nordamerikanische Herkunft aller anderen Saurier des verlorenen Tales, so dürfen wir zumindest als gesichert annehmen, das die beobachten Exemplare einer nordamerikanischen Entwicklungslinie der langhalsigen pflanzenfressenden Dinosaurier entstammen. Die Körpergröße der beobachteten Tiere erreicht nicht die Maße eines typischen erwachsenen Apatosaurus (bis 21,3 m; die beobachteten Exemplare nur ca. 15 m). Es könnte sich daher um eine (ggf. nur entfernt) verwandte Art, die sich irgendwann zwischen Oberjura und Oberkreide zu den vorstehend beschriebenen Formen gesellte, oder aber auch einfach um eine Kümmerform von Apatosaurus handeln.

„Die Gurkenkrise“ bzw. „Das Verbotene Tal“ DD 54; TGDD 108/1; BL-DD 22, p. 60-63


Unterordnung: Theropoda

Infraordnung: Coelurosauria

Familie: Ornithomimidae

Ornithomimus sp.?

fossiles Vorkommen:                Oberkreide von Nordamerika und Asien (terra hominum)

Der kleinste und am schlechtesten durch Beobachtung belegte (nur eine Sichtung) Dinosaurier des verbotenen Tales ist ein relativ kleiner (Länge ca. 3 m), flinker Zweibeiner mit dreifingrigen Armen. Seine allgemeine äußere Erscheinung erlaubt die Zuordnung zur Familie der Ornithomimidae. Auch wenn eine genaue Bestimmung ohne weitere Beobachtungen nur vage sein kann, so stellen wir Ihn hier trotzdem einfach erst mal zur Gattung Ornithomimus (Das ist meine Beschreibung; Zack!).

Erstaunlich ist, dass die Dinosaurierfauna des verbotenen Tales nur aus einigen wenigen, überraschenderweise meist recht großen Arten besteht. Ornithomimus bildet diesbezüglich die einzige Ausnahme. Eigentlich müssten kleinere Formen für das Überleben in einem Rückzugsgebiet wie dem verbotenen Tal besser geeignet sein als sehr große, was hier aber offensichtlich nicht der Fall ist. Auch muss es verwundern, dass neben den beschriebenen Sauriern keine weiteren lebenden Fossilien im verbotenen Tal auftreten. Das einzige andere endemische Lebewesen scheint die Pestwespe / Brisanzbremse zu sein. Dies zeigt, dass in der Erforschung der Ökologie des verbotenen Tales noch ein weitgehender Nachholbedarf besteht.

„Die Gurkenkrise“ bzw. „Das Verbotene Tal“ DD 54; TGDD 108/1; BL-DD 22, p. 60-63


Klasse: Aves (Vögel)

 

 

 

 

 

 

Ordnung: Passeriformes (Sperlingsvögel)

Unterordnung: Oscines (Singvögel)

Familie: Fringillidae (Finken)

Entenhausener Reisfink

Fringilla oryzophaga

Der Entenhausener Reisfink (nicht zu verwechseln mit dem irdischen Reisfinken Padda oryzivora), ein körnerfressender Vogel von Sperlingsgröße und naher Verwandter des Buchfinken, tritt in großen Schwärmen von jeweils mehreren tausend Individuen (vergleichbar z.B. den Schwärmen von Staren) auf. In seinem südostasiatischen Verbreitungsgebiet pflegt er durch sein massenhaftes Auftreten (besonders in den Staaten Samboria und Nord-Malaria) große Verheerungen an den Reis-Monokulturen anzurichten.

Am zweckmäßigsten lässt sich der Reisfink durch laute, metallische Geräusche nachhaltig vertreiben (z.B. durch den nervenzerreißenden Ton, den Spielzeug-Tschinellenaffen erzeugen; etwa: „Tschinng!“ bzw. „Tschringg!“).

Leider geht die Beeinflussbarkeit durch Geräusche beim Reisfinken so weit, dass sich dieser durch den tiefen Ton eines königlich-samborianischen Gongs unerwünschterweise wieder anlocken lässt (sogenannter Heimweh-Sound), wobei vermutlich eine weittragende Infraschall-Komponente die wesentliche Rolle spielt.

 „Der Glockendoktor“ WDC 297; TGDD 72, p. 6, 7 und 11; BL-WDC 59/1


Entenhausener Schneefink

Fringilla militaris

Der Entenhausener Schneefink (Fringilla militaris) ist, wie auch der Reisfink (Fringilla oryzophaga), ein körnerfressender Vogel von Sperlingsgröße. Er stellt eine eigenständige Entenhausener Art dar, und sollte nicht mit unserem einheimischen Schneefinken (Montifringilla nivalis) verwechselt werden, mit dem er nicht näher verwandt ist.

Er ist von eher unscheinbarem Äußeren, sein Gefieder hat (trotz des Namens „Schneefink“) ganzjährig einen einheitlichen, dunklen Farbton. Männliche und weibliche Individuen sind äußerlich nicht zu unterscheiden. Sein Verbreitungsgebiet liegt in den gemäßigten Breiten des nordamerikanischen Kontinentes Stella Anatiums und umfasst auch das Stadtgebiet von Entenhausen.

Der Entenhausener Schneefink ist eine Tierart, welche an der Schwelle zur Neointelligenz steht. Untereinander können diese Vögel mit einer eigenen Sprache kommunizieren. Sie sind dadurch zu vorheriger Absprache ihrer Handlungsweise und in der Folge auch zu kooperativem, planvollem Handeln in der Lage.

In diesem Zusammenhang kann die Tatsache als bemerkenswert betrachtet werden, dass sich die Entenhausener Schneefinken als Kulturfolger gerne von heruntergefallenen Nahrungsresten (z.B. bei Sportveranstaltungen) ernähren. Zum Erschließen dieser Nahrungsquelle sind sie nämlich zu geradezu militärisch organisierten Maßnahmen bereit, die in wohlorganisierten Gruppen (unter Einhaltung der Befehlskette) ausgeführt werden.

"Eine fabelhafte Erfindung" U$ 41; KA 6, p. 36-38; BL-DÜ 6/8


Badevogel

Turdus balnearius      

Der Badevogel ist ein naher Verwandter der Meisen und Drosseln. Er erreicht eine Körpergröße von bis zu 25 cm und besitzt ein durchwegs einfarbig helles Federkleid. Der Badevogel bewohnt Wälder und Freiflächen in und um die Stadt Entenhausen und ist im Stadtbild häufig anzutreffen.

Eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass der Badevogel sich wohlfühlt, ist das Vorhandensein von offenen Wasserflächen. Obwohl er in seiner Ernährung (Körner und Kleininsekten) nicht unbedingt auf offenes Wasser angewiesen ist, so braucht er dieses unbedingt zur Pflege seines Federkleides. Zur Reinigung und zum Vergraulen eventueller Parasiten pflegt der Badevogel nämlich ausgiebige Bäder von bis zu 30 min Dauer zu nehmen. Er ist dabei merklich ausdauernder, als es andere Vögel sind. Beobachteten Exemplaren war die entspannende Wirkung des Bades direkt anzusehen.

WDC 228; DD-Classic-Album 35; „Sicherheit für unsere Kinder“; p. 41; BL-WDC 38/4

auch: WDC 198, WDC 107, WDC 92



Familie: Musicapidae (Fliegenschnäpperartige)

Neurotische Nachtigall

Alauda neurotica

Auch dieser Vogel ist ein Bewohner des Stadtgebietes von Entenhausen. Er erreicht eine Körpergröße von bis zu 15 cm. Die neurotische Nachtigall ist eigentlich keine Nachtigall, sondern eine Lerche (in diesem Fall ist es tatsächlich die Lerche und nicht die Nachtigall, sie singt nämlich auch am Tag). Den Namen Nachtigall erhielt sie wohl wegen ihres betörenden Gesanges. Dieser wird durch den im Verhältnis zum übrigen Körper relativ großen Kopf als Klangkörper noch verstärkt. Forschungen ergaben, dass der Gesang sinngemäß bedeutet: „Vielleicht bin ich entzückt, vielleicht bin ich bedrückt, vielleicht auch ein bisschen verrückt“.

Die neurotische Nachtigall lässt sich nicht leicht einfangen. Bei Bedrohung durch andere, größere Vögel setzt sie sich in mehr oder weniger koordinierten Gemeinschaftsangriffen zahlreicher Individuen zur Wehr. Am einfachsten gelingt der Fang einer neurotischen Nachtigall, indem man ihr Salz auf den Schwanz streut. Eigentlich muss es aber nicht unbedingt Salz sein, auch jedes andere rieselfähige Material wäre hierzu geeignet. Das aufgestreute Salz hat nämlich keinerlei physiologische Wirkung auf den Vogel. Vielmehr ist es die Tatsache, dass jemand unbemerkt nahe genug an den Vogel herankommen konnte, um ihm Salz auf den Schwanz zu streuen, für dieses zartbesaitete Tier so schockierend, dass es sofort in katatonische Starre verfällt und leicht einzusammeln ist.

U$ 22/3; „Der Roboter Rudi“; BL-DÜ 2, p. 13-16


                                                                                   Familie: Sturnidae (Stare)

Indischer Plaudervogel

Cracula papperlapappa Fuchs 1959 (syn. Gracula religiosa Barks 1958)

Der einzig bekannte Vertreter dieser Art aus der Verwandtschaft des Beo (Gracula religiosa) ist ein Entenhausener Zooexemplar. Obwohl es sich vermutlich um eine neointelligente Spezies handelt (Intelligenz, sprachliche Kommunikation, nach eigenem Bekunden sogar Lesefähigkeit), wird das Exemplar in einem Käfig gehalten (immerhin nimmt es an einem "Auswilderungsversuch" teil). Der Plaudervogel vermag andere Tiere (bekannt: Ziege, Gorilla, Adler) in ihrem Verhalten zu manipulieren. Seine Lieblingsspeise sind nach eigenem Bekunden Pflaumen, welche bei ihm allerdings einen Drogenrausch bewirken.

Die Flügel sind kurz und werden bisweilen wie Greifhände eingesetzt (z.B. beim Pflaumenverzehr), der Plaudervogel ist vermutlich dennoch flugfähig.

Die Hinterextremitäten weisen drei Zehen auf (zwei nach vorn, eine nach hinten gerichtet). Das Gefieder ist schwarz und das Gesichtsfeld farblos.

WDC 222; TGDD 25 „Ein Meister seines Fachs“; BL-WDC 37/3

P. Darwin: Über die Entstehung intelligenter Arten durch natürliche Zuchtwahl, DD 104


Ordnung: Coraciiformes (Rackenartige)

Familie: Alcedinidae (Eisvögel)

Gieriger Eisvogel

Alcedo voluptans        

Der gierige Eisvogel ist von seiner Morphologie her ein typischer Eisvogel mit buntem, metallisch glänzenden Gefieder. Er ist von relativ geringer Körpergröße (in der Regel unter 5 cm).

Er bewohnt die Gebiete um den Kickmiquik und seine Nebenflüsse im hohen Norden des Nordamerikanischen Kontinentes Stella anatiums.

Der gierige Eisvogel trägt seinen Namen zu Recht, denn er ist in der Lage, Fische zu fangen und wegzuschleppen, die seine Körperlänge um ein Mehrfaches überschreiten. Wie er eine solche Beute verzehrt, ist unklar, da er dies unmöglich in der für Eisvögel typischen Weise vornehmen kann (Eisvögel schlucken Fische eigentlich am Stück).

Der gierige Eisvogel sollte nicht mit dem gewöhnlichen Entenhausener Eisvogel (Alcedo vexans, s.d.) verwechselt werden.

D.D.O.S. 263; TGDD 78, p. 14


Entenhausener Eisvogel

Alcedo vexans

Der Entenhausener Eisvogel ist deutlich größer als der gierige Eisvogel (Alcedo voluptans), seine Körpergröße beträgt bis zu 25 cm. Charakteristisch ist eine Zeichnung in Form eines weißen Ringes um seinen Hals. Er bewohnt die gemäßigten Breiten und kommt auch flussaufwärts von Entenhausen vor.

Im Gegensatz zu seinem kleineren Verwandten, fängt der Entenhausener Eisvogel nur kleine Fische (bevorzugt z.B. Lachsbrut); diese jedoch in großer Zahl. Er zählt zu den intelligenteren unter den Vögeln und ist in der Lage, ihm gestellte Fallen zu erkennen und zu umgehen. Allerdings verfällt er in unkontrollierbare Aggressionen, wenn er sein Revier durch einen echten (oder vermeintlichen) Artgenossen verletzt sieht. Dieser wird dann gnadenlos attackiert.

Eisvögel jeder Art gelten in Entenhausen zwar als lästige Fischräuber, sind aber vom Gesetz unter Naturschutz gestellt und dürfen daher nicht bejagt werden.

WDC 192; TGDD 18 „Donald, Herr über alle Geschöpfe“, p. 8-12

Jacobsen, Peter (1999): „Waidmannsheil! - Auswüchse des Jagdwesens in Entenhausen und anderswo“; -Der Donaldist 109, p. 3-10; Berlin.


Familie: Upupidae (Hopfe)

Ostsibirischer Korjakenknacker

(auch: Rarer Rubelrabe oder Östliche Korinthenkrähe)

Upupa coriacus

Der ostsibirische Korjakenknacker ist ein naher Verwandter der Wiedehopfe. Die männlichen Tiere tragen einen auffälligen Federschopf am Kopf, während beide Geschlechter die langen Schwanzfedern besitzen.

Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt in der warmen Jahreszeit im Osten Sibiriens (Korjakien). Während des dort besonders kalten Winters sucht er wärmere Gebiete im Süden auf. Er ernährt sich vorwiegend von Würmern und Kleintieren, die er mit seinem besonders geformten Schnabel aus der Erde wühlt. Die Körpergröße eines ausgewachsenen Korjakenknackers kann bis zu 70 cm erreichen.

Der ausgefallene Ruf des männlichen Korjakenknackers ist berühmt (Grrkztrrtschrwzkaja! oder kurz: Grrkztrr!). Die weniger gebräuchlichen synonymen Trivialnamen (östliche Korinthenkrähe und rarer Rubelrabe) sind irreführend, da es sich beim Korjakenknacker nicht um einen Rabenvogel handelt.

WDC 105; MM 21/75 "Kampf der Echos"; BL-WDC 15/4


Ordnung: Falconiformes (Greifvögel

Familie: Cathartidae (Neuweltgeier)

Streitgeier

Vultur militaris Fuchs 1967

Dieser Vertreter der Neuweltgeier zeichnet sich durch einen sehr aggressiven Habitus aus. Der Schnabel ist relativ lang und (für Vögel eine Ausnahme!) mit einer Reihe gefährlich aussehender Zähne bewehrt. Wie etwa beim Königsgeier (Sarcoramphus papa) sind zwei Zehen nach vorne und ein Zeh nach hinten gerichtet. Das Tier hat eine Größe von ca. 1 m.

Das Besondere am Streitgeier ist, dass es sich bei ihm um einen Kulturfolger handelt. Der Aasfresser hat sich bereits früh darauf spezialisiert, sich seine Nahrung auf Schlachtfeldern zu suchen. Um sich hierbei gegen Artgenossen und andere Aasfresser durchzusetzen, begann der Vogel, sich mit den herumliegenden Waffen und Ausrüstungsgegenständen auszurüsten und diese notfalls auch einzusetzen. Ein solcher Werkzeuggebrauch ist im gesamten Tierreich einmalig.

U$ 54; TGDD 70/3 „Der gesprenkelte Elefant“


Familie: Accipitridae (Habichtartige)

Doppeladler

Aquila biceps austria Fuchs 1967

Der Doppeladler ist ein enger Verwandter des Steinadlers (Aquila chrysaetos). Oberflächlich betrachtet ist er diesem recht ähnlich, nur scheint er zwei Köpfe zu haben. Tatsächlich handelt es sich um sog. "Automimikry", nämlich das Vortäuschen eines zweiten Kopfes (sog. Pseudoceps oder Scheinkopf). Der zweite Kopf schaut zur Abschreckung von Feinden ständig grimmig in die dem echten Kopf entgegengesetzte Richtung (der echte Kopf ist auf der Abbildung der rechte).

In seinem natürlichen Lebensraum, den Zentralalpen, hat sich die abgebildete Unterart A. biceps austria neue ökologische Nischen erschlossen. Der lange Schnabel dient zum Aufstöbern kleiner höhlenbauender Säugetiere wie Murmeltiere, Mäuse etc. Die Flügel des Doppeladlers sind viel zu klein, um den Vogel wie seine einköpfigen Verwandten in die Lüfte zu erheben. Da er sich also ständig auf dem Boden aufhält, musste er Strategien zur Abwehr von Feinden entwickeln. Eine dieser Strategien ist die auffällige Pseudodoppelköpfigkeit; die andere Strategie besteht in der farblichen Anpassung an die Umgebung, wie man das beispielsweise auch vom Chamäleon kennt. Das abgebildete Exemplar ist gerade in der Balz und zeigt seine Prachtfarben.

Männchen und Weibchen sind bei den Aquilae äußerlich kaum zu unterscheiden. So sind bei A. biceps austria beide etwa gleich groß (ca. 1,50 m!) und tragen eine auffällige Federkrause am Hals.

U$ 54; TGDD 70/3 „Der gesprenkelte Elefant“

s/w - Abbildung aus DUVE, K. & VÖLKER, T. (1997): "Lexikon berühmter Tiere"


Ordnung: Strigiformes (Nachtraubvögel)

Familie: Strigidae (Eulen)

Ohrlose Ohreule

Asio sinauris  

Bei der Ohrlosen Ohreule (Asio sinauris) handelt es sich nicht etwa (wie der Name vielleicht vermuten ließe) um ein gehörloses oder verstümmeltes Exemplar der Waldohreule (Asio otus) oder der Sumpfohreule (Asio flammeus). Die Ohrlose Ohreule stellt vielmehr eine eigenständige Entenhausener Eulenart dar, welche durchaus über ein hervorragendes Gehör verfügt.

Wie alle Eulen (und überhaupt alle Vögel) besitzt sie natürlich keine äußeren Ohren (Ohrmuscheln), da solche nur bei Säugetieren auftreten (ohrenähnliche Kopfanhängsel bei Eulen bestehen grundsätzlich nur aus Federn). Über das genaue Erscheinungsbild und die Lebensweise der ohrlosen Ohreule ist uns leider nur wenig bekannt; Abbildungen existieren nicht. Dies liegt wohl vorwiegend darin begründet, dass es sich bei ihr um eine der seltensten und bedrohtesten Vogelarten Entenhausens handelt.

Die in Entenhausen beliebte „Lotterie zugunsten von Ohrlosen Ohreulen“ (Hauptgewinn ein lebender Truthahn) ist daher auch eine Veranstaltung, welche zur Beschaffung von finanziellen Mitteln für Forschung und Artenschutz veranstaltet wird und keine bloße karitative Unternehmung von Tierfreunden zugunsten behinderter Tiere.

WDC 136; „Spielleidenschaft“ KA 28, p. 18; BL-WDC 20/2


Ordnung: Galliformes (Hühnervögel)

Viereckiges Huhn

Gallus quadraticus    

Das Viereckige Huhn ist eigentlich von eher würfelförmiger Körperform. Daher wäre der Name „Würfelförmiges“ oder „Kubisches“ Huhn angebrachter, jedoch hat sich der Name „Viereckiges Huhn“ eingebürgert. Das viereckige Huhn hat ein nur sehr geringes Flugvermögen, was wohl auf die kurzen, kantigen Flügel und die nicht aerodynamische Körperform zurückzuführen ist. Die Beine sind kräftig, weisen aber im Gegensatz zu den bisher bekannten Hühnervögeln nur 3 statt 4 Zehen auf (die Reduktion peripherer Gliedmaßen ist ein im Entenhausener Universum häufiges Phänomen!). Der Schnabel ist ebenfalls kräftig und äußerst kantig. Das Viereckige Huhn ist von durchgehend steingrauer bis bräunlicher Färbung, mit Ausnahme des roten Kammes und des gelben Schnabels. Männliche und weibliche Tiere sind äußerlich nicht zu unterscheiden.

Das Vorkommen des Viereckigen Huhnes ist ausschließlich auf ein entlegenes Tal der peruanischen Anden des Entenhausener Universums beschränkt. Es wird von den dortigen Eingeborenen als Lieferant (ebenfalls würfelförmiger) Eier genutzt und zu diesem Zweck neuerdings auch domestiziert. Das Huhn selbst ist aufgrund seiner extremen Zähigkeit nicht für den menschlichen Verzehr ungeeignet.

In freier Wildbahn ist sein Verhalten von einer außergewöhnlichen Befähigung zur Mimikry gekennzeichnet. Es kann sich bei Verbergen des Kopfes und reglosem Verharren leicht als Stein tarnen. Ebenso sind seine Eier kaum von Steinen zu unterscheiden. Ferner wurden aber auch extreme Aggressionsreaktionen gegen jegliches runde Objekt beobachtet. Jungvögel können mit einem Training von nur wenigen Tagen zum Kaugummikauen und zum Blasen würfelförmiger Kaugummiblasen angeleitet werden (was jedoch ohne erkennbaren wissenschaftlichen oder wirtschaftlichen Nutzen ist).

Die Aufzucht außerhalb des natürlichen Verbreitungsgebietes war bislang nicht möglich.

 „Im Land der viereckigen Eier“ FC 223/2; TGDD 50; BL-DD 10, p. 29-36


Entenhausener Zwerghahn

Microgallus Entenhausensis  

Der Entenhausener Zwerghahn ist ein Hühnervogel von geringer Körpergröße (selten über 10 cm!). Er ist von schmächtigem Körperbau. Männliche und weibliche Tiere sind äußerlich nicht zu unterscheiden.

Der Zwerghahn bewohnt als Kulturfolger auch das Stadtgebiet von Entenhausen und ernährt sich dort von heruntergefallenen Brosamen.

Bemerkenswerterweise zählt der Zwerghahn zu den sehr mutigen und kämpferischen Vögeln. Ihm gelingt es sogar, bei der Verteidigung seiner Brut ausgewachsene Hauskatzen, denen er unerschrocken gegenübertritt, in die Flucht zu schlagen.

D.D.O.S. 291-509; TGDD 79 „Die magische Sanduhr“, p.


Ordnung: Anseriformes (Entenvögel)

Goldene Gans

Anser domesticus var. aureus                     

Die goldene Gans stellt keine eigenständige Art dar, sondern ist eine ausschließlich in einer abgeschlossenen Population der gewöhnlichen, weißen Entenhausener Hausgans (Anser domesticus) gelegentlich auftretende Variante. Es handelt sich bei dieser Population um eine Zuchtlinie, welche seit Jahrhunderten auf der Insel Schnattereiland im Anade-Archipel gehalten wird. Die sogenannte „goldene Gans“ tritt innerhalb der Schnattereiland-Population nur relativ selten (deutlich unter 1 % der Individuen) auf. Es handelt sich hierbei ganz offensichtlich um eine rezessiv vererbbare Mutation, welche durch Inzucht immer wieder manifest wird.

Die betreffenden Individuen besitzen die Eigenschaft, in Nahrung und Trinkwasser feinst verteilte (bzw. gelöste) Goldpartikel und einzelne Goldatome in ihren Körper aufzunehmen. Dort werden sie vor allem in der Haut und dem Gefieder eingelagert. Der Einlagerungsprozess geschieht dabei durch biomolekulare Akkumulation; ein Prozess, dessen genauer Mechanismus derzeit noch ungeklärt ist (durch einen ähnlichen Prozess erhalten z.B. Flamingos ihre rosa Farbe). Durch die Einlagerung des Edelmetalles erhalten die betroffenen Gänse ein rundum goldfarbenes Erscheinungsbild. Obwohl die Metalleinlagerung das Gefieder deutlich verhärtet und das Flugvermögen der Tiere dadurch leidet, scheinen die einzelnen Individuen trotzdem nicht benachteiligt zu sein. Betroffene Tiere werden übrigens durch ihren Metallgehalt für den menschlichen Verzehr ungeeignet. Gleiches gilt für die von ihnen gelegten „goldenen“ Eier, welche in der Schale ebenfalls einen stark erhöhten Goldgehalt (und dadurch eine goldene Farbe) aufweisen. Selbst im Inneren der Eier finden sich sandartige Anhäufungen von Goldstaub, besonders im Bereich des Dotters.

In jüngerer Zeit wurden einige Exemplare der goldenen Gans von Herrn Dagobert Duck zum Zwecke der Zucht und kommerziellen Ausbeutung aufs Entenhausener Festland verbracht. Der Versuch, Eier selbst auszubrüten, ist Herrn Duck im übrigen misslungen.

 „Die Insel der goldenen Gänse“ U$ 45; TGDD 100, p. 19-48    


Ordnung: Piciformes (Spechtartige)

Herrenspecht (oder Elfenbeinschnabel)

Picus dominus            

Vom Aussehen her ein typischer Specht mit grauem Gefieder und rotem Schopf, zählt der Herrenspecht zu den scheuesten Tieren der Wälder Entenhausens. Er ist extrem kontaktscheu und widersetzt sich mit aggressiven Handlungen gegen Personen (speziell Fotografen) und Sachen (speziell Fotoapparate) jeglichem Versuch, ihn abzulichten.

Geradezu legendär ist seine Flinkheit. Behände entzieht er sich jedem Beobachter. Durch seinen extrem harten Schnabel ist er in der Lage, Holz und andere Materialien in Sekundenschnelle und selbst im Fluge zu zerspanen.

Versuche, sich ihm in vogelgemäßer Verkleidung (z.B. als elfenbeinerner Damenspecht) zu nähern, führten nicht zum gewünschten Erfolg und riefen ebenfalls Aggressionsausbrüche mit Schnabelattacken des gekränkten Tieres hervor.

Aufgrund dieser Umstände ist das einzig bekannte Photo eines Herrenspechtes nur durch ein zufälliges Verheddern eines Individuums in einem Trageriemen entstanden und kann nicht als Bild eines Herrenspechts in seiner natürlichen Umgebung betrachtet werden.

Dem verborgenen Leben des Herrenspechtes und seinem daher geringen Bekanntheitsgrad ist wohl auch die Tatsache zuzurechnen, dass er gerne mit einem Eichelhäher verwechselt wird, ohne diesem auch nur im entferntesten ähnlich zu sehen. Was den Herrenspecht deutlich von den Vögeln unseres Universums unterscheidet, ist das vorübergehende Erscheinen von (Pseudo-)Zähnen in seinem sonst zahnlosen Schnabel während seiner Wutausbrüche. Zwar haben heute lebende Vögel grundsätzlich keine Zähne, da diese im Laufe der Evolution verloren gingen, jedoch ist es von zahlreichen Vögeln und vogelähnlichen Lebensformen des Entenhausener Universums belegt, dass diese bei starken Emotionen plötzlich Zähne zeigen können. Dies gilt übrigens auch für die intelligenten Anatiden Entenhausens, die dieses Verhalten sogar soweit steuern können, dass sie in ihren Schnäbeln bei Bedarf Zähne erscheinen zu lassen können. Der genaue Mechanismus der vorübergehenden Zahnung („Fehlmannsche Kapsel“, Morphotheltheorie) ist in der Forschung umstritten.

 „Der Herrenspecht“ WDC 57; KA 32, p. 44-48

Fehlmann, Wolfgang (1978): „Fehlmannsche Kapsel“; -Der Hamburger Donaldist 8/9; p. 14; Großhansdorf.

Darwin, paTrick (1997):„Über die Entstehung intelligenter Arten durch natürliche Zuchtwahl“; -Der Donaldist 104; p. 16-26; Berlin.


Lockenschwanzspecht

Picus ondulatus                   

Der Lockenschwanzspecht Picus ondulatus ist ein ca. 15 cm großer, naher Verwandter des Herrenspechtes (P. dominus). Er bewohnt wie dieser die Wälder Entenhausens. Der Lockenschwanzspecht ist zwar einerseits extrem kamerascheu, lässt sich allerdings andererseits gerne von Artgenossen und anderen Vögeln bewundern. Seine prächtigen Schwanzfedern sind leicht gewellt (daher: Lockenschwanzspecht). Vermutlich erfüllt diese Wellung der Schwanzfedern nicht nur einen Zweck in der Partnerwerbung (männliche Individuen mit besonders lockigen Schwänzen werden von den unscheinbaren Weibchen bei der Partnerwahl bevorzugt). Die Schwanzfederwellung erzeugt nämlich beim Fliegen durch Verwirbelung des Luftstromes einen Grenzschichteffekt, der einerseits zur Energieersparnis beiträgt und andererseits besonders lautloses Fliegen ermöglicht.

FC 1047/6 ; BL-DÜ 3, p. 37


Familie: Ciconiidae (Störche)

Störrischer Storch

Ciconia shlepnesteria

Der Störrische Storch ist ein naher Verwandter des Weißstorches (Ciconia ciconia) und sieht diesem sehr ähnlich. Als deutlichster Unterschied zum Weißstorch gilt der leicht gebogene Schnabel. Seine Körpergröße überschreitet selten 75 cm. Der Störrische Storch ist trotz seines Namens ein Zugvogel, der in der warmen Jahreszeit auch im Stadtgebiet von Entenhausen brütet, wobei das Brutgeschäft vorwiegend vom weiblichen Tier übernommen wird. Als geeigneten Standort für sein stabil gebautes Nest betrachtet der Störrische Storch hochgelegene Punkte, wie z.B. Schornsteine. Grundsätzlich bevorzugt er jedoch Standorte ohne Abgasanfall (z.B. Lüftungsschächte). Im Gegensatz zu den meisten anderen bekannten Vögeln verlässt er bei Störung sein Nest nicht, sondern bleibt beharrlich (eben: störrisch) darauf sitzen. Falls der Standort seines Nestes gewaltsam verändert wird, so ist er in der Lage, es mit den Füßen zu greifen und im Flug zum alten Platz zurückzutragen. Eine große Rolle bei der Wahl des Nistplatzes spielt übrigens der Geruch des in Frage kommenden Ortes. Ein Tier, das Lange Zeit auf dem Dach einer Sparkasse gebrütet hat, wird sich, falls dieser Nistplatz nicht mehr existiert, für sein Nest einen Standort mit ähnlichen Geruch (modernde Banknoten) suchen.

FC 1047/3; „Die störrische Störchin“ BL-DÜ 3; p. 18-22; TGDD 113


Familie: Typhonidae (Schriller)

Madegassischer Schabrackenschriller

Typhon sirenoides

Der madegassische Schabrackenschriller ist ein baumbewohnender entfernter Verwandter der Störche (Ciconiidae). Seine Körpergröße beträgt ca. 60 cm. Er kommt (wie sein Name schon sagt) ausschließlich auf Teilen der Insel Madagaskar vor. Der Schabrackenschriller hat einen leicht gebogenen Schnabel und einen relativ langen, faltigen Hals. Sein Kopf wird von einem haarschopfartigen Federbüschel gekrönt, aus dem zwei zierliche Schmuckfedern hervorstehen. Der Halsansatz wird von einem buschigen Federring umgeben. Das herausragendste Merkmal des Schabrackenschrillers sind jedoch die prachtvollen, langen Schwanzfedern. Diese werden von den ortsansässigen Eingeborenen sehr geschätzt und zu Tanzkostümen verarbeitet (der Schabrackenschriller ist ein neugieriges Tier und daher relativ leicht zu fangen). Interessanterweise gibt es beim Schabrackenschriller zwischen männlichen und weiblichen Individuen keinen erkennbaren Unterschied im äußerlichen Erscheinungsbild, denn beide haben das gleiche prächtige Federkleid. Das ist ungewöhnlich, da ein derart auffälliges Äußeres bei Vögeln normalerweise zur Partnerwahl bzw. zum Balzverhalten gehört und dann aber nur von einem Geschlecht (meist dem Männchen) getragen wird. Zwar gibt es zahlreiche Vogelarten, bei denen Männchen und Weibchen gleich aussehen. Diese sind dann aber relativ unauffällig gefärbt. Warum beim Schabrackenschriller beide Geschlechter nun gleich auffällig sind, ist (wie auch Einzelheiten über seine genaue Lebensweise) wissenschaftlich noch unerforscht.

Den Namen „Schriller“ erhielt der Vogel übrigens aufgrund seines extrem lauten und durchdringenden Rufes, dem sogenannten „Schrillen“. Zum Schrillen streckt der Schabrackenschriller grundsätzlich seinen Hals. Er erzeugt so in Verbindung mit den bereits erwähnten „Halsfalten“ einen besonders effektiven Resonanzraum, der seine Stimme enorm verstärkt. Mit der lauten Stimme ist es dem Schabrackenschriller möglich, sich über große Distanzen hinweg mit Artgenossen zu verständigen. Der Frequenzbereich, den der Schabrackenschriller beim Schrillen abdeckt, erregt bei beliebigen Gegenständen aus Glas Eigenschwingungen, welche zuverlässig zur Zerstörung des jeweiligen Objektes führen, sofern sich dieses nahe genug an der Schallquelle befindet. Dies gilt sogar für schusssicheres (und auch sonst praktisch unzerbrechliches) Panzerglas.

U$ 38; „Glück und Glas“ MM 5-7/1963; BL-OD 2


Ordnung: Procellariiformes (Röhrennasen)

Familie: Procellariidae (Sturmvögel)

Dodo

Dodo dodo Fuchs 1967 (Dodo sp. Barks 1964)

           

Es ist nur ein einziges Exemplar dieser Tierart bekannt. Es befindet sich im Privatzoo von Dagobert Duck und wird als "eigentlich schon ausgestorben" bezeichnet. Daraus ist zu schließen, dass es sich um das Letzte seiner Art handelt, also kein zeugungsfähiges Pärchen mehr existiert.

Es handelt sich um einen fast menschengroßen, recht schlanken Vogel mit farblosem Gefieder, wobei das Männchen mit einem Federkranz um den Hals geschmückt ist Die Flügel sind relativ klein und lassen vermuten, dass das Tier nicht flugfähig ist. Die Füße sind langgestreckt und scheinen nicht über Schwimmhäute zu verfügen, die Beine sind sehr lang und befiedert. Der Schnabel ist lang und schmal, die Spitze wie die von Meeresraubvögeln nach unten gezogen. Die Flügel befähigen das Tier, die Gitterstangen seines Käfigs zu umgreifen, woraus zu schließen ist, dass das Tier sich oft in Bäumen aufhält.

 Wahrscheinlich handelt es sich bei Dodo dodo um einen Abkömmling aus der Familie der Sturmvögel (Procellariidae), zu denen u.a. auch die Albatrosse gehören. Seine Vorfahren sind wohl von einer Lebensweise auf dem offenen Meer zu einer landbewohnenden übergegangen (Verlust der Schwimmhäute und der Flugfähigkeit, Ausbildung von Greifflügeln und Laufbeinen). Dort hat die Art dann das Schicksal des Aussterbens ereilt, dies wohl aufgrund einer für diese Lebensweise zu geringen Reproduktionsrate (die Mitglieder dieser Gruppe legen im Allgemeinen nur ein Ei).

 Der Dodo Entenhausens teilt sein Schicksal mit der irdischen Dronte (im englischen Sprachgebrauch "Dodo" (Raphus cucullatus, vermutlich ein Taubenvogel), welcher die Extinktion schon hinter sich hat. Ihm wurde ebenso der Verlust der Flugfähigkeit - wie auch der Verlust der Scheu vor Feinden - zum Verhängnis (Abb.).

U$ 54; TGDD 70/3 „Der gesprenkelte Elefant“


Ordnung: Psittaciformes (Papageienvögel)

Familie: Psittacidae (Papageien)

Singapore-Papagei

Psittacus singapurensis

Der Singapore-Papagei ist eigentlich eine neointelligente Spezies und daher nur bedingt als Tier einzustufen. Er besitzt einen wuchtigen, zu ausgeprägter Mimik befähigten Schnabel. Seine Flügel sind stummelförmig, er macht von Ihnen keinen Gebrauch als Flug- oder Greiforgan. Ob die Art flugfähig ist, darf bezweifelt werden. Die Hinterextremitäten sind tridaktyl, wobei zwei Zehen nach vorn und eine nach hinten gerichtet sind (bei irdischen Papageien sind sie tetradaktyl, je zwei Zehen sind nach vorn und hinten gerichtet). Die hintere Zehe ist wenig ausgeprägt, dafür aber bedornt. Die Füße sind als Lauf- und Greiffüße eingerichtet. Das Tier ist zur Sprache befähigt und kann (ganz im Gegensatz zu irdischen Papageien) relativ vernünftig reden.

Bekannt ist nur ein einziges weibliches (?) Exemplar ("Lore aus Singapore"), das sich einen Ruf als "Schrecken von Hinterindien" erworben hat. Es weist eine ausgeprägte Seefahrermentalität auf und kam auf dem Seeweg nach Entenhausen, ist dort also nur kurzzeitig heimisch gewesen. Der Eigenname „Lore aus Singapore“ deutet auf eine natürliche Verbreitung im Bereich der malaiischen Halbinsel Stella Anatiums hin.

Möglicherweise ist die natürliche Entwicklung von Neointelligenz bei dieser Papageienart auf ihre Flugunfähigkeit zurückzuführen. Nur durch eine hohe Intelligenz ist es nämlich einem flugunfähigen Vogel von Papageiengröße überhaupt möglich, seinen Feinden zu entkommen und ein einigermaßen geregeltes Leben zu führen. Trotzdem scheint die Art recht selten zu sein.

WDC 62; TGDD 12 „Lore aus Singapore“; BL-WDC 7/3


Zählender Papagei

Psittacus comptator

Der zählende Papagei ist ein echter Papagei (Unterfamilie Psittacinae) von südamerikanischer Herkunft. Sein Hauptverbreitungsgebiet liegt auf den Westindischen Inseln (Karibik). Er erreicht eine Körpergröße von bis zu 40 cm (ohne Schwanzfedern). Der zählende Papagei ist trotz seiner recht kurzen Flügel ein guter Flieger. Er ähnelt vom äußeren Erscheinungsbild her dem Singapore-Papagei, hat aber im Unterschied zu diesem einen aufrichtbaren Federschopf auf dem Kopf. Die Aufrichtung dieses Schopfes ist eindeutig emotionsgesteuert und drückt (neben der auch vorhandenen Mimik) die Gefühle des Tieres aus. Auffällig ist der Geschlechtsdimorphismus: während die männlichen Tiere sehr lange, prächtige Schwanzfedern haben, verfügen die weiblichen Exemplare nur über einen sehr kurzen Federschwanz. Die Schwanzfedern des männlichen Tieres sind zudem offensichtlich für bestimmte Flugmanöver einziehbar, da sie nicht immer zu sehen sind.

Die Reproduktionsrate des zählenden Papageis ist erstaunlich hoch. Belegt sind bis zu sieben Jungtiere aus einem Gelege. Falls der natürliche Vater aus irgendeinem Grunde ausfällt (Tod, Flucht), sucht der weibliche Papagei nach einem Adoptivvater, der sich um den zahlreichen Nachwuchs kümmern soll. Dies funktioniert allerdings nicht immer. Bei einem solchen Anlass ist auch der einzige Fall belegt, dass sich ein zählender Papagei beim Zählen des ihm zugedachten Adoptiv-Nachwuchses verzählt hat (wohl vor Entsetzen).

Der zählende Papagei ist im Gegensatz zum Singapore-Papagei nicht in der Lage, sich menschlichen Wesen in vernünftiger Weise mitzuteilen, obwohl er die Zahlwörter der menschlichen Sprache durchaus beherrscht. Untereinander können die zählenden Papageien aber in einer eigenen Sprache sehr wohl vernünftig und differenziert kommunizieren.

Der zählende Papagei trägt seinen Namen wegen der Eigenart, Gegenstände oder Lebewesen zwanghaft zu zählen. Welchen Vorteil ein solches Verhalten in der Natur bringen soll, ist bisher ungeklärt. Da diese Eigenart nicht bei allen bisher beobachteten Exemplaren aufgetreten ist, handelt es sich womöglich um ein manisch-krankhaftes Verhalten, das durch Zivilisationseinflüsse hervorgerufen wird (ähnliche Verhaltensmuster sind z.B. von autistischen Menschen bekannt). In jedem Falle aber, ist das Zählen als solches ein Beweis für die hohe Intelligenz des zählenden Papageis, der an der Schwelle zur Neointelligenz steht.

FC 282; BL-DD 15 „Das mathematische Wundertier“; Bl-DD 15/2


Ordnung: Columbiformes (Taubenvögel)

Reisetaube

Columba Entenhausensis                  

Wie auf der Erde existiert auch auf Stella anatium eine reiche Zuchtkultur domestizierter Taubenvögel, der auch die Reisetaube zuzuordnen ist.

Die Hinterextremitäten sind bei ihr tridaktyl (bei irdischen Taubenvögeln sind sie tetradaktyl), zwei Zehen sind dabei nach vorne gerichtet. Wie bei allen Vogelverwandten der Entenhausener Welt ist der Schnabel zu einem gewissen Mienenspiel befähigt.

Die Entenhausener Reisetaube ist für ihren hervorragenden Orientierungssinn und ihre große Schnelligkeit berühmt.

WDC 139, TGDD 11 „Die Reisetaube“; BL-WDC 20/5


Klasse: Mammalia (Säugetiere)

 

 

 

 

Säugetiere: Ein kleiner Ausschnitt der nordafrikanischen Fauna, hier angelockt mittels nichtlinear gespielter Lockpfeife (U$ 19/2; BL-OD 13/1)

 

 

 

 

 

 

Ordnung: Edentata (Zahnarme)

Familie: Bradypodidae (Faultiere)

Gemeines Faultier

Stinkus communis Fuchs 1967 (syn. Shiflus bumus Barks 1964)

Das Gemeine Faultier ist der einzige Vertreter seiner Familie aus dem arktischen Lebensraum. Es ist an diesen durch ein dichtes, weißes Fell angepasst und verwendet nur wenig Energie auf Bewegung, um auf diese Weise die benötigte Köperwärme aufrecht zu halten. Das Tier verbringt den gesamten arktischen Winter im Winterschlaf und ist nur wenige Monate im Jahr aktiv, sofern man bei diesem Tier überhaupt von Aktivität sprechen kann.

Die Ernährungsweise des Gemeinen Faultieres ist nicht bekannt, auch ist von seinem Verhalten (außer der Dauer des Winterschlafes) auch nur Weniges erforscht. Das Tier ist eigentlich nicht allzu selten, doch wurden bislang nur wenige Exemplare gefangen, da es ja die meiste Zeit schlafend verbringt und außerordentlich gut getarnt ist. Einzig die schwarze Nase gibt Hinweise auf seinen Aufenthaltsort in der verschneiten Tundra. Dies gilt im übrigen auch für seinen einzigen natürlichen Feind, den Eisbären. Der Gattung Stinkus ist es zudem zu eigen, dass sie bei länger andauernden hohen Temperaturen einen unangenehmen Geruch entwickelt.

Das hier abgebildete etwa 1 m große Exemplar zeigt deutliche Erschöpfungserscheinungen, die weniger auf seine Faulheit als vielmehr auf die ungewohnt hohen Entenhausener Temperaturen zurückzuführen sind. Es handelt sich hierbei um ein unschönes Beispiel nicht artgerechter Tierhaltung.

U$ 54; TGDD 70/3 „Der gesprenkelte Elefant“


Ordnung: Perissodactyla (Unpaarhufer)

Familie: Rhinocerotidae (Nashörner)

Rosenäugiges Nashorn

Rhinoceros rosaeoculis                      

Das Verbreitungsgebiet des (sehr seltenen) rosenäugigen Nashornes ist nach Dallesmann auf das dunkelste Afrika in der Umgebung des Sambesi-Flusses beschränkt.

Es trägt auf seiner Schnauze zwei hintereinanderstehende Hörner (eigentlich eine Bildung aus verwachsenen Haaren). Sein Körperbau entspricht dem eines afrikanischen Breitmaulnashornes (es ist mit diesem vermutlich nahe verwandt), wobei seine Körpergröße deutlich geringer ist (Länge ca. 3,0 m; Schulterhöhe max. 1,5 m). Wesentlichstes Erkennungsmerkmal sind jedoch die rosafarbigen Augen. Die geringere Körpergröße des rosenäugigen Nashornes ist vermutlich eine Anpassung an seinen Lebensraum (eine bewaldete Region am Sambesi-Fluss). Die rosafarbenen Augen sind auf einen genetisch bedingten Pigmentmangel zurückzuführen (Albinismus). Eventuell dient die Augenfarbe der Tarnung im dichten Blattwerk, da sich weiße Augen von der (ansonsten recht unauffälligen) Körperfarbe zu sehr abheben würden. Rosafarbige Augen hingegen könnten bei flüchtiger Beobachtung für Beeren gehalten werden.

Das rosenäugige Nashorn besitzt einen starken territorialen Instinkt. Es verteidigt sein Revier durch den Einsatz seiner Nasenhörner und seiner schieren Körpermasse als Waffe. In seiner Wut schreckt es nicht einmal vor dem Balancieren auf umgestürzten Baumstämmen zurück (ein Verhalten, das bei anderen Nashornarten bisher nicht beobachtet werden konnte).

Rosenäugige Nashörner leben in einer symbiotischen Beziehung mit gewissen Horden von langschwänzigen, baumbewohnenden Affen. Diese Affen warnen durch Ihr Verhalten das Nashorn bei Annäherung potentieller Feinde. Sie bewerfen diese dann mit überreifen Früchten. Welche Gegenleistung die Affen hierfür erhalten, ist unbekannt.

 „Die Kunst des Bogenschießens“ WDC 259, TGDD 124, p. 7-12


Unterordnung: ? (Hippomorpha / Pferdeverwandte?)

Einhorn

Unicornis indianus                

Die Systematik dieses nur in einem Exemplar bekannten Tieres ist strittig. Der Habitus ist pferdeartig. Seine Vor-derbeine sind mit jeweils einem Huf, der stark an Hippomorphe erinnert, versehen. Die Hinterextremitäten sind hingegen paarhufig, vielleicht Resultat der Anpassung eines Unpaarhufers an einen alpinen Lebensraum. Ferner besitzt das Einhorn einen untypischen Kinnbart, sowie einen Schweif mit zwei Quasten. Charakteristisch ist das namensgebende Horn auf der Stirn, welches spiralig rechtsgewunden (Aufsicht von dorsal) und außerordentlich hart ist.

Das Einhorn ist sehr kräftig; es kann Bäume entwurzeln und mit Hilfe des Hornes sogar massive Felsblöcke spalten. Zusammen mit seiner ungesteuerten Aggressivität wird die Begegnung mit ihm lebensbedrohend. Durch Verbinden der Augen wird indes das aggressive Verhalten zur Gänze unterbunden: Das Tier wird "lammfromm".

Der natürliche Lebensraum liegt im indischen Teil des Himalaya, in einem nicht näher identifizierten, gemäßigt klimatisierten Hochtal (Höhe 6000 m), einer Art frostfreier Oase in ansonsten hochalpiner Umgebung. Die Ernährung des Einhornes besteht ausschließlich (!) aus einer endemischen Moosart, was die Haltung in Gefangenschaft deutlich erschwert.

Das einzig bekannte Exemplar wurde gefangen und ist im Entenhausener Privatzoo des Multimilliardärs Dagobert Duck untergebracht. Die Adaptation an das als gemäßigt geltende Entenhausener Klima überstand das Tier offenbar schadlos.

FC 263, MM 2-5/79 „Die Jagd auf das Einhorn“; BL-DD 13/2


Ordnung: Artiodactyla (Paarhufer)

Familie: Bovidae (Hornträger)

Urrind

Bos priscus               

Ein ausgestopftes weibliches Exemplar des Urrindes befindet sich im Entenhausener Völkerkundemuseum. Es handelt sich dabei um eine ursprüngliche Form (oder gar die Entenhausener Urform) der bovinen Familie. Es ist leider unklar, ob die Art noch rezent ist, da es sich bei dem ausgestellten Exemplar um das einzige bekannte handelt und dieses zudem von unbestimmter Herkunft ist.

Die Körperform ist gedrungen, die Schulterhöhe beträgt kaum über einen Meter. Die beiden Hörner sind (nach Art des Auerochsen) nach unten und vorn gebogen. Besonders interessant ist eine zumindest an den hinteren Extremitäten vorhandene und nach hinten gerichtete dritte Zehe (bei Paarhufern generell Zehe 1 fehlend, Zehen 2 und 5 fehlend oder reduziert, Zehen 3 und 4 zu Hufen umgebildet).

FC 408, TGDD 1 „Der goldene Helm“; BL-DD 20/1


Entenhausener Bergschaf

Ovis Entenhausensis

Das Entenhausener Bergschaf ist ein einheimisches Wildschaf. Es bewohnt in Herden die Bergregionen in der Nähe der Stadt Entenhausen. Wie häufig die Bergschafe dort sind, ist unbekannt, da die Feststellung der Populationsdichte dieser Tiere mittels Zählung bislang noch nicht zu einem befriedigenden Ergebnis geführt hat (alle Zähler schliefen umgehend ein). Auch Versuche, die Tiere zur Zählung zu locken, müssen als gescheitert betrachtet werden, da nur männliche Tiere zur Verfolgung eines scheinbaren Eindringlings im Rahmen ihres Territorialverhaltens ansetzen. Bei allen beobachteten Herden scheinen die männlichen Tiere zahlenmäßig zu überwiegen. Dieses Phänomen ist bislang noch unerforscht; möglicherweise sind die weiblichen Tiere aber auch nur wesentlich vorsichtiger als männliche Individuen. Das Entenhausener Bergschaf ist nämlich ein äußerst scheues Wildtier. Bereits geringfügige Störungen durch Geräusche (z.B. Schnarchen) oder ungewohnte Gerüche (z.B. gekochter Kohl), veranlassen es zur Flucht. Die männlichen Bergschafe (Böcke; Widder) sind übrigens an ihren schneckenförmig gedrehten, starken Hörnern zu erkennen. Weibliche Tiere verfügen hingegen über ein nur leicht gekrümmtes, feineres Gehörn.

WDC 266, MM 14/1973 „Die Eignungsprüfung“; BL-WDC 46/2


Famlie: Cervidae (Hirsche)

Entenhausener Elch

Alcus Entenhausensis                        

Diese Art belegt die ökologische Nische, die auch sein irdisches Pendant besetzt. Das Tier soll "an die 2 Meter" groß werden, ist damit etwas kleiner als der hiesige Elch. Morphologische Unterschiede zwischen beiden Arten sind ansonsten zu vernachlässigen, vielleicht sind beide Arten identisch. Die Heimat des Entenhausener Elches liegt eindeutig nördlich von Entenhausen, sein Verbreitungsgebiet ist holarktisch.

WDC 183, TGDD 16 „Das Senfgewehr“


Unterordnung: Tylopoda / Schwielensohler

Familie: Camelidae (Kamele)

Entenhausener Dromedar

Camelus Entenhausensis monokyrtomatus

                       

Wie auf unserem Planeten, so scheinen auch auf Stella Anatium Trampeltier (mit zwei Höckern) und Dromedar (ein Höcker) die domestizierten Formen des zweihöckrigen Kamels zu sein, wenn auch die exakte Begrifflichkeit beim Entenhausener Normalbürger fehlt: Die hier zur Diskussion stehende Subspezies (ein Dromedar, vormals ein Zirkustier) wird durchgehend als "Kamel" bezeichnet.

Die Art stammt aus den subtropischen Trockengebieten des asiatischen Kontinentes.

Vermutlich ist sie recht leicht dressierbar, jedoch nur schwer auszuwildern. Die anatomischen Divergenzen zu seinem irdischen Pendant sind beim Dromedar Entenhausens minimal; vielleicht sind die beiden Formen sogar völlig identisch. Die bei einem Exemplar beobachtete Phosporeszenz erwies sich als anthropogen induziert und somit als nicht natürlich. Es handelte sich hierbei nämlich schlichtweg um einen Anstrich mit Leuchtfarbe, der keinesfalls als artgerecht bezeichnet werden kann. Naturbelassene Entenhausener Dromedare leuchten nicht im Dunkeln.

WDC 160; TGDD 9 „Das Leuchtkamel“; BL-WDC 25/1



Zwergdromedar

Camelus Entenhausensis microscopicus                           

Das Zwergdromedar ist eine besondere Unterart (bzw. Zuchtform) des Entenhausener Dromedars. Seine Schulterhöhe liegt auch bei ausgewachsenen Exemplaren nicht über 75 cm. Das Verbreitungsgebiet des Zwergdromedars ist auf einen abgelegenen Krater in der arabischen Wüste beschränkt. Dort wird es von den einheimischen Zwergbeduinen („Volk des Kraters“, auch: „Ducknicks“) als Reit- und Lasttier angemessener Größe gehalten.

U$ 30-606; TGDD 79 „Das große Ölgeschäft“, p. 54-62


Plattfuß-Lama

Lama stratopodites

Das Plattfuß-Lama ist ein in der Andenregion Südamerikas weit verbreitetes Nutztier. Es wird von der einheimischen Bevölkerung genau wie unser Lama (Lama glama) sowohl als Lasttier wie auch als Lieferant von Fleisch und Wolle gehalten. Die Wolle des Plattfuß-Lamas ist sehr weich und durchaus der des Alpaka (Lama pacos) vergleichbar. Im Unterschied zu allen anderen uns bekannten Kleinkamelen besitzt das Plattfuß-Lama allerdings eine deutlich abweichende Artikulation der Gliedmaßen. Zum Gehen setzt es nämlich sowohl an den Vorder-, wie auch an den Hinterextremitäten die gesamte Fußfläche als Sohle auf anstatt hierzu nur die Zehen zu verwenden. Die Hauptgelenke der Hinterextremitäten des Plattfuß-Lamas sind daher wie beim Menschen die Kniegelenke. Diese knicken beim Gehen bekanntlich nach hinten. Dadurch geht das Plattfuß-Lama in gleicher Weise auf allen Vieren, wie es ein Mensch tun würde (nur wesentlich eleganter). Vermutlich bietet diese Fortbewegungsart einen zusätzlichen Sicherheitsfaktor auf unwegsamen und gefährlichen Hochgebirgspfaden. Ein weiteres charakteristisches Merkmal des Plattfuß-Lamas sind seine farblich abgesetzten „Knickohren“. Durch diese abgeknickten Ohren, ist es dem Plattfuß-Lama möglich, das Eindringen fallenden Schnees in den Gehörgang zu minimieren. Auch die Ohren sind also eine zusätzliche Anpassung an das Leben im Hochgebirge. Die Wild- bzw. Stammform des Plattfußlamas ist nicht bekannt. Wahrscheinlich ist diese bereits seit langer Zeit ausgestorben. Das Verhalten des Plattfuß-Lamas ist durch sein Wesen als Haustier bestimmt. In der Regel zeigt es sich „lamafromm“, abgesehen von gelegentlichen Anfällen von Störrigkeit. Oftmals wird diese Störrigkeit aber durch den Halter des Tieres verursacht, weil dieser es zwingen will, sich in unübersichtlichem Gelände zu bewegen. Dies widerspricht dann dem Sicherheitsbedürfnis eines Hochgebirgstieres, das es gewohnt ist, sich vorsichtig zu bewegen. Das Plattfuß-Lama spuckt übrigens nicht nur gerne, sondern kann auch leicht das Kauen von Kaugummi einschließlich dem Blasen von Kaugummiblasen erlernen.

FC 223/2; TGDD 50 „Im Land der viereckigen Eier“

U$ 26/1; MM 24-26/1960 „Das Gold der Inkas“; BL-OD 16/3


Ordnung: Rodentia (Nagetiere)

Familie: Muridae (Mäuse)

Entenhausener Ratte

Rattus Entenhausensis                       

Die Rolle der verbreiteten irdischen Haus- oder Wanderratte wird in Entenhausen von dieser Nagetierform eingenommen. Sie hat ihre Lebensweise fast vollständig dem zivilisatorischen Umfeld angepasst. Neben den normalerweise als rattenspezifisch zu betrachtenden Nahrungsquellen wie z.B. Müllhalden etc. hat sie sich durch ihre Wühl- und Fraßtätigkeit an eingelagertem Papiergeld zu einem gefürchteten Wirtschaftsschädling entwickelt.

In ihrem Habitus ähnelt sie stark den irdischen Rattus-Arten. Sie ist sowohl in Wild- als auch in domestizierten Formen bekannt. Als Besonderheit ist auch bei der Entenhausener Ratte das Auftreten der spontanen Polydaktylie hervorzuheben: Es kommen nämlich vier- und dreizehige Bewohner des selben Habitats vor.

FC 367, TGDD 3 „Weihnachten für Kummersdorf“

FC 386, TGDD 4 „Der arme reiche Mann“


Wüstenkeifzange

Xantippa deserta Fuchs 1967

Die Wüstenkeifzange (die Art ist ebenfalls nur aus dem Duckschen Privatzoo bekannt) ist ein Nager aus der Verwandtschaft der Ratten.

Das Tier ist ca. 90 cm groß, was für Nagetiere eine erstaunliche Größe darstellt (Nagetiere pflegen aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten selten diese Größe zu erreichen), das Fell ist von leuchtend brauner Färbung, der Schwanz hat noch einmal die Länge des restlichen Körpers und besitzt ein buschiges Ende. Die Nase ist lang und endet in einer schwarzen Schleimhautverdickung. Das Tier kann außerordentlich gut riechen, denn es begibt sich in seinem tagsüber viel zu heißen Lebensraum, der Wüste, ausschließlich nachts auf die Nahrungssuche. Gleichfalls ist sein Gehörsinn extrem gut ausgebildet, das Tier verfügt über große, runde, gut bewegliche Ohren.

Wüstenkeifzangen sind extrem territorial und verteidigen ihr Territorium verbissen. Eindringlinge werden mit Drohgebärden, Zähnefletschen, Knurren sowie durch das sog. "Keifen" wirksam abgeschreckt. Manchem Wüstenwanderer sind nächtliche Keifduelle zwischen Keifzangen-Rivalen in guter Erinnerung geblieben, da an Schlaf hier nicht zu denken war.

U$ 54; TGDD 70/3 „Der gesprenkelte Elefant“



Familie: Geomyidae (Taschenratten)

Entenhausener Taschenratte (auch: Lästiger Gopher)

Geomys disturbans

Die in Entenhausen oft fälschlicherweise als "Maulwürfe" bezeichneten Lästlinge sind nicht - wie Hunoltstein (1992) anführt - Erdhörnchen, sondern sie gleichen den nordamerikanischen Taschenratten, die mit den echten Hörnchen nur über fünf Ecken verwandt sind. Die Gopher sind unterirdische Wühler, die nur selten an die Oberfläche kommen. Sie sind in der Lage, bei geschlossenem Mund zu nagen, da die Lippen hinter den Schneidezähnen zusammentreffen und die Nagezähne deshalb ständig freiliegen. In ihren Backentaschen schleppen die Taschenratten riesige Mengen an pflanzlicher Nahrung in ihre Vorratskammern und sind den Landbesitzern wegen ihrer intensiven Wühltätigkeit ein Dorn im Auge. Aber auch in Geldspeichern und Gärten gelten Gopher gleichermaßen als Ungeziefer. Sie erweisen sich darüber hinaus bei vielen Gelegenheiten als unberechenbarer Faktor, zum Beispiel beim großen Golfmogeln (WDC 96) und beim überraschenden Lockflötenpfiff (U$ 61/2). Daneben versinnbildlichen sie das harte Naturgesetz (WDC 189), d.h. die für die zivilisierten Entenhausener nicht beherrschbare Umwelt. Aber selbst wenn Gopher als Werkzeuge und Helfershelfer der Panzerknacker auftreten (U$ 51), erweisen sie sich - bei Lichte besehen - eigentlich als missbrauchte Unschuld, also im Grunde als sympathisch.
Geomys disturbans gleicht den irdischen Taschenratten-Arten in den meisten wesentlichen Merkmalen. Die auffälligsten Charakteristika der Entenhausener Spezies sind wohl die Befähigung zum aufrechten Gang, der bisweilen relativ dümmliche Gesichtsausdruck sowie in unmittelbarer Siedlungsnähe die Neigung zum Genuss von Sprengstoff-Zigarren.

U$ 51; TGDD 62 "Grüner Salat", p. 52-66

DC 189; TGDD 17 "Das harte Naturgesetz"

WDC 96; TGDD 133 "Das große Golfmogeln", p. 3–12

U$ 61/2; TGDD 93 "Heia Safari", p. 3–26 und viele andere Berichte

v. Hunoltstein, B. (1996): Ehapa durchleuchtet. -Sonderheft 34 des Der Donaldist.


Familie: Sciuridae (Hörnchen)

Prunkhörnchen

Sciurus gigantus luxuriosus Fuchs 1967

(syn. Galago sp. Barks 1964)

Das Prunkhörnchen ist ein Nagetier mit für die Gattung Sciurus (Hörnchen) auffallend großen, runden Ohren und einer langen spitzmausartigen Schnauze. Die hier abgebildete Unterart S.c. luxuriosus zeichnet sich zudem durch einen buschigen, auffällig gefärbten Schwanz aus, den sowohl die Männchen als auch die Weibchen dieser Art tragen.

Das abgebildete adulte Exemplar ist ca. 35 cm groß und befindet sich im Privatzoo Duck.

U$ 54; TGDD 70/3 „Der gesprenkelte Elefant“ 


Entenhausener Streifenhörnchen

Tamias striatoides und verwandte Arten

Die hier provisorisch als Sippenaggregat T. striatoides agg. bezeichneten Hörnchen gehören zur großen Gruppe der Baumhörnchen, ohne dass ihre verwandtschaftliche Beziehung zu den irdischen Eich- und Streifenhörnchen (Tamias-, Sciurus- und Tamiasciurus-Arten) bisher aufgeklärt werden konnte. Es handelt sich um morphologisch ungewöhnlich variable Vertreter der Sciuridae, die in sich die Merkmale mehrerer bekannter Artengruppen vereinigen, z.B. das auffällig längsgestreifte Fell der typischen Streifenhörnchen und den extrem buschigen Schwanz der typischen Eichhörnchen. Fellzeichnung, Schwanzlänge und Ausprägung von Vorderschädel und "Hamsterbacken" variieren stark, offenbar auch in Abhängigkeit vom Alter der Individuen. Sowohl die Hybridisierung verschiedener Arten als auch die Ausbildung von Ökotypen sind denkbar, da die geschilderten Hörnchen in einem weiten Spektrum unterschiedlicher Lebensräume vorkommen (Wälder, verbuschendes Gelände und besiedelte Gebiete). Es handelt sich durchweg um spielfreudige, gelehrige Tiere an der Schwelle zur Domestikation (siehe insbesondere Ticks, Tricks und Tracks Spielgefährten Peppi, Sylvester und Eichendorf, von den Neffen jeweils unzutreffenderweise als "Eichhörnchen" bezeichnet).

WDC 106; TGDD 121 „Hilfreiche Tiere“

WDC 168; TGDD 13 „Eichendorfs Werke“

WDC 179; TGDD 16 „Glück im Unglück“ und viele andere Berichte



Texanischer Riesennager

Megalorodens texanus

In der Region, die im Entenhausener Universum Texas genannt wird, leben systematisch nicht näher einzuordnende Riesennager, die zwar einen hörnchenähnlichen Habitus aufweisen, aber deutlich größer werden als Murmeltiere, die ansonsten größten Vertreter der Hörnchenverwandtschaft. Die aufrechte Haltung des hier abgebildeten, offensichtlich unterirdisch lebenden Tiers erinnert an den lachenden Präriehund, dem die Ducks in der Krähensteppe, Gemarkung Quackling, begegneten (U$ 14/4, TGDD 70, "Das Kaffeeorakel"). Die Zahnstellung und andere Schädelmerkmale deuten dagegen auf verwandtschaftliche Beziehungen zu den sehr gut bekannten und häufigen Taschenratten ("Gopher") hin, zu denen auch eine ökologische Affinität bestehen könnte.

Die Frage, ob es sich bei den texanischen Riesennagern um das "missing link" zwischen Hörnchen und Gophern handelt, muss vorerst unbeantwortet bleiben. Auch ist es angesichts der unzureichenden Informationen über Lebens- und Ernährungsweise dieser Tiere voreilig, wie Platthaus (1994) in abfälliger Weise von "schmarotzenden Nagetieren" zu sprechen

U$ 23/4; TGDD 45 „Das gibt es nur in Texas", p. 34-38

Platthaus, A. (1994): Der Fluch der Verwucherung. -Der Donaldist 89: 234-266


Ordnung: Lagomorpha (Hasentiere)

Familie: Leporidae (Hasenartige)

Entenhausener Kaninchen

Lepus Entenhausensis                       

Das Entenhausener Kaninchen belegt auf Stella Anatium vermutlich die ökologische Nische eines waldbewohnenden Kaninchens und ist vorwiegend in den Entenhausener Wäldern heimisch. Es erschließt sich aber durchaus auch andere Lebensräume, wie z.B. Landschaften mit einem Wechsel zwischen Freiflächen und Baum- bzw. Buschbestand.

Sein Habitus ist dem des irdischen Kaninchen oder Hasen ähnlich. Die Hinterextremitäten und die Vorderextremitäten sind jeweils dreizehig, bei letzteren ist jedoch spontane Polydaktylie belegt. Es ist zweifelhaft, ob die Daumen an den Vorderpfoten opponierbar sind.

Das Entenhausener Kaninchen ist sehr fruchtbar und hat bei günstigen Lebensbedingungen bis zu 16 Junge gleichzeitig (Beleg: FC 199/2).

Obwohl es eindeutig ein normalerweise nicht außergewöhnlich intelligentes Tier ist, so verfügt es aber über die Fähigkeit zur strahleninduzierten Neointelligenz.

Ein bemerkenswertes Verhaltensmuster des Entenhausener Kaninchens in seinem naturbelassenen Zustand äußert sich in der Angewohnheit der Tiere, sich an Straßen- und Wegerändern nach Größe sortiert aufzureihen. Eine vernünftige und schlüssige Erklärung für dieses Verhalten steht bislang noch aus. Möglicherweise erhalten die aufgereihten Individuen jedoch einen Vorteil in der Nahrungsbeschaffung, weil sie hin und wieder von gerührten Reisenden gefüttert werden. Eine gewagtere Hypothese sieht in dem genannten Verhalten sogar eine Vorstufe zur bettelnden Lebensweise, die bei verschiedenen neointelligenten Entenhausener Arten mehrfach beobachtet wurde (vgl. auch: P. Darwin in Der Donaldist 104).

WDC 141; TGDD 12 „Die Intelligenzstrahlen“; BL-WDC 21/2

FC 199/2, BL-DD 9 „Der Sheriff von Bullet Valley“, p. 16

P. Darwin: Über die Entstehung intelligenter Arten durch natürliche Zuchtwahl, DD 104


Ordnung: Carnivora (Raubtiere)

Familie: Canidae / Hunde

Entenhausener Wolf

Canis lupus Entenhausensis              

 

Der Entenhausener Wolf besetzt auf Stella Anatium die ökologische Nische, welche auf dem hiesigen Gestirn der Wolf einnimmt. Er erinnert im Habitus indes nur entfernt an die uns bekannten Wölfe.

C. lupus Entenhausensis besitzt die Befähigung zur strahleninduzierten Neointelligenz (d.h. der Ausbildung von aufrechtem Gang sowie von Intelligenz einschl. sprachlicher Kommunikation, der Fähigkeit zum Feuerentfachen und der Entwicklung von kulturellen Strukturen und Techniken, wie z.B. dem Grillen von Beutegut; das Phänomen wird durch künstliche, sogenannte „Intelligenzstrahlen“ hervorgerufen und ist reversibel). In seinem natürlichen Lebensraum ist der Entenhausener Wolf jedoch nicht intelligenter als es von einem hochentwickelten Raubtier erwartet werden darf.

Er verfügt über ein typisches Raubtiergebiss, seine Ernährung ist carnivor, also räuberisch (Achtung: das gilt auch bei Vorliegen von Neointelligenz!).

Der Entenhausener Wolf bewohnt gemäßigte Klimate und ist auch in der Nähe der Stadt Entenhausen heimisch. Seine Extremitäten sind hinten drei-, vorn vierzehig. Er verfügt im Gegensatz zu allen sonst bekannten hundeartigen Tieren über Daumen, die wie bei Primaten opponierbar sind.

Der Entenhausener Wolf ist als Stammform der zahllosen Haus- und Wildhundrassen Stella Anatiums (Extremitäten meist stets dreizehig, Daumen nicht opponierbar) daher zumindest fragwürdig. Doch ist er der nächstliegende Kandidat als Stammform der Fülle der kynoiden intelligenten Rassen des Entenhausener Gestirns.

WDC 141, TGDD 12 „Die Intelligenzstrahlen“; BL-WDC 21/2

P. Darwin: Über die Entstehung intelligenter Arten durch natürliche Zuchtwahl, DD 104


Familie: Ursidae (Großbären)

Entenhausener Eisbär

Ursus arcticus Entenhausensis                      

Diese Art belegt die ökologische Nische des irdischen Eisbären in der nördlichen Polarregion Stella Anatiums und erinnert auch im Körperbau stark an diesen.

Der Entenhausener Eisbär hat ein typisches Raubtiergebiss mit vier kräftig ausgebildeten Eckzähnen. Er ist omnivor, betrachtet aber jedes Lebewesen, das kleiner ist als er selbst, als Beutetier und attackiert dieses sofort.

Die Hinterextremitäten sind stets dreizehig, die Vorderextremitäten bei Wildtieren vorwiegend drei- (Ausnahme: WDC 232), bei Zootieren dagegen vierzehig. Dies könnte auf eine Beeinflussbarkeit der Zehenzahl durch Lebensumstände und Ernährung hindeuten und mithin einen interessanten Aspekt in der zukünftigen Erforschung der „spontanen Polydaktylie“ darstellen.

FC 256; TGDD 8 „Familie Duck auf Nordpolfahrt“

WDC 75; TGDD 15 „Das große Bonbon-Malheur“

FC 408; TGDD 1 „Der goldene Helm“

WDC 157; TGDD 9 „Die Macht des Geldes“

WDC 232; TGDD 28 „Die Kartoffelschlacht“

WDC 233; TGDD 27 „Düsenritter“


Familie: Felidae (Katzen)

Entenhausener Löwe

Felis leo entenhausiensis                 

Diese Art besetzt auf Stella Anatium die ökologische Nische des irdischen Löwen (Panthera leo). Sie ist diesem im Habitus auch sehr ähnlich. Die taxonomische Bezeichnung (Felis leo) ist Entenhausener Ursprungs.

Das Tier hat ein typisches Raubtiergebiss. Die Extremitäten sind hinten dreizehig, vorn drei- (WDC 157) oder vierzehig (FC 300, WDC 198); die Anzahl der Vorderzehen kann bei einem Individuum spontan wechseln (WDC 203; spontane Polydaktylie). Der Schwanz läuft in eine Quaste aus. Der Entenhausener Löwe bewohnt die Savannen und Subtropen Stella Anatiums, gelegentlich ist er auch in Entenhausener Breitengraden anzutreffen. Er wird gerne als Zoobewohner und sogar als Haustier gehalten.

WDC 157; TGDD 9 „Die Macht des Geldes“; BL-DD 24/3

FC 300; TGDD 24 „Die Jagd nach der Brosche“

WDC 198; TGDD 19 „Donald als Ritter“

WDC 203; TGDD 20 „Kampf mit dem Löwen“


Ordung: Cetacea (Waltiere)

Familie: Delphinidae (Delphine)

Mediterraner Mörderwal

Odontocetus mediterraneus   

Der mediterrane Mörderwal ist eigentlich, wie sein Verwandter, der gewöhnliche Orca (auch: „Mörderwal“), eigentlich ein sehr großer Delphin (also ein luftatmendes Säugetier und kein Fisch). Er unterscheidet sich vom Orca durch seinen einfarbig-dunklen Körper und die wenig ausgeprägte Rückenflosse. Seine Körperlänge beträgt bis zu 10 m.

Die Lebensweise des mediterranen Mörderwales ist weitgehend unerforscht. Er ist grundsätzlich schlecht gelaunt (wahrscheinlich weil er im überfischten Mittelmeer Schwierigkeiten bei der Nahrungssuche hat). Versuche, ein Exemplar mit einem Nylonlasso einzufangen, quittierte dieses mit Tobsuchtsanfällen, welche das Meer aufwühlten (Augenzeugenbericht: „Das Meer schäumt wie das Bier beim Maibock“).

WDC 292; TGDD 64 „Die schwarze Suppe“, p. 4-5


Familie: Physeteridae (Pottwale)

Entenhausener Pottwal

Physeter Entenhausensis                

Der Entenhausener Pottwal gleicht vom Körperbau her unserem Pottwal (Physeter catodon). Er ist (wie alle Wale) ein Säugetier. Dennoch wird in Entenhausen zum Einfangen eines solchen Tieres aus formaljuristischen Gründen ein Angelschein verlangt. Während der irdische Pottwal sich vorwiegend von Tintenfischen (Kopffüßern) ernährt, wird von den Entenhausener Tierschutzinstanzen als angemessene Nahrungsration für in Gefangenschaft gehaltene Pottwale eine Mischdiät von täglich „etwa einer Tonne pelagischer Kopffüßer, Wasserflöhe und so“ für ausreichend betrachtet. Es ist aber auch belegt, dass sich der Entenhausener Pottwal von Fischen ernährt. Hungrige Individuen geraten so in ihrem Bestreben einen Fisch zu verzehren manchmal auch ungewollt an Angelhaken, was für den Angler unerfreuliche Konsequenzen nach sich zieht. Der Entenhausener Pottwal ist ein Tier mit ausgeprägtem Territorialverhalten, er attackiert fremde Eindringlinge umgehend. Der Angriff eines Entenhausener Pottwales auf eine von Herrn Duck gefertigte, lebensgroße Walimitation von rosa Farbgebung („Was könnte einen schwarzen Walfisch wütender machen als ein rosa Wal ?“), könnte allerdings auch vermuten lassen, dass der Entenhausener Pottwal eventuell farbenblind ist.

Ein weiterer Unterschied zum Verhalten des uns bekannten Pottwales ist die Tatsache, dass der E. Pottwal in der Lage ist, ähnlich wie Delphine aus dem Wasser herauszuspringen.

Die gelegentlich drastische Reaktion des Entenhausener Pottwales auf Lockmittel (so lässt er sich z.B. durch extrem laute auf Lachse eingestellte Lockpfeifen anlocken),  Amulette und dergleichen ist noch weitgehend unerforscht.

FC 256; TGDD 8 „Familie Duck auf Nordpolfahrt“

WDC 193; TGDD 19 „Der Walfisch“

U$ 25; TGDD 39 „Der Fliegende Holländer“; BL-OD 16/1

    


Ordnung: Primates (Primaten)

Familie: Pongidae (Menschenaffen)

Wildaffe

Simia comata            

Exemplare dieser Entenhausener Affenart werden gerne als Zirkusaffen (Künstlername z.B.: „Drei Wilde Affen“) gehalten. Ihr Habitus erinnert entfernt an Schimpansen. Sie verfügen über einen charakteristischen Haarschopf. Die Extremitäten sind tetradaktyl, jeweils der erste Finger und die erste Zehe sind opponierbar, so dass typische Greifhände und -füße entstehen. Der Schwanz ist fast zur Gänze reduziert.

Das Verhaltensmuster des Entenhausener Wildaffen als Horde ist komplex: Reviereindringlinge werden einer Sequenz von Bestrafungen unterzogen (Plätten, Herumwirbeln, Trampolinspringen, Tracht Prügel). Dieses Verhalten tritt auch bei in Gefangenschaft gehaltenen Tieren auf (hier tritt dann noch Schmirgeln und Bürsten als Bestrafung hinzu) und kann nur durch erfahrenes Zirkuspersonal beherrscht werden.

WDC 60; TGDD 4 „Das Radargerät“; BL-WDC 6/4


Entenhausener Gorilla

Gorilla Entenhausensis                      

Diese Art belegt die ökologische Nische des auf unserem Planeten heimischen Gorillas, dem er äußerlich entfernt ähnelt. Er bewohnt in seinem natürlichen Umfeld einen subtropischen Lebensraum.

Er verfügt an beiden Extremitätenpaaren jeweils über opponierbare Daumen. Die Anzahl der Phalangen beträgt drei oder vier, kann bei den einzelnen Individuen spontan variieren („spontane Polydaktylie“).

Der Entenhausener Gorilla hat die Befähigung zu einer ausgeprägten Mimik. Sein Gang ist stets (!) aufrecht.

Versehentlich rasierte und frisierte Zirkus-Gorillas sehen übrigens weitaus harmloser aus, als man beim Betrachten ihrer wildlebenden Artgenossen annehmen könnte. Augenzeugen sprechen vom Erscheinungsbild eines „harmlosen Junggesellen“ bzw. eines „pensionierten Nachtwächters“.

WDC 157; TGDD 9 „Die Macht des Geldes“

WDC 272; TGDD 36 „Der Haarkünstler; p. 9-12; BL-WDC 47


Ordnung: ?

Rüsselschnurps

Proboscides nihilaliquid

Eine weitere Art aus dem Privatzoo Duck, Abteilung „Seltene Tiere“.

Die systematische Einordnung des Rüsselschnurpses ist problematisch, da er Merkmale verschiedener Ordnungen aufweist. Das etwa 30 cm große Tier besitzt dreizehige Füße und vierzehige Hände, die es offensichtlich zum Klettern befähigen. Das Tier verfügt des weiteren über einen langen, glatten Schwanz mit zwei Enden. Hinter den kleinen halbrunden Ohren sitzt ein kleines Geweih mit jeweils vier Enden (Alter des Individuums?). Die Augen sind groß und rund und scheinen ein wenig zu schielen. Am auffälligsten ist aber der Saugrüssel, der die Körperlänge des Tieres übersteigt. Er hat eine runde Öffnung und mehrere Verdickungen (Muskeln?). Der Unterkiefer scheint weit zurückgebildet zu sein, so dass man eine Reihe von Incisoren (Schneidezähne, evtl. Nagezähne?) sehen kann.

Über Verhalten und Lebensraum des Rüsselschnurpses ist nichts bekannt. Der Barks'schen Ersterwähnung folgend ist sein Vorkommen jedoch auf Arkansas/USA beschränkt.

FC 263; MM 2-5/79 „Die Jagd auf das Einhorn“


Produkte der Entenhausener Biotechnologie

(ohne taxonomische Einordnung)

 

Die Entenhausener Biotechnologie ist erstaunlich weit fortgeschritten. Künstlich veränderte Lebensformen sind in Entenhausen bereits an der Tagesordnung (man denke hier nur an den Kettenwurm, Lumbricus piscator, der von Herrn Ingenieur Düsentrieb entwickelt wurde.

Es sind in der Landwirtschaft (wohl experimentell) genutzte Hybrid-Lebewesen belegt, die Kreuzungen von sehr unterschiedlichen Tieren darstellen, deren Körperbau eigentlich miteinander unvereinbar ist. Stellvertretend seien hier nur genannt: Das Schweinuhn, eine zweibeinige Kreuzung aus Hausschwein und Huhn, ohne weitere Extremitäten; der Hörnchirsch, eine vierbeinige Kreuzung aus Backenhörnchen und Wapitihirsch (abgebildet ist ein dreijähriges Tier) und der Hühnesel, eine zweibeinige Kreuzung aus Huhn und Esel mit nicht funktionalen Flügeln.

Alle diese Lebewesen wurden für den landwirtschaftlichen Einsatz gezüchtet, der tatsächliche Nutzen bleibt jedoch fraglich. Möglicherweise wurde hier versucht, besonders gute Nahrungsverwerter (alle sind Vegetarier) zu erzeugen. Derartige Lebewesen sollten aber nicht mit symbiotischen Lebensformen wie dem Irrlicht (s.d.) verwechselt werden, das sowohl auf natürlichem, wie auch auf künstlichem Weg entstehen kann.

Die Protagonisten der Entenhausener Biotechnologie (allen voran Herr Ingenieur Düsentrieb) schließen jedenfalls die Schaffung weiterer absurder (selbst rein künstlicher) Lebewesen aus purer Experimentierfreude (z.B. Panzertrutente, froschbeiniger Eidilengeier, Krokodechse, etwas das nach nichts aussieht, oder gar nichts, das nach etwas aussieht, etc., etc.) nicht aus. Die zur Schaffung künstlichen Lebens aus unbelebter Materie benötigten Grundstoffe (u.a. Kalzium, Phosphor, Natrium, Zink, Schwefel, Vitamine, Eiweiß, Magensäure und Fleischextrakt) sind dabei in jeder Apotheke frei erhältlich. Es wurde sogar bereits versucht, auf Türklinken Fell wachsen zu lassen, um diese angenehmer im Griff zu machen. Moralische Bedenken scheinen bezüglich solchen Tuns jedenfalls nicht zu bestehen.

Literatur bestehende Hybridformen:  U$ 51; „Grüner Salat“ TGDD 62, p. 61

Literatur potentielle Hybridformen:     U$ 26/2; „Kühnes Experiment“ BL-DÜ 2

Literatur Fell auf Türklinke:                CP 8/1; „Ein Geschenk für Oma Duck“ BL-DÜ 1


Systematische Einordnung unklar

Gemeines Mondwesen

Lunaticus lunaticus    

Außerirdische Lebensformen konnten im uns bekannten Universum bisher noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen werden. Im Entenhausener Universum sind mehrere (auch intelligente) außerirdische Lebewesen belegt. Als Beispiel für nicht unbedingt intelligentes außerirdisches Leben sei hier das gemeine Mondwesen angeführt.

Das Gemeine Mondwesen ist ein aufrecht gehender Zweibeiner mit zweizehigen Füßen, dreifingrigen Händen und einem schwanzstummelähnlichen distalen Anhängsel. Der birnenförmige Körper ist etwa 3 m hoch, gedrungen und von grünlicher oder bräunlicher Farbe. Am vorderen Ende ist ein Kopf mit zwei Augen, einem zahnlosen Mund und zwei ohrartigen Auswüchsen vorhanden.

Obwohl sein äußeres Erscheinungsbild auf eine Klassifizierung als Wirbeltier deutet, hat das Gemeine Mondwesen offensichtlich keinerlei Skelett. Es lässt sich durch mechanische Einwirkung in beliebig viele gleichartige Individuen aufspalten, welche getrennt agieren und sich bei Bedarf wieder zu einem Individuum vereinigen können. Ein ähnliches Verhalten ist uns bei vergleichbar organisierten irdischen Lebensformen weder aus unserem, noch aus dem Entenhausener Universum bekannt. Die einzigen irdischen Parallelen können ansatzweise im Verhalten gewisser Schleimpilze oder einiger Schwammarten ausgemacht werden, was jedoch keinen befriedigenden Zusammenhang mit dem Mondwesen erkennen lässt, zumal sich dieses erwiesenermaßen von dort natürlich vorkommendem Raketentreibstoff ernährt. Nähere Untersuchungen konnten bisher nicht durchgeführt werden, da das gemeine Mondwesen auf Annäherung mit Aggression im Rahmen eines ausgeprägten Territorialverhaltens reagiert und dann mit kleinen Steinchen wirft. Eine genaue taxonomische Einordnung ist daher nicht möglich. Es wurde daher provisorisch eigens die Ordnung Lunatiformes aufgestellt.

 „Wettrennen zum Mond“ WDC 93; KA 10, p. 44-46; BL-WDC 13


Typ: Symbiotische Lebensgemeinschaft

Bestandteile:              Bakterien (Bazillus molochus longogancalus Fuchs 1957) und

                                   Schimmelpilz (Aspergillus odorifericus)

Irrlicht

Das Irrlicht ist nach Professor Dr. Dusternus eine spontan entstehende, symbiotische Lebensgemeinschaft von biolumineszenten Bakterien (Bazillus molochus longogancalus) und verschiedenen Schimmelpilzen (darunter Aspergillus odorifericus).

Man kann sich das Zustandekommen dieser Lebensgemeinschaft grundsätzlich so ähnlich vorstellen, wie z.B. die Bildung von Flechten aus Pilzen und Algen. Normalerweise kommen im Falle des Irrlichtes die Symbiosepartner aber auch getrennt lebend vor, sie sind also nicht auf die Symbiose angewiesen. Ihr natürlicher Lebensraum ist unter anderem in stagnierendem Wasser von Sümpfen und in verlassenen Stollen zu suchen. Beim Vorhandensein bestimmter äußerer Umstände (die Methansättigung von Wasser und Luft spielt dabei eine wesentliche Rolle), können beide Lebensformen durch aufsteigende Methanblasen empor und in die Luft gerissen werden, wo sie sich dann (unter bestimmten atmosphärischen Bedingungen) zu einem symbiotischen Organismus verbinden, der allerdings nur wenig körperliche Substanz enthält. Dieser Organismus ist befähigt zu schweben, da ihm sein hoher Gehalt an flüchtigen Gasen eine geringere Dichte als Luft ermöglicht. Zugleich leuchtet er (aufgrund seines Gehaltes an Leuchtbakterien) gespenstisch.

Obwohl Irrlichter (aufgrund der komplizierten Entstehungsbedingungen allerdings nur äußerst selten) als natürliche Lebensform vorkommen, können sie auch künstlich hergestellt werden. Der Prozess der Symbiosebildung kann nämlich unter Laborbedingungen nachvollzogen werden.

Zu diesem Zweck entwickelte der Entenhausener Zoologe Prof. Dusternus den sogenannten „Rezipienten“. Bei diesem speziell für die Herstellung solcher Neuschöpfungen konstruierten Apparat handelt es sich eigentlich um eine Glasglocke, unter der die Ausgangsmaterialien (bekannt: Sumpfgas aus einem Hochmoor mit Bakterienverunreinigungen sowie unspezifisch gesammelte Schimmelpilzproben aus einem verlassenen Bergwerksstollen; andere Ingredienzien sind anzunehmen, aber nicht belegt) definierten "atmosphärischen Bedingungen" ausgesetzt werden (die präzisen Bedingungen sind unbekannt; Überdruck und Licht sichtbarer Wellenlänge wahrscheinlich). Es erfolgt eine Reaktion, in deren Folge ein lebendiges Wesen entsteht ("Irrlichterinchen").

Die Dusternus-Technik ist hierzulande selbst im Ansatz noch unverstanden. Die Systematik des entstandenen Lebewesens ist ebenfalls vollkommen unklar. Der von Dusternus verwendete Gattungsname "Bacillus" bezieht sich vermutlich auf den Hauptbestandteil der Symbiose und weist entweder auf grampositive Prokaryonten oder (wesentlich unwahrscheinlicher) auf Gespenstheuschreckenverwandtschaft hin (wird von der Morphologie bereits vollkommen widerlegt).

Das Irrlicht erweckt beim uninformierten Beobachter auf den ersten Blick den Eindruck eines hochentwickelten, tierischen Organismus. Man glaubt, Mund, Augen und sogar Arme mit Saugnäpfen zu erkennen. Die Hälfte des Körpers wird scheinbar von einem Kopf eingenommen. Die langgezogene Schnauze scheint in einen kleinen Mund zu münden. Der Beobachter meint, reiche mimische Fähigkeiten und zwei Pupillenaugen wahrzunehmen. Vom Kopf gehen fünf antennenartige Gebilde aus, die distal kugelförmig verdickt sind. Der Übergang zum Rumpf erfolgt ohne erkennbare Halsregion. Aus der Rumpfregion zweigen fünf tentakelartige Gebilde ab, von denen eines in eine Art mehrfach gefiederten Schwanz ausläuft. Zwei Tentakeln verzweigen sich mehrfach, jede Verzweigung läuft in vierfach gefingerte "Füße" aus; sie dienen der Fortbewegung. Zwei weitere Tentakeln enden unverzweigt in ebenfalls vierfach gefingerten "Händen"; die rechte "Hand" enthält ein kugelförmiges Leuchtorgan (Biolumineszenz).

In Wahrheit jedoch ist das Irrlicht (abgesehen vom kugelförmigen „Leuchtorgan“) eine weitgehend amorphe Masse von amöbenhafter Beweglichkeit, die alle möglichen Formen annehmen kann. Diese Lebensform ist dabei eindeutig nicht tierischen Ursprungs, da sie ja nur aus Bakterien und Pilzen besteht (daher die Bezeichnung "Scheintier"). Beim Betrachten des amorphen Gebildes glaubt der Beobachter nun allerlei bekannte Formen zu erkennen (ähnlich wie beim Betrachten von Wolkenformationen). Der beim Beobachter entstehende Eindruck wird auch noch durch den Umstand unterstützt, dass aus dem schwebenden Organismus ständig Sumpfgas entweicht, was durch Einatmen (je nach Konzentration) Benommenheit bis hin zur Verwirrung und Sinnestäuschungen hervorrufen kann.

Dies ist vermutlich auch der Grund, warum Irrlichter in der Tradition von Geschichten und Erzählungen einen negativen Aspekt darstellen. Ein durch das Irrlicht verwirrter (und vom Sumpfgas betäubter) Wanderer kann nämlich leicht im Sumpf in die Irre gehen (daher: "Irrlicht"). Dies wird dem Irrlicht dann negativ ausgelegt, obwohl es in Wahrheit eine völlig harmlose Lebensform darstellt. Das Irrlicht weist überraschenderweise (für ein Lebewesen ohne zentrales Nervensystem) eine gewisse Dressierbarkeit und spontane Gedächtnisleistung, zumindest aber ein in bestimmtem Rahmen steuerbares Verhalten auf. Es zieht seine Nährstoffe aus in Zersetzung befindlichem Pflanzenmaterial und wird von diesem angezogen. Gegebenenfalls kann es daher mit zerriebenen Sumpfdotterblumen gefüttert und gelockt werden.

Aufgrund seines hohen Gehaltes an brennbaren Gasen sollte das Irrlicht allerdings grundsätzlich von offenem Feuer ferngehalten werden.

Übrigens ist es nach neueren Forschungen nicht ausgeschlossen, dass auch die Entenhausener Anatiden (=entenförmige Humanoiden) von flechtenähnlichen Symbioseorganismen abstammen (Jacobsen 2000).

"Zwei Streithähne" WDC 159; TGDD 17, p. 50-52; BL-WDC 24/5


Glossar

Teil 1.: Spezielle Begriffe aus der Donaldistischen Forschung

Entenhausen

Der Name „Entenhausen“ ist bekanntlich der Name der Stadt, in der die Ducks leben. Die geografische Lage dieser Stadt ist in etwa an der Westküste des Nordamerikanischen Kontinentes zu suchen.

In übertragenem Sinne wird mit „Entenhausen“ aber auch das Staatsgebilde, zu welchem die Stadt Entenhausen gehört, bezeichnet (der eigentliche Name dieses Staates ist „Calisota“). Ferner wird der Begriff „Entenhausen“ auch stellvertretend für die Welt, in der Entenhausen liegt, verwendet (korrekter wäre „Stella anatium“; siehe auch: „Parallelwelt-Theorie“).

Stella anatium

„Stella anatium“ (Entenstern) ist die Bezeichnung, die die Entenhausen-Forschung für die Welt gewählt hat, in der Entenhausen zu finden ist. Dem Betrachter der Berichte aus Entenhausen wird nämlich bald klar, dass Entenhausen nicht in unserer Welt (terra hominis) liegen kann. Hier gibt es nämlich z.B. keine sprechenden Enten (bzw. entenförmige Wesen), die in Städten leben. Außerdem weisen neben den anthropologischen (bzw. anatologischen) Abweichungen auch geografische und physikalische sowie auch biologische Unterschiede auf dieses Faktum hin. Die Unterschiede zwischen der eigentümlichen Tierwelt Stella anatiums und der uns bekannten irdischen Fauna sind Thema dieser Abhandlung.

„Stella anatium“ ist im Übrigen eine rein wissenschaftliche Bezeichnung, die ausschließlich der Unterscheidung der Entenhausener Welt von der unseren dient. Die Bewohner Entenhausens bezeichnen ihren Planeten nämlich ebenfalls als „Erde“.

Parallelwelt-Theorie

Die Frage, wo Entenhausen liegt, ist eines der meistdiskutierten und sehr kontroversen Themen der Entenhausen-Forschung. Strittig ist dabei weniger die geografische Lage (siehe: „Entenhausen“). Vielmehr geht es hier darum, wie Entenhausen in unser Weltbild integriert werden kann. Ältere Theorien waren der Ansicht, Entenhausen (bzw. „Stella anatium“) sei durchaus auf unserem Planeten zu suchen, läge aber in einer fernen Vergangenheit oder Zukunft. Dieser Sichtweise widersprechen jedoch die physikalischen Unterschiede zur uns bekannten Welt, welche sich in abweichenden Naturgesetzen bzw. Naturkonstanten festmachen lassen.

Die abweichende Physik zeigt uns auch, dass Entenhausen nicht auf einem anderen Planeten unseres Universums liegen kann, wie verschiedentlich vermutet wurde (dem widerspricht auch die unserer Erde sehr ähnliche großräumige Geografie).

Die derzeit gängigste Theorie zur Frage, wo Entenhausen liegt, ist die sogenannte „Parallelwelt-Theorie“. Diese besagt, dass Entenhausen zwar durchaus auf der Erde liegt, es sich bei dieser aber nicht um unsere Erde („Terra hominum“) handelt, sondern um einen ihr analogen Himmelskörper („Stella anatium“) in einem anderen, dem unseren parallelen Universum.

(Siehe hierzu auch: Hawking, paTrick (2000) : „Quantenchronodynamik des stella-anatium-Universums“ in Der Donaldist 111; p. 52-61).

Neointelligenz

Dem Betrachter der Lebewelt Stella anatiums fällt auf, dass sich dort nicht nur eine intelligente Art entwickelt hat, sondern deren mehrere. In der Entenhausener Gesellschaft integriert leben intelligente Vertreter der unterschiedlichsten Gattungen (z.B.: Enten, Gänse, Hühner, Hunde, Mäuse und viele mehr). Bei diesen handelt es sich grundsätzlich um vom Erscheinungsbild her anthropomorphe (also menschenähnliche) Lebewesen, die neben dem Sprachvermögen allesamt Hände entwickelt haben. Sie sind in die Entenhausener Gesellschaft sozusagen „historisch hinein gewachsen“ und werden von der Gesellschaft als „altintelligente“ Lebensformen mehr oder weniger als Mitbürger akzeptiert.

Im Gegensatz hierzu stehen die „neointelligenten“ Lebewesen. Bei ihnen handelt es sich nämlich um echte Tiere, welche auf Grund von Mutationen oder Beeinflussung durch Strahlen (sogenannte „Intelligenzstrahlen“) plötzlich zu mehr oder weniger hoher Intelligenz gelangt sind (diese Strahlen lassen sich übrigens auch künstlich erzeugen). Diese plötzliche Intelligenz kann dabei ganze Populationen oder aber auch nur einzelne Individuen umfassen. Da die plötzliche Intelligenz nicht mit einer anthropomorphen Veränderung des Körpers einhergeht, bleiben diese Individuen äußerlich Tiere, die sich von ihren unintelligenten Artgenossen nicht unterscheiden. Häufig verfügen sie daher auch nicht über Greifhände. Neointelligente Tiere haben es sehr schwer, da sie von der Entenhausener Gesellschaft nicht als Mitbürger akzeptiert werden. Ihrer tierischen Lebensweise können sie in der Regel nicht mehr nachgehen, da diese mit ihrem Intelligenzgrad unvereinbar ist. Weil es ihnen als Nichtmitglied in der Gesellschaft aber unmöglich ist zu arbeiten, sind sie häufig darauf angewiesen, sich durch Betteln zu ernähren.

Spontane Polydaktylie

Bei einigen Lebensformen Stella anatiums lässt sich eine Besonderheit beobachten, welche als „spontane Polydaktylie“ bezeichnet wird. Diese äußert sich grundsätzlich darin, dass bei bestimmten Arten die Anzahl der Phalangen (Finger bzw. Zehen) variabel ist. Diese Variabilität der Fingerzahl kann sich auf unterschiedliche Fingerzahlen bei einzelnen Individuen einer Population beschränken. Dies wird dann als „Polydaktylie“ bezeichnet.

Bei einigen wenigen Arten lassen sich jedoch Schwankungen in der Fingerzahl bei ein und dem selben Individuum beobachten. Dies äußert sich z.B. darin, dass ein Individuum auf einem Bild vier Finger hat und auf dem nächsten plötzlich deren fünf. Da wir zugrunde legen, dass es sich hier nicht um eine Nachlässigkeit des Zeichners handelt (eine solche kommt per Definition nicht vor!), kann es sich dabei nur um einen biologischen Prozess ungeklärter Ursache handeln. Dieser Prozess wird als spontane Polydaktylie bezeichnet (Baumann 1993).

Vorübergehende Zahnung

Die vorübergehende Zahnung ist ein biologisches Phänomen, das bei Lebensformen Stella anatiums weit verbreitet ist. Es tritt ausschließlich bei Lebewesen auf, welche im Normalzustand keine Zähne besitzen (vorwiegend also z.B. bei Vögeln). Die vorübergehende Zahnung äußert sich im plötzlichen Erscheinen von Zähnen in einem sonst zahnlosen Mund (bzw. Schnabel). Dieses Erscheinen von Zähnen ist ganz offensichtlich emotional gesteuert; d.h. die Zähne erscheinen beispielsweise bei Wutausbrüchen, um anschließend wieder zu verschwinden. Bei intelligenten Lebensformen (wie z.B. den Anatiden, zu welchen auch die Ducks zählen) kann das Erscheinen der Zähne zusätzlich offenbar bewusst gesteuert werden. Diese können nämlich die Zähne auch dann erscheinen lassen, wenn es darum geht, feste Nahrung zu zerkleinern oder zu grinsen.

Der genaue Mechanismus der vorübergehenden Zahnung ist umstritten. Klar ist nur, dass die Zähne irgendwo vorhanden sein müssen, um bei Bedarf zu erscheinen. Die zu diesem Zwecke aufgestellte Theorie der „Fehlmannschen Kapsel“, welche besagt, dass die Zähne in einer Art Tasche sitzen, von wo sie ggf. ausgefahren werden, wird von der Forschung nicht ohne Widerspruch betrachtet, nicht zuletzt, weil die Pseudozähne keinen Röntgenschatten aufweisen und somit aus nicht mineralisiertem Gewebe zu bestehen scheinen (Fehlmann 1978).

Anatiden

Als Anatiden (= Entenförmige) werden die menschenähnlichen, wie Enten aussehende Wesen bezeichnet, welche in Entenhausen leben. Die Ducks sind Anatiden.

Entenhausen wird aber auch noch von zahlreichen weiteren menschenähnlichen Lebensformen bevölkert, wie unter anderem z.B. von intelligenten Hundeähnlichen („Kynoiden“), welche die große Bevölkerungsmehrheit bilden.

Barks-Bericht

Ein Barks-Bericht ist eine von Carl Barks gezeichnete „Geschichte“. Nur diese wird von der Mehrzahl der donaldistischen Forscher als authentische und wahre Information über das Leben auf Stella anatium und in Entenhausen anerkannt (daher die Bezeichnung: „Bericht“) und zwar nach Möglichkeit in der Text-Übersetzung von Dr. Erika Fuchs.

Zeichnungen und Texte anderer Verfasser gelten als Phantasieprodukte (sogenannte „Apokryphen“) und haben somit nur unterhaltenden Charakter. Sie sind daher auch nicht Gegenstand unserer Forschung (diese „Apokryphen“ sind nämlich wirklich nur „Geschichten“).

2. Einige biologische und andere wissenschaftliche Fachbegriffe

Adaption

Als Adaption (von lat. für „anpassen“) bezeichnet man bei Lebewesen die Anpassung an eine bestimmte Umwelt (bzw. Lebensweise).

Antagonismus

Von griech. „Widersacher“. Dieser Ausdruck bezeichnet hier die Beziehung von Gegenspielern (sogenannten „Antagonisten“) im Tierreich. Er wird jedoch ansonsten auch für alle anderen chemischen oder mechanischen Systeme angewandt, welche auf dem Zusammenspiel gegensätzlicher Kräfte beruhen.

anthropogen

Griech. für „vom Menschen erzeugt“. Dieser Begriff wird für vom Menschen hervorgerufene Phänomene verwendet, um diese von natürlichen Erscheinungen zu unterscheiden.

anthropomorph

Griech. für „menschenähnlich“. Dieser Ausdruck bezeichnet ein in groben Zügen menschenähnliches Erscheinungsbild (vor allem: aufrechter Gang, Greifhände mit opponierbaren Daumen, Befähigung zur Gesichtsmimik etc.).

Biolumineszenz

Der Begriff „Biolumineszenz“ (von griech. für „Leben“ und lat. für „leuchten“) bezeichnet den Vorgang, welcher bei bestimmten lebenden Organismen zur Erzeugung und Abstrahlung von Licht führt (bekanntestes Beispiel ist hier das Glühwürmchen). Es handelt sich dabei um chemisch erzeugtes (sogenanntes „kaltes“) Licht. Bei dieser chemischen Reaktion spielen bestimmte Enzyme eine wesentliche Rolle (daher wird sie auch als Luziferin / Luziferase-Reaktion bezeichnet).

denaturiert

Dieser Begriff bezeichnet Dinge, welche sich nicht mehr in ihrem natürlichen Zustand befinden. Er wird besonders auf Lebensmittel angewandt, welche in irgendeiner Form be- oder verarbeitet wurden (z.B. gekocht, gebraten, aber auch gemahlen oder in irgendeiner Form konserviert).

distal

Von lat. distare = getrennt sein. Dieser Begriff bezeichnet die vom Körpermittelpunkt am meisten entfernten Stellen (z.B. die Schwanzspitze oder die dem Körper abgewandten Enden von Extremitäten) eines Körpers.

domestiziert

Dieser Ausdruck bezeichnet im weitesten Sinne den „gezähmten“ Zustand eines Lebewesens. Das Domestizieren von Wildtieren führt zur Entstehung von Haustieren.

dorsal

Von lat. dorsalis = auf dem Rücken befindlich, zum Rücken gehörig.

endemisch

Griech. für „einheimisch“. Bezeichnung für Tiere und Pflanzen, die nur auf einem sehr beschränkten bzw. eng umgrenzten Raum vorkommen (sogenannte „Endemiten“).

Extremitäten

Als „Extremitäten“ werden die Gliedmaßen eines Wirbeltieres bezeichnet.

Fossil

Von lat. fossa = Graben. Dieser Ausdruck bezeichnet generell alle Reste früherer Lebewesen, welche im Boden oder Gestein gefunden (bzw. ausgegraben) werden. Speziell wird dieser Begriff für Versteinerungen von ausgestorbenen Pflanzen und Tieren verwendet.

„Lebende Fossilien“ nennt man heute noch lebende Organismen, welche eigentlich als ausgestorben betrachtet wurden; in weiterem Sinne auch Arten, welche von manchen Zeitgenossen als entwicklungsgeschichtlich „überholt“ angesehen werden.

Geschlechtsdimorphismus

Dieser Ausdruck bezeichnet die Unterschiede im äußeren Erscheinungsbild von männlichen und weiblichen Tieren der selben Art. Diese Unterschiede können geringfügig, aber auch sehr groß sein.

Habitus

Dieser Begriff bezeichnet das äußere Erscheinungsbild einer Lebensform. Siehe auch: „Morphologie“.

Hypothese

Die Hypothese ist die exakt definierte und in sich widerspruchsfreie wissenschaftliche Annahme über bestimmte untersuchte Zusammenhänge, welche aber noch der Bestätigung durch Beweise bedarf (dann wird sie zur Theorie; s.d.).

Infraschall

Als Infraschall werden Schallwellen mit derart niedriger Frequenz, dass sie für das menschliche Ohr unhörbar sind, bezeichnet. Das Gegenstück bildet der Ultraschall, dessen Frequenzbereich oberhalb des menschlichen Hörbereiches liegt.

Mimikry

Der Begriff „Mimikry“ bezeichnet die Eigenschaft mancher Lebensformen, sich durch ein geeignetes äußeres Erscheinungsbild zu tarnen. Dies kann im Extremfall soweit gehen, dass ein Lebewesen vortäuscht, ein ganz anderes zu sein (z.B. tarnt sich eine harmlose Schlange als eine giftige). Manchmal werden auch pflanzliche oder leblose Objekte vorgetäuscht (z.B. Wandelndes Blatt). Es können zur Irreführung von Feinden auch sogenannte „falsche Körperteile“ ausgebildet werden. So hat z.B. eine Art der thailändischen Langgkopfzirpe (ein Insekt) einen falschen Kopf mit Fühlern als Fortsatz ihrer Flügelenden ausgebildet. Zur Mimikry zählen auch die weit verbreiteten Augenzeichnungen auf den Oberseiten von Schmetterlingsflügeln, welche der Abschreckung angreifender Fressfeinde dienen.

Monokultur

Eine Monokultur bezeichnet den Anbau einer einzigen Pflanzenart auf großen Flächen. Monokulturen sind gegenüber Schädlingsbefall besonders anfällig.

Morphologie

Von griech. „Form“. Dieser Ausdruck bezeichnet die äußere Form und Gestalt eines Gegenstandes oder Lebewesens. Das äußere Erscheinungsbild eines Lebewesens wird auch als „Habitus“ bezeichnet.

Ökologische Nische

Eine ökologische Nische ist ein abstrakt definierter Lebensraum, welcher von einer Art durch eine bestimmte Lebensweise ausgefüllt werden kann. Haben verschiedene Arten die gleiche Lebensweise, füllen also die selbe ökologische Nische aus, so werden sie zu Konkurrenten.

Phalangen

Von griech. „Schlachtreihe“. Dieser Ausdruck bezeichnet die Finger- oder Zehenglieder eines Wirbeltieres (wegen ihrer Anordnung in Reihen).

Reproduktionsrate

Die Reproduktionsrate gibt die Anzahl der Nachkommen eines Individuums pro Zeiteinheit an. Diese kann bei verschiedenen Arten äußerst unterschiedlich sein (z.B. legen Pinguine pro Brutperiode nur ein Ei, während manche Insekten Hunderttausende von Nachkommen haben).

Symbiose

Von griech. „gemeinsam" und "Leben“. Dieser Begriff bezeichnet eine Lebensgemeinschaft verschiedener Arten von Lebewesen zu deren gegenseitigem Nutzen.

Synonym

Der Ausdruck „Synonym“ (abgekürzt: „syn.“) bezeichnet allgemein eine Bedeutungsgleichheit verschiedener Wörter (z.B. „Schreiner“ und „Tischler“). In unseren Beschreibungen kommen in einigen Fällen synonyme wissenschaftliche Namen vor, weil die selben Arten von verschiedenen Leuten mit unterschiedlichen Namen belegt wurden. Synonyme bei Trivialnamen (s. d.) sind weitaus häufiger und meist auf unterschiedlichen lokalen Sprachgebrauch zurückzuführen.

tetradaktyl

Von griech. für „vier“ und „Finger“. Mit anderen Worten also: vierfingrig.

Theorie

Von griech. für „Schau“. Eine Theorie ist die Zusammenfassung von bewiesenen wissenschaftlicher Fakten zu einem Gesamtbild, welches bestimmte Zusammenhänge und Mechanismen beschreibt. Die Wissenschaft ist bestrebt, Hypothesen (s.d.) in Theorien umzuwandeln.

Trivialname

Der Trivialname eines Lebewesens ist der im „Volksmund“ gebräuchliche. Er steht im Gegensatz zum wissenschaftlichen Namen.

Turgor

Der Turgor (auch: Turgordruck) ist der innere Druck einer lebenden Zelle. Er wird durch das Gefälle in der Salzkonzentration zwischen Zellinnerem und der umgebenden Flüssigkeit aufrecht erhalten. Der Turgor ist der Hauptfaktor, der nicht holzige Pflanzen aufrecht und prall erhält.


Literatur

Zur Beachtung: Die Bezeichnungen der Barks-Berichte, welche die visuellen Belege für die beschriebenen Arten enthalten und die primären Quellen unserer Beobachtungen darstellen, wurden der jeweiligen Beschreibung als Zitate hinzugefügt. Sie sind hier nicht nochmals gesondert aufgeführt, weil sie im Laufe der Zeit an zu zahlreichen verschiedenen Stellen veröffentlicht wurden. Die Daten der einzelnen Primär-Veröffentlichungen können entnommen werden aus:

Beers, Frank; Schwede, Horst; Das, Maikel und De PLanque, Ulrich (Hrsg.) (1992): „Deutscher Carl Barks Index“; Sonderheft 24 des Der Donaldist; 75 p.; Hamburg.

Grote, Johnny A. (1995).: "Carl Barks. Werkverzeichnis der Comics"; 400 p.; Ehapa Verlag; Stuttgart.

Burzlaff, Otto (1993): „Die tollsten Geschichten von Donald Duck-Inhaltsverzeichnis und Register der Sonderhefte seit 1965, Band 1“); Edition Daunenvogel (Sonderheft 28 des Der Donaldist).

Außerdem zu empfehlen:

DUVE, K. & VÖLKER, T. (1997): "Lexikon berühmter Tiere"; 671 p.; Eichborn Verlag, Frankfurt am Main.

Nachfolgend Angaben zur sonst verwendeten donaldistischen Sekundärliteratur.

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Barrier, Michael (1994): „Carl Barks - die Biographie“; 156 p.; Brockmann und Reichelt Verlag, Mannheim.

Baumann, Eric (1993): „Spontane Polydaktylie in Stress-Situationen“; -Der Donaldist 84; p. 4-7; Marburg.

BEYKIRCH, Bär Buddy Bimstein (1985): „Neue Erkenntnisse über die von Donald Duck beschworene Seeschlange“; -Der Hamburger Donaldist 49; p. 32-33; Großhansdorf.

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Gearloose, Gary (1987): „Spezielle Temporal Theorie“; -Der Donaldist 59; p. 4-7; Hamburg.

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